Expeditionsmobil auf MAN TGS 6x6 Basis mit viel Luxus in den mobilen vier Wänden.

Expeditionsmobil auf MAN TGS 6x6 Basis mit viel Luxus in den mobilen vier Wänden. (Foto: © Unicat)

Sechs sells: Unicat MD72h

Dettenheim im Landkreis Karlsruhe ist weltweit bekannt, zumindest unter wohlhabenden Globetrottern und Fernreisenden. Denn dort sitzt die Firma Unicat, die Fernreise- und Expeditions-Mobile herstellt. Neueste Kreation auf MAN-TGS-Basis: Der dreiachsige MD72h mit 6x6-Antrieb.

Expeditionsmobile sind Sonderanfertigungen. Das gilt natürlich auch für das neueste Modell. Wie bei Unicat üblich entstand das dreiachsige MD72h nach Kundenwunsch, individuell gefertigt bis ins letzte Detail. Basis für die rollende Ferienwohnung, mit der sich auch Ziele weit abseits des Straßennetzes erreichen lassen, ist ein MAN TGS 26.540 als 6x6 mit verlängertem L-Fahrerhaus. Ein bisschen Platz am Urlaubsort braucht der Unicat auch, auf einem üblichen Campingplatz könnte es etwas eng werden.

Bei einer Länge von 10,8 Meter, einer Breite von 249 Zentimeter und satten 383 Zentimetern Höhe ist ein großzügig bemessener Stellplatz Pflicht. Dafür bietet der 6x6-getriebene MAN (Radstand 4.200 mm + 1.400 mm) im Inneren aber auch reichlich Komfort und Luxus. Und zwar mehr als sich in so mancher Wohnung finden lässt.

16 Quadratmeter Wohnfläche 

Foto: © Unicat
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Der Kofferaufbau ist rund 7,2 Meter lang und bietet mit einer Grundfläche von rund 16 Quadratmeter ausreichend Raum für seine zweiköpfige Besatzung plus Urlaubsgepäck. Den Wohnkoffer fertigt Unicat aus 60 Millimeter starken GfK-Verbundplatten in Sandwichbauweise. Die Platten werden kältebrückenfrei auf GfK-Profile verklebt.

Den zusätzlich isolierten Boden der Wohnkabine stabilisiert eine eingeschäumte Stahlrahmen-Verstärkung. Die kratzfesten und einbruchssicheren Fenster des Aufbaus sind außen bündig in der Kabine verbaut. Zusätzlich bringen Dachfenster Luft und Licht in den Wohnraum: Montiert hat Unicat zwei je 1,3 Quadratmeter große Panoramadächer mit Hebefunktion und eine große Boots-Dachluke für den Duschraum.

Sitzgruppe für sechs Personen

Im Inneren des Wohnaufbaus geht es außergewöhnlich komfortabel zu. Im Bug gibt es eine Sitzgruppe für bis zu sechs Personen, die Sitzbänke sind an den beiden Fahrzeugseiten längs angeordnet. Sollte sich Besuch angesagt haben, lässt sich die Sitzgruppe zum Gästebett mit einer Liegefläche von 180 x 200 cm umbauen. Ebenso groß ist das Bett im Heck, das zudem über Unterlüftung und Heizung verfügt. Über eine Schiebetür lässt sich der Schlafbereich, dessen Wände und Decke mit Alcantara verkleidet sind, gegenüber dem restlichen Wohnraum abtrennen.

Unterwegs wie Zuhause fühlen

Foto: © Unicat
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Gut ausgestattet und für längere Reisen gerüstet präsentiert sich die Küche. Sie verfügt über einen Backofen mit Mikrowelle, Induktions-Kochfelder und eine große Edelstahlspüle.  Zudem gibt es reichlich Raum für Geschirr und Utensilien in diversen Unter- und Oberschränke. Speziell angefertigte Aufnahmen sorgen für klapperfreie Fahrt selbst auf den Waschbrettpisten dieser Welt. Für kühle Getränke und Speisen stehen ein Kompressor-Kühlschrank mit 135 Liter Inhalt sowie ein separater Kompressor-Tiefkühler mit 65 Liter Volumen parat. 

830-Liter-Wassertank

Die Versorgung mit Frischwasser übernimmt ein frostsicher montierter Tank mit satten 830 Liter Inhalt, für Warmwasser sorgt ein 60 Liter fassender Wärmetauscher mit elektrischem Zuheizer. Grauwasser nimmt ein Tank mit 140 Liter Volumen auf, der Fäkalientank für das Porzellan-WC fasst 100 Liter und bietet außerdem eine Vakuum-Entlüftung mit einem Aktivkohlefilter. Über einen Wärmetauscher kann die Abwärme des Motors zur Beheizung der Kabine genutzt werden, obendrein ist eine neun kW starke und mit Diesel betriebene Zentralheizung an Bord. Für erträgliche Temperaturen im Sommer sind zwei Dach-Klimaanlagen (Kühlleistung 2,7 kW) montiert.

Solaranlage auf dem Dach 

Auch für ausreichend "Saft" an Bord ist gesorgt, schließlich ist elektrischer Strom gerade unterwegs und abseits der Zivilisation nahezu unverzichtbar. Der Unicat MD72h ist für mehrere Tage Autarkie bestens gerüstet. Die Solaranlage auf dem Dach liefert maximal 1.250 Watt, gespeichert wird der Ertrag in zehn AGM Versorgerbatterien mit einer Gesamtkapazität von 1.050 Ah. Die effektiv nutzbare Energiemenge bei voll aufgeladenen Akkus liegt laut Unicat bei 12,6 kWh. Für 230 Volt Wechselstrom sorgen zwei Wechselrichter, das installierte Netzladegerät mit seiner Leistung von 0,72 kW kann mit  90 bis 260 Volt betrieben werden.

Sollte es trotz der gewaltigen Kapazitäten doch mal mit dem Strom zur Neige gehen, steht noch ein wassergekühlter Fischer Panda Dreizylinder-Dieselgenerator parat. Damit er sich auch jederzeit sicher starten lässt, ist er mit einer eigenen Stromversorgung versehen, die über Starterbatterie, Ladegerät und Solaranlage verfügt. Damit der Generator bei Wasserdurchfahrten nicht "absäuft", lässt sich sein Stauraum während der Fahrt mit Druckluft beaufschlagen. So bleibt auch materialmordender Staub und Dreck draußen.

750-Liter-Tank für hohe Reichweite

Foto: © Unicat
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Inklusive gefüllter Kraftstoff- (750 Liter in Haupt- und Zusatztank) und Frischwassertanks wiegt der Dreiachser rund 19,5 Tonnen. Bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 23 Tonnen ist da noch reichlich Luft für Zuladung, auch für den etwas längeren Urlaub.

Mit 397 kW / 540 PS ist der Unicat ausreichend motorisiert, das Antriebsaggregat ist an ein zwölfstufiges ZF Automatikgetriebe gekoppelt. Permanenter Allradantrieb mit Längssperre und Differenzialsperren an Vorder- und Hinterachsen sowie ein Verteilergetriebe mit Geländeuntersetzung sorgen in Verbindung mit einer zentralen Reifendruck-Regelanlage für sicheres An- und Durchkommen. Falls man sich - wider Erwarten - doch mal festgefahren haben sollte, stehen an Front und Heck je eine vom Fahrerhaus aus bedienbare hydraulische Seilwinde (13,6 Tonnen) parat, um die Fuhre aus dem Dreck zu ziehen.

Wie üblich bei Unicat äußert sich das Unternehmen nicht zum Preis des Fahrzeugs. Der dürfte in der Größenordnung liegen, die man für eine hübsche Wohnung in Innenstadtlage einer größeren Metropole hinblättern muss.

Text: / handwerksblatt.de

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