Wer eine Ausbildung zum Zimmerer in einem tarifgebundenen Betrieb macht, gehörte 2025 im bundesweiten Durchschnitt zu den zehn bestbezahlten Auszubildenden dieses Landes. (Foto: © dotshock/123RF.com)

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Azubis erhalten erneut deutlich mehr Ausbildungsvergütung

Betriebsführung

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind 2025 um 6,7 Prozent gestiegen – ein Plus von 0,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Das bedeutet dem BIBB zufolge den zweiten Rekordanstieg in Folge.

Im Jahr 2025 erhielten die Auszubildenden in tarifgebundenen Betrieben im bundesweiten Durchschnitt über alle Ausbildungsjahre hinweg 1.209 Euro brutto im Monat. Dies sind 76 Euro mehr als 2024 (+6,7 Prozent), wie die jährlichen Berechnungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigen. Damit sei der Anstieg prozentual noch höher ausgefallen als im Vorjahr (+6,3 Prozent). 

Vergütung in West und Ost

Die Auszubildenden in Westdeutschland kamen 2025 im Durchschnitt auf eine tarifliche Ausbildungsvergütung von 1.208 Euro im Monat (+6,6 Prozent). In Ostdeutschland lag sie bei durchschnittlich 1.213 Euro (+6,9 Prozent). Im Jahr zuvor hatten die Steigerungsraten bei 6,1 Prozent beziehungsweise 8,9 Prozent gelegen. Auszubildende im westdeutschen Handwerk kamen 2025 im Schnitt auf eine Ausbildungsvergütung von monatlich 1.091 Euro (+4,3 Prozent). Ihre Kollegen im Osten erhielten 1.110 Euro (+5,9 Prozent). 2024 lag das Plus bei 6,0 Prozent beziehungsweise 12,3 Prozent.  

Unterschiede zwischen Ausbildungsbereichen 

Nach Angaben des BIBB unterscheiden sich die tariflichen Ausbildungsvergütungen zwischen den Ausbildungsbereichen zum Teil deutlich. Über dem gesamtdeutschen Durchschnitt hätten sie im öffentlichen Dienst (1.329 Euro; +7,7 Prozent), in der Hauswirtschaft (1.295 Euro; +8,4 Prozent) sowie in Industrie und Handel (1.266 Euro; (+7,2 Prozent) gelegen. In der Landwirtschaft (1.188 Euro; +5,7 Prozent), in den freien Berufen (1.098 Euro; +7,0 Prozent) und im Handwerk (1.093 Euro; +4,5 Prozent) seien die tariflichen Vergütungen unterdurchschnittlich gewesen. 

Mehr Daten und Fakten Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse mit insgesamt elf Abbildungen hat das BIBB in der Analyse "Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025: Starker Anstieg von deutlich über sechs Prozent im zweiten Jahr in Folge" zusammengestellt. Sie steht in Form einer PDF-Datei zum kostenlosen Download zur Verfügung oder kann zum Preis von 29 Euro als Printausgabe bestellt werden. Eine tabellarische Gesamtübersicht über die für 2025 ermittelten Vergütungsdurchschnitte in den erfassten Ausbildungsberufen ist ebenfalls online abrufbar.

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Milchberufe auf 1 und 3

Bei den Ausbildungsberufen führt der Milchtechnologe mit einer durchschnittlichen Vergütung von 1.463 Euro pro Monat die gesamtdeutsche Rangliste an. Auf den Plätzen zwei und drei landete der/die Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen mit 1.404 Euro und der Milchwirtschaftliche Laborant mit 1.403 Euro im Monat. Ein Ausbildungsberuf aus dem Handwerk hat es in die Top Ten geschafft: Die Zimmerer belegten mit 1.343 Euro den achten Platz. 

Foto: © Bundesinstitut für Berufsbildung/eigene RechercheFoto: © Bundesinstitut für Berufsbildung/eigene Recherche

In 47 Berufen lagen die tariflichen Vergütungen im Durchschnitt über alle Ausbildungsjahre hinweg bei 1.300 Euro oder mehr, so das BIBB in einer Pressemitteilung. Insgesamt erhielten 2025 rund 56 Prozent der Auszubildenden, die in einem tarifgebundenen Betrieb lernten, eine Ausbildungsvergütung von mehr als 1.200 Euro, knapp 20 Prozent mehr als 1.350 Euro.

Dagegen lagen bei rund 15 Prozent der Auszubildenden die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2025 bei 1.000 Euro oder weniger. Für 15 Berufe wurde ein bundesweiter Durchschnittswert von weniger als 1.000 Euro ermittelt. Zehn dieser Berufe gehören zum Handwerk. 

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung/eigene Recherche

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Text: / handwerksblatt.de

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