Jaguar gönnt seinem Sportwagen F-Type ein umfangreiches Facelift.

Jaguar gönnt seinem Sportwagen F-Type ein umfangreiches Facelift. (Foto: © Jaguar)

Jaguar F-Type: Sportlicher Brite mit geschärftem Blick

Jaguar hat den F-Type überarbeitet. Das geliftete Coupé und Cabriolet geben sich an der völlig neugestalteten Frontpartie zu erkennen. Aber auch sonst hat sich jede Menge getan. Wir waren mit dem britischen Sportwagen unterwegs.

Vor gut acht Jahren kam der Jaguar F-Type auf den Markt. Zugegeben, das ist lange her. Doch pflegte die englische Mannschaft aus Coventry ihr Topmodell kontinuierlich mit regelmäßigen Updates. In 2017 erhielt der britische Konkurrent von Audi TT, Mercedes-AMG GT Coupé sowie des Porsche Cayman das letzte Facelift. Nun hat der Sportwagen erneut eine Frischzellenkur erhalten. Diesmal fiel die Modellpflege äußerst umfassend aus. Zu haben ist das geliftete F-Type Coupé ab 53.950 Euro, das renovierte F-Type Cabrio beginnt bei 59.832 Euro (alle Preise netto).

Neue Frontpartie für mehr Dynamik

Die neue Front verleiht dem Briten mehr Dynamik. Foto: © JaguarDie neue Front verleiht dem Briten mehr Dynamik. Foto: © Jaguar

Das beginnt schon beim Design. Die Botschaft an die Jaguar-Stylisten lautete mehr Präsenz und vor allem mehr optische Dynamik. Nun ist es vorbei mit der zeitlosen Eleganz. Zumindest an der Frontpartie, denn die wurde völlig umgestaltet. Die ohnehin schon lange Motorhaube wurde noch weiter nach vorn gezogen und zieht sich gleichzeitig sich noch um einiges weiter nach unten.

Anstelle der hochgezogenen Scheinwerfer blinzelt die Raubkatze jetzt durch schmale, waagerecht angeordnete Lichter. Im Scheinwerfergehäuse befinden sich vier LED-Module, die mit der Stereo-Kamera in der Windschutzscheibe vernetzt sind. Dadurch kann jeder Lichtpunkt einzeln angesteuert werden. Aus diesem Grund soll bei Nachtfahrten eine gute Sicht herrschen und trotzdem der Gegenverkehr nicht geblendet werden. Hinzu kommt das für Jaguar typische LED-Tagfahrlicht in J-Signatur sowie ein in die Breite gezogener Kühlergrill. Das adaptive LED-Licht zählt beim Topmodell F-Type R zur Serienausstattung, für die restlichen Modelle kostet es Aufpreis.

Optisch sind sowohl das Coupé als auch das Cabrio wahre Eyecatcher. Die Änderungen an der Front lassen den Jaguar F-Type jetzt richtig grimmig erscheinen. Dagegen fallen die Maßnahmen am kantig gezeichneten Heck vergleichsweise moderat aus. Hier gibt es neben einem neuen Stoßfänger, lediglich ein frisches Layout für die ebenfalls in LED gehaltenen Rückleuchten.

Digitales Kombiinstrument ersetzt analoge Anzeigen

Analoge Instrumente haben in Jaguars Sportwagen ausgedient. Foto: © JaguarAnaloge Instrumente haben in Jaguars Sportwagen ausgedient. Foto: © Jaguar

Feinschliff erhielt auch der Innenraum. Analoge Instrumente haben im britischen Sportwagen ausgedient. Wer den gelifteten F-Type entert, der bemerkt als erstes das neue Digital-Display vor dem Fahrer. Der 12,3 Zoll große TFT-Monitor verfügt über ein hohe Auflösung und ist auf Knopfdruck konfigurierbar. Je nach persönlichem Gusto erscheinen dann entweder die Instrumente im Vordergrund oder die Navigations-Karte tritt dominanter in Erscheinung.

Dynamische Piloten dürften dagegen dem zentralen Drehzahlmesser als weitere Einstellungsmöglichkeit den Vorzug geben. Ebenso gab es für das 10 Zoll große Multimediasystem eine Auffrischung. Das Infotainment präsentiert sich wesentlich moderner und vernetzt jetzt Smartphones mittels Android Auto oder Apple Carplay. Alles passt, die Bedienung ist logisch und selbsterklärend.

Auch für den Fahrer ist bestens gesorgt. Das Lenkrad lässt sich weit genug herausziehen und die elektrisch einstellbaren Sportsitze gefallen mit großen Sitzflächen sowie guter seitlicher Abstützung. Bei der Polsterung lässt Jaguar die Wahl zwischen Velours, Leder oder noch feinerem Windsor-Leder. Überhaupt zeigt der F-Type neben seiner soliden Verarbeitung auch sonst viel Liebe zum Detail. Die Sitze und Türverkleidungen sind mit Rauten-Stickereien verziert, die Kopfstützen tragen entweder das springende Katzen- oder R-Logo. Außerdem weisen diskrete Schriftzüge "Jaguar Est. 1935" auf den Gurtbringern sowie dem Knopf für das Handschuhfach auf die Anfänge der britischen Premium-Marke hin.

Neuer V8-Kompressormotor mit 450 PS

Drei Motoren von 300 bis 575 PS stehen beim Jaguar zur Wahl. Foto: © JaguarDrei Motoren von 300 bis 575 PS stehen beim Jaguar zur Wahl. Foto: © Jaguar

Änderungen betreffen außerdem das Motorenangebot. Der 300 PS starke Vierzylinder-Turbo mit Heckantrieb bildet weiterhin den Einstieg in den F-Type. Den Dreiliter-Kompressor hat Jaguar dagegen aus dem Programm genommen. Er wird von einem Fünfliter-V8-Kompressor mit 450 PS ersetzt. Das neue Triebwerk steht wahlweise mit Hinterrad- oder Allradantrieb zur Verfügung und entfaltet ein maximales Drehmoment von 580 Nm, welches zwischen 2500 und 5000 Umdrehungen pro Minute anliegt. Leicht überarbeitet präsentiert sich zudem die Topmotorisierung.

Ebenfalls mit einem Fünfliter-V8-Kompressor bestückt, leistet der Achtender jetzt 575 PS, dies entspricht einem Leistungsplus von 25 PS. Damit die Kraft auch möglichst verlustfrei auf der Straße ankommt, zählt der Allradantrieb bei der Topmotorisierung zur Serie.

Doch welchen Motor sollte man nehmen? Schließlich hat jeder seinen ganz eigenen Reiz. Das Fahrverhalten des F-Type erweist sich mit allen drei Triebwerken als leichtfüßig und die Lenkung gefällt hier wie dort mit einem sehr präzisen Ansprechverhalten. Mit gedrückter Dynamic-Taste reagiert der F-Type sogar noch williger auf Gasbefehle und wechselt blitzschnell durch die Fahrstufen der Achtgang-Automatik. Wer will, kann über die Schaltpaddels auch manuell ins Geschehen eingreifen. Das sorgt zwar für noch mehr Spaß, ist aber eigentlich nicht wirklich notwendig, da die Automatik genau um richtigen Zeitpunkt die passende Fahrstufe einlegt.

Die Katze faucht weiterhin gewaltig, aber nicht mehr so dominant

Auch das F-Type Cabrio beeindruckt mit einem fulminantem Sound. Foto: © JaguarAuch das F-Type Cabrio beeindruckt mit einem fulminantem Sound. Foto: © Jaguar

Es muss aber nicht unbedingt der F-Type R sein, den es nur in einem wilden Outfit samt einiger charakteristischen Diffusorteile gibt. Der R verfügt zwar über enorme Leistungsreserven, beschleunigt in nur 3,7 Sekunden auf 100 km/h und spurtet auf eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Doch auch schon der Basisantrieb überzeugt.

Der auf den Namen getaufte F-Type P300 sorgt für überlegene Fahrleistungen. Er treibt den Briten in 5,7 Sekunden auf Tempo 100 und erst bei 250 km/h ist Schluss. Auch der frisch hinzugekommene 450 PS-V8 gefällt. Dank Kompressoraufladung sorgt er schon aus niedrigen Drehzahlen für reichlich Schub, benötigt er für den Sprint von Null auf 100 km/h lediglich 4,6 Sekunden und rennt – wenn es sein muss – auf bis zu 285 km/h

Zudem hat Jaguar auf die Kritik ihrer F-Type-Kunden gehört und den F-Type deutlich leiser gemacht. Die bemängelten insbesonders das überaus wilde Fauchen beim Starten. Das war einfach zu laut und hat wohl so manchen Nachbarn in der Wohngegend seines F-Type Eigners erzürnt. Daher verfügt die Klappen-Auspuffanlage nun über einen sogenannten Quiet-Modus, der per Tastendruck aktiviert wird. Anschließend brabbelt die Katze nach dem Anlassen angenehm-wohlig und die Geräuschkulisse liegt auch während der Fahrt auf einem hörbaren niedrigeren Niveau. Puristen unter den Jaguar-Fans brauchen aber nichts zu befürchten. Der Klang ist immer noch beeindruckend, jedoch um einiges dezenter und selbst die Vierzylinder-Basisvariante hat mit ihrem satten Soundrepertoire ebenfalls nichts von ihrem Reiz eingebüßt.

Text: / handwerksblatt.de

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