Christiane Wolff und Jens Zabel möchten "Crafty" zu einer bekannten Handwerker-Marke entwickeln. (Foto: © Mica Wintermayr Photography)

Mit Crafty Handwerk aus einer Hand

Das Start-up-Unternehmen "Crafty" möchte Handwerk aus einer Hand anbieten und dabei tausende Arbeitsplätze schaffen.

Christiane Wolff und Jens Zabel möchten mit schneller Verfügbarkeit von Handwerksleistungen "Crafty" innerhalb kürzester Zeit zu einer bekannten Handwerker-Marke in Deutschland entwickeln. Wie sie dieses ehrgeizige Projekt umsetzen wollen, verraten sie in einem Interview mit handwerksblatt.de.

handwerksblatt.de: Was ist Crafty und welches Ziel verfolgen Sie damit?
Crafty: Crafty ist ein Rundumhandwerker-Service, der deutschlandweit alle Gewerke, unter einer Marke und unter einem Dach, mit eigenen Mitarbeitern anbietet. Rundum bedeutet das, dass Crafty jeden Schritt eines Auftrags, von der Planung bis hin zur tatsächlich handwerklichen Ausführung, persönlich ausführt. So werden dem Kunden eine Menge Zeit und Mühe erspart und eine konstante Qualität gesichert. Und genau das ist auch das Ziel von Crafty: den Kunden, die sowohl privat als auch gewerblich sein können - und natürlich auch den eigenen Mitarbeitern – ein positives Handwerkserlebnis zu bieten.

Durchführung von Handwerkarbeiten mit eigenem Mitarbeitern

handwerksblatt.de: Ist Crafty sozusagen ein zweites "My Hammer"?
Crafty: Ganz klar: Nein! Denn Crafty übernimmt mit überwiegend eigenen Mitarbeitern selbst die Durchführung von Handwerksleistungen, während "My Hammer" Handwerksleistungen vermittelt.

handwerksblatt.de: Sind Sie ein typisches Start-up-Unternehmen?
Crafty: Wir würden uns nicht als ein "typisches" Startup bezeichnen, denn Jens und ich haben beide langjährige Berufserfahrung auf unseren Gebieten. Jens hat mit der Zabel Group außerdem ein großes und über drei Jahrzehnte agierendes Facility Management-Unternehmen, auf dessen Infrastrukturen wir zurückgreifen können. Wir fühlen uns aber trotzdem wie ein Start-Up, sind voller Energie und Vorfreude darauf, was wir mit unserer innovativen Idee in diesem jungen Unternehmen in der Handwerksbranche alles erreichen können.

handwerksblatt.de: Wo überall ist Crafty zu finden?
Crafty: Aktuell bieten wir an drei Standorten Handwerksleistungen an, in München, Frankfurt und Berlin. Nach und planen wir weitere Standorte zu eröffnen und möchten später deutschlandweit mit Crafty an den relevanten Standorten in Deutschland wie Hamburg, Köln, Stuttgart etc. vertreten sein.

handwerksblatt.de: Wie viele Mitarbeiter haben Sie? Und wie viele sollen es einmal werden?
Crafty: Aktuell zählen wir knapp zehn Mitarbeiter. Ziel ist es, in den nächsten fünf Jahren auf bis zu 5.000 Mitarbeiter heranzuwachsen – mit Zukäufen und Beteiligungen.

Meister als Qualitätsmanager

handwerksblatt.de: Welche Serviceleistung erhalten Kunden?
Crafty: Der Rundum-Service von Crafty fängt bei der Beratung durch den Technischen Koordinator (das ist bei Crafty immer ein Meister) an. Er agiert als Qualitätsmanager an der Schnittstelle zwischen Kunde und Handwerker. Er analysiert vor Ort, was gemacht werden muss und erstellt einen sogenannten Erhaltungsplan, in dem alle anfallenden Kosten angeführt sind, der aber vor allem auch Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Nach der Beauftragung werden die Handwerksleistungen erbracht, die ebenfalls durch den Technischen Koordinator koordiniert und überwacht werden. Zuletzt nimmt der Technische Koordinator gemeinsam mit dem Kunden den Auftrag ab und bleibt auch im Anschluss Ansprechpartner für den Kunden. So sichert der Technische Koordinator von Anfang bis Abschluss des Auftrages (und darüber hinaus) die Qualität. Außerdem bieten wir mit unserem Blog Tipps und Tricks rund um die Themen Haushalt, DIY und Handwerk.

handwerksblatt.de: Zurzeit sind Handwerker schwer zu bekommen. Wie lange müssen Ihre Kunden im Durchschnitt warten?
Crafty: Wir sind schnell wie der Blitz. Normalerweise dauert es nicht länger als einen Tag, bis wir einen Auftrag angenommen haben und zwei bis fünf Tage, je nach Aufwand der Arbeiten, bis die Arbeiten beginnen.

handwerksblatt.de: Wie wollen Sie an die Fachkräfte kommen?
Crafty: In erster Linie schalten wir Stellenanzeigen auf Online-Jobportalen wie StepStone und arbeiten auch mit spezialisierten Personalvermittlungen. Zusätzlich betreiben wir eine Recruiting-Kampagne über die Sozialen Medien. Und natürlich suchen wir auch über unsere persönlichen Netzwerke.

Geregelte Nachfolge für Betriebe

handwerksblatt.de: Welchen Vorteil haben Handwerker bzw. Handwerksbetriebe?
Crafty: Da wäre zum einen die Bezahlung: Wir bezahlen unsere Handwerker zehn Prozent über Tarif, plus einer Zulage für Qualität. Zum anderen gibt es bei uns aufgrund der überregionalen Ausbreitung und der angestrebten Größe der Firma breitere Aufstiegsmöglichkeiten als in kleinen Betrieben. Außerdem können unsere Mitarbeiter an regelmäßigen Fortbildungen teilnehmen. Für Betriebe bieten wir eine geregelte Nachfolge und so eine sichere Zukunft – für die Geschäftsführung, Mitarbeiter und bestehende Kunden.

handwerksblatt.de: Welche Rolle übernehmen Sie dabei?
Christiane Wolff: Meine langjährige Erfahrung in der Kommunikationsbranche möchte ich auf das Handwerk übertragen und die Handwerksbranche so in die Zukunft führen. Eine enge Vernetzung von Handwerk mit Kommunikation – das hat es so bisher noch nicht gegeben. Das möchte ich ändern.

Jens Zabel: Mit meiner 30-jährigen Expertise im Dienstleistungsbereich möchte ich eine neue Struktur im Handwerk schaffen, bei der Qualität, Zuverlässigkeit, Nachhaltigkeit und Personalverantwortung im Mittelpunkt stehen.

Handwerk kauft Handwerk

handwerksblatt.de: Wie wollen Sie mit Crafty das Nachfolgeproblem bewältigen?
Crafty: Handwerksbetrieben, die mangels interner Nachfolge vor einer ungewissen Zukunft stehen, möchten wir helfen, indem wir sie inklusive Personal übernehmen, ganz nach dem Motto "Handwerk kauft Handwerk".

handwerksblatt.de: Crafty ist eine GmbH. Warum haben Sie sich für diese Form entschieden?
Crafty: Die GmbH ist eine flexible Gesellschaftsform, die es uns erlaubt, uns in alle Richtungen zu entwickeln. Dies ist für uns sehr wichtig bei der Integration von zu übernehmenden Handwerksfirmen, die altershalber ihr Geschäft an uns veräußern.

handwerksblatt.de: Können Sie unseren Lesern noch Tipps geben, worauf Sie bei einer Geschäftsgründung achten sollten?
Crafty: Das ist bei jedem Geschäftsmodell und jeder Idee individuell zu betrachten. Drei Dinge sind aber elementar bei jeder Gründung:
1. Jedes Geschäftsmodell braucht ein überzeugendes Produkt oder eine Dienstleistung, die auch von externen Fachleuten begutachtet werden muss.
2. Zur Gründung sollte unbedingt Unterstützung und Zusammenarbeit von und mit Experten aus dem Steuer- und Finanzecht zu Rate gezogen werden.
3. Und nicht zu vergessen: eine große Portion Mut und Durchhaltevermögen!

handwerksblatt.de: Was hat sich seit der Firmengründung verändert und was ist ihr Ziel für 2019?
Crafty: Wir haben uns fünf große Ziele gesteckt und seit Gründung bereits erreicht:
1. Crafty hat erfolgreich die ersten Schritte am Markt hinter sich – und damit glückliche Kunden und zufriedene Mitarbeiter.
2. Darin sehen wir auch eine Bestätigung unseres Geschäftsmodels.
3. Crafty ist in der Öffentlichkeit eine Marke geworden und steht dort für Qualität, Service, Nachhaltigkeit und Innovation.
4. Der Start von Crafty in München, Frankfurt und Berlin ist erfolgreich, die Städte werden ausgebaut und wir gewinnen weiter hinzu.
5. Die erfolgreiche Übernahme der ersten Unternehmen, deren Inhaber aus Altersgründen verkaufen wollten.

 

Angaben zur eigenen Person mit Vita!
Christiane Wolff
war nach ihrem Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften und einem erfolgreich abgeschlossenen Medien MBA an der Steinbeis Hochschule in Berlin viele Jahre in leitenden Positionen in Agenturen tätig und verantwortete zuletzt in der Funktion des CCCO (Chief Corporate Communications Officer) den Bereich Unternehmenskommunikation der Serviceplan Gruppe, der größten inhabergeführten Agenturgruppe in Europa mit über 4.500 Mitarbeitern.Crafty verbindet für sie alle Werte und eine Haltung, die ihr wichtig sind: Netzwerken, Nachhaltigkeit und Qualität. Mit dem Nettwerk rief sie 2001 ein Netzwerk für Frauen in der Medien- und Kommunikationsbranche ins Leben, das heute in Berlin, Frankfurt und München mehr als 1.200 Mitglieder hat. 2010 gründete sie gemeinsam mit Regina Mehler die erste Speakeragentur für Frauen, die Women Speaker Foundation.Ihr Ziel: Crafty zu einem Netzwerk zu den Themen Handwerk, Nachhaltigkeit und Do-it-yourself auszubauen.

Jens Zabel kann bereits auf eine beeindruckende Karriere als Unternehmer zurückblicken. Nachdem der geborene Magdeburger seinen Traum, Zehnkampf- Weltmeister zu werden, aus Gesundheitsgründen aufgegeben hatte, absolvierte er eine Handwerksausbildung, die er mit dem Meistertitel abschloss. Insgesamt ist er dreifacher Handwerksmeister: für Gebäudereinigung, Elektro und SHK. In dieser Zeit gründete er sein erstes Unternehmen für Facility Management, die Zabel Group. Seine Ausbildung komplettierte er mit einem erfolgreich abgeschlossenen BWL- Studium. Sportlicher Ehrgeiz hat ihn während seiner beruflichen Laufbahn zu immer neuen Erfolgen getragen.Im Jahr 2018 feierte die international agierende Zabel Group 30-jähriges Firmenjubiläum. Seine Begeisterung für das Handwerk und seine Vielseitigkeit haben Jens Zabel zu der Idee von Crafty geführt, die er mit Enthusiasmus verfolgt und forciert. Seine Überzeugung: Crafty ist das Geschäftsmodell der Zukunft, um zeitgemäß Handwerksleistungen anzubieten und zu beziehen.

Text: / handwerksblatt.de

Kommentar schreiben

Das könnte Sie auch interessieren: