Interessante Ein- und Durchblicke in die Welt der Windenergie bietet der Global Wind Summit mit Messe und Kongress in Hamburg.

Interessante Ein- und Durchblicke in die Welt der Windenergie bietet der Global Wind Summit mit Messe und Kongress in Hamburg. (Foto: © Hamburg Messe und Congress / Nicolas Maack/123RF.com)

Smart Energy im Zentrum

Der Global Wind Summit in Hamburg zeigt mit Messe und Konferenz die Zukunft der Produktion, Integration und Speicherung von Windstrom.

Die Notwendigkeit, die Lebens­zykluskosten von Windturbinen zu senken und zugleich Windenergie mit anderen intelligenten Energielösungen zu kombinieren, ist zu einem wichtigen gesellschaftlichen Thema geworden. Der Global Wind Summit zeigt vom 25. bis 28. September die Zukunft der Produktion, Integration und Speicherung von Windstrom sowie Projekte zur Sektorenkopplung.

Dies ist eine enorme Herausforderung, die der Windindustrie großen Einsatz bei Forschung und Entwicklung abverlangt, von neuen Konzeptstudien bis hin zu intelligenten Turbinen, Rotorblättern und Steuerungssystemen. Zu "Smart Energy" gehört auch die Digitalisierung sämtlicher Prozesse der Wertschöpfungskette und der Anlagenwartung mithilfe von Big Data.

Wichtigstes Thema: Smart Energy

Systemaktualisierungen in der Mitte des Lebenszyklus und Maßnahmen zur Verlängerung der Lebenszeit rücken gleichfalls immer mehr in den Vordergrund. In der Praxis beinhaltet Digitalisierung etwa die kontinuierliche Überwachung der tatsäch­lichen Lasten, die auf wichtige Komponenten einwirken. Anhand solcher Daten kann deren restliche Lebensdauer ermittelt werden.

Smart Energy ist eines der zentralen Themen der Weltleitmesse WindEnergy Hamburg, die zusammen mit der globalen Konferenz von WindEurope den Global Wind Summit bildet. 1.400 Aussteller aus 40 Ländern stellen in neun Hallen der Hamburg Messe ihre Innovationen vor.

Intelligenz durch Sensorik

Sensoren bei modernen Windturbinen erfassen Schwingungen, Temperaturschwankungen, Generator-Luftspaltwerte (die Aufschluss über die Rundheit des Rotors geben), die Verdrängung von Komponenten unter Last und vieles mehr. In die Hauptbestandteile von Windturbinen – Türme, Getriebe, Generatoren und Rotorblätter – integrierte Sensoren überwachen den Anlagenzustand und liefern wichtige Betriebswerte, mit deren Hilfe die Betreiber die Energieproduktion intelligent steuern können. Zahlreiche Aussteller der WindEnergy Hamburg werden über die intelligente Nutzung von Sensordaten zur Steigerung der Anlagenleistung und -zuverlässigkeit und damit zur Senkung der Stromgestehungskosten informieren.

Big Data für die Anlagenoptimierung

Führende europäische Getriebehersteller präsentieren auf der Weltleitmesse ihre Innovationen im Bereich der intelligenten Getriebetechnik. Know-how aus Maschinenbau und Leistungselektronik wird dabei mit digitalen Technologien, Hochleistungscomputern und internetgestützten Kommunikationsportalen kombiniert. Anhand zusätzlicher Big Data von Wetterstationen oder den Elektrizitätsmärkten lassen sich die besten Zeiten für Wartungs- und Reparaturarbeiten oder den Austausch von Komponenten ermitteln. Big Data aus den eigenen Turbineninstallationen können auch für eine markenübergreifende Anlagenwartung zur Verfügung gestellt werden.

Ausstellerangebote zu EE-Speicherlösungen

Der Speichertechnik kommt bei der Energiewende eine besondere Rolle zu. Die "Storage Tour" bündelt auf der Weltleitmesse Ausstellerangebote zu EE-Speicherlösungen über alle Hallen hinweg. Besucher finden sie leicht im Visitor Guide, in der App und online im Ausstellerverzeichnis. Die Konzepte unterschiedlicher Marktreife reichen von Lithiumionen-Akkumulatoren über HydraRedox-Flüssigkeitsbatterien bis hin zu Druckluft- sowie Power-to-Gas- und Power-to-Liquid-Lösungen, die den erzeugten Strom zur Gewinnung eines synthetischen Kraftstoffs nutzen. Ein Smart-Energy-Hybridsystem kombiniert beispielsweise Wind- und Solarstrom und koppelt dies mit Energiespeichersystemen. Eine andere Option ist, dies auf Ladevorrichtungen für Elektrofahrzeuge zu erweitern.


Eine alternative Lösung verwandelt den elektrischen Strom in Hitze, die in einem mit Steinen gefüllten isolierten Behälter gespeichert wird. Wenn der Strombedarf steigt, wird diese Hitze durch eine Dampfturbine wieder in Strom umgewandelt.

Beiträge der WindEurope-Konferenz

Die Themen Smart Energy und Digitalisierung nehmen auch auf der WindEurope-Konferenz breiten Raum ein. Dort gibt es an den ersten beiden Tagen Expertenbeiträge zum Beispiel über "Strom zum Heizen und zur Klimatisierung in Gebäuden", "Der Einsatz digitaler Technologien zur Turbinenüberwachung" oder "Der Einfluss von Digitalisierung auf Kostenreduzierung und Businessmodelle".

Quelle: WindEnergy Hamburg

 

Text: / handwerksblatt.de

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