(Foto: © BRAUN media Team)

Roboter trampte um die Welt

hitchBOT trampte als erster Roboter um die Welt. Sein neues Zuhause allerdings ist jetzt das Heinz Nixdorf MuseumsForum. Hier lädt der knuffige Typ Besucher zum Selfie ein.

hitchBOT wirkt auf den ersten Blick sympathisch, freundlich, knuffig und mit Gummistiefeln an den Füßen auch als unternehmungslustiger Roboter. Kein Wunder, dass dutzende Menschen den kleinen Kerl gerne ins eigene Auto packen möchten. Denn hitchBOT ist der erste und einzige trampende Roboter der Welt. In den Jahren 2014/15 erkundete er Kanada, die USA, Deutschland und die Niederlande. Sein neues Zuhause ist jetzt das Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum, wo er ab sofort zu sehen ist.

Die Welt der Medien verstehen

Foto: © BRAUN media TeamWährend seiner Reise informierte hitchBOT über die sozialen Medien. Auf diese Weise wurde er ein herausragendes Beispiel für die Relevanz der digitalen Kanäle. Kein Wunder also, dass sein neues Zuhause direkt neben der Darstellung der Mediengeschichte im weltgrößten Computermuseum ist. Die Präsentation wurde komplett neu gestaltet und modernisiert. Im Mittelpunkt steht ein Kiosk, ausgestattet mit Original-Zeitungen und Zeitschriften der vergangenen 70 Jahre, darunter heute fast vergessene Illustrierte wie Constanze, Twen und Tempo.

"Wir sind sehr stolz, dass wir mit hitchBOT ein herausragendes Objekt der Robotergeschichte in Paderborn zeigen können," freute sich HNF-Geschäftsführer Dr. Jochen Viehoff bei der Präsentation der neuen Attraktion. "hitchBOT ist ein sehr guter Botschafter für unseren neu gestalteten Bereich zur Künstlichen Intelligenz und Robotik, den wir am 26. Oktober eröffnen werden."

Mitfahrgelegenheit nach einer Minute

Die Geschichte von hitchBOT begann am 27. Juli 2014. Nur eine Minute stand er am Highway nahe Halifax/Kanada, bis er erstmals mitgenommen wurde. Seine Tour führte ihn in drei Wochen mit 18 Autostopps über 6.000 Kilometer an die kanadische Pazifikküste mit einem kleinen Abstecher nach Seattle in den USA. Anschließend fand er seine neue Heimat im Technikmuseum von Ottawa.

Ein Zwilling, ebenfalls hitchBOT genannt, zog am 13. Februar 2015 in die Welt hinaus. Sein Startpunkt war München. Nach einem Besuch im Hofbräuhaus ging es über Neuschwanstein, Frankfurt und Bottrop nach Köln. Hier besuchte hitchBOT den Rosenmontagszug und war bei Stefan Raab zu Gast. Weiter ging es begleitet von großem Medienrummel durch die Republik, bis er am 22. Februar wieder in München eintraf.

Körper aus Schwimmnudeln und Eimer

Foto: © BRAUN media TeamSein Äußeres war bewusst einfach und dennoch ansprechend gestaltet. Ein Eimer als Körper, Schwimmnudeln als Extremitäten, bunte Gummistiefel und gelbe Handschuhe, von denen einer den Tramperdaumen zeigte, machten ihn auf den ersten Blick sympathisch. Ausgestattet mit einer künstlichen Stimme und einer Chatbot-Software konnte er sich mit seinen Begleitern unterhalten. Alle 20 Minuten schoss er Fotos, die meist online gingen.

Ein Tablet-Computer und ein Arduino waren die einfache technische Ausstattung. Strom kam über Solarzellen, Akkus und einen Anschluss für den Zigarettenanzünder. Im HNF fehlt ihm die "Intelligenz" in Form eines Computers, sodass er nicht mehr sprechen kann, aber auf dem Heck eines Oldtimers sitzend zu Selfies einlädt und damit wieder seiner Rolle als soziales und mediales Experiment nachkommt.

Frauke Zeller und David Harris Smith konstruierten 2013 ihren ersten gemeinsamen Roboter. Bei hitchBOT ging es den beiden Kommunikationswissenschaftlern darum, einen sozialen, interaktiven Roboter zu erschaffen, der als soziales Experiment angelegt war. Die Frage lautete: "Können Roboter dem Menschen vertrauen?" Bereits vor dem Aufbruch zu seiner ersten Reise war der Medienrummel groß. hitchBOT selbst berichtete über seine Stationen auf einer Homepage, bei Twitter, Facebook und Instagram.
Die neuen Ausstellungsbereiche sind zu den üblichen Öffnungszeiten des HNF zu sehen: dienstags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, am Wochenende und an den Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Weiter Infos im HNF-Blog.

Text: / handwerksblatt.de