Im Schnitt konsumierte jeder deutsche Haushalt 2015 62,4 Kilo Brot und Backwaren. (Foto: Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V., Darius Ramazani)

Im Schnitt konsumierte jeder deutsche Haushalt 2015 62,4 Kilo Brot und Backwaren. (Foto: Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V., Darius Ramazani)

Dem Verbraucher das Kulturgut Brot näherbringen

Panorama

Seit zwei Jahren bietet die Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Weinheim die Ausbildung zum Brotsommelier an. Die Warteliste ist lang.

Brot ist nach wie vor das Lebensmittel Nummer eins in Deutschland, so wurden 2015 in jedem Haushalt rund 62,4 Kilo Brot und Backwaren konsumiert. Ein riesiger wirtschaftlicher Faktor, denn das Bäckerhandwerk sorgte in rund 47.000 Verkaufsstellen für einen Jahresumsatz von 13,99 Milliarden Euro.

Brot – ein kostbares Kulturgut

bernd kuetscher 267x400Doch wie steht es um das Wissen der Verbraucher rund um das Brot? Für Bernd Kütscher, Direktor der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Weinheim, nicht sonderlich gut. "Brot ist das Lebensmittel Nummer eins in Deutschland und in den meisten anderen Ländern der Welt. Sogar asiatische Länder wie Japan werden zunehmend vom Reisland zum Brotland. Brot ernährt die Menschen und ist daher ein ganz kostbares Kulturgut. Eine Tatsache, die ebenso wie der unglaubliche Wissensschatz zu Brot oft in Vergessenheit gerät", sagt Kütscher, der auch den Blog Brotexperte.de betreibt.

Deshalb entschloss er sich vor zwei Jahren, die Fachausbildung zum Brotsommelier anzubieten. Die Spezialisten für alle Backwaren wollen in erster Linie Aufklärung betreiben, das in früheren Generationen vorhandene Wissen, das beinahe verloren gegangen war, sollen sie dem Verbraucher wieder näherbringen. Dazu gehören etwa Backkurse und Vorträge, aber auch Verkostungen, die neues Interesse und Begeisterung für Brot und Backwaren entfachen sollen.

Fünf Jahre Vorbereitungszeit

Brotsommelier"Von der ersten konkreten Idee bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir die ersten 13 Brotsommeliers beglückwünschen konnten, sind dabei rund fünf Jahre vergangen", erinnert sich Akademieleiter Kütscher. "Wie bei jeder neuen Idee gab es von Beginn an große Befürworter und Unterstützer meines Konzeptes, aber wir mussten auch viel Überzeugungsarbeit nach innen leisten", ergänzt er.

Mit der Unterstützung des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks konnte Kütscher seine Vision gegen alle Widerstände durchsetzen, mittlerweile haben in Weinheim bereits 27 Brotsommeliers – wie etwa Bäckermeister Holger Schüren aus dem brandenburgischen Nuthetal –  die hochwertige Ausbildung erfolgreich absolviert. Und die Nachfrage ist riesig, für die nächsten zwei Jahre ist der Kurs bereits ausgebucht – und die Warteliste ist lang.

Hochwertige und anspruchsvolle Ausbildung

"Der Brotsommelier ist eine sehr hochwertige und anspruchsvolle Ausbildung. Wir verlangen von den Teilnehmern einen großen Einsatz. Nicht nur, dass die Teilnehmer eine branchenbezogene Fachausbildung als Vorbildung vorweisen müssen, sie müssen in erster Linie positiv brotverrückt sein. Um die Prüfung erfolgreich absolvieren zu können, ist ein Einsatz von 480 Stunden berufsbegleitend erforderlich", erklärt Kütscher den Ausbildungsrahmen. Danach gelingt es den Absolventen, Brot mit ungewöhnlichen Geschichten und interessanten Verkostungsansätzen wieder stärker in den Fokus der Verbraucher zu rücken. 

jul; Fotos: Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V., Darius Ramazan; Brotbörse.de

Interessierte Verbraucher finden auf der Internetseite Innungsbäcker weitere Geschichten über Brotsommeliers und ihre Projekte. Mit dem Bäckerfinder können sie Innungsbäcker in ihrer Nähe suchen, die Wert auf Brotqualität und Handwerkskunst legen.

Text: / handwerksblatt.de

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