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Meisterfeier 2017 Düsseldorf

Panorama

Junge Meister: "Die Welt beneidet uns um euch." 942 Jungmeister nahmen in Düsseldorf ihren Meisterbrief entgegen. Zur Fotogalerie!

Im Bezirk der Handwerkskammer (HWK) Düsseldorf haben im vergangenen Jahr 942 Handwerkerinnen und Handwerker die Weiterbildung zum Meister erfolgreich absolviert. Es ist der kleinste Meisterjahrgang seit mehr als 50 Jahren. Zuvor zählte die Akademie 1.028 (2015) bzw. 950 (2014) Absolventen. "Die überjährigen Schwankungen hängen nicht zuletzt mit der konkreten Terminierung der Kurse zusammen - also davon ab, ob drei, vier große Meisterklassen zum Beispiel im Elektro- oder Kfz-Handwerk erst im Januar/Februar statt schon im Dezember enden", relativierte der Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf Andreas Ehlert in einer Pressekonferenz vor Journalisten die Aussagekraft der Absolventenzahlen. "Langfristig ist die Nachfrage nach Meisterfortbildung stabil und bewegen sich die Prüfungszahlen seit zwei Jahrzehnten um die tausend."

Festrede von Bundesbildungsministerin Prof. Johanna Wanka

HandwerkAm Sonntag, den 9. April, erhielten die erfolgreichen Prüflinge in der Düsseldorfer Stadthalle ihre begehrten Meisterurkunden. Sechzehn Jungmeister/-innen wurden die Meisterbriefe als jahresbeste Absolventen auf offener Bühne überreicht. Zur 68. Auflage der Meisterfeier erwartete die Kammer 2.500 Teilnehmer - und Bundesbildungsministerin Prof. Johanna Wanka als Festrednerin.

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Anreize für junge Frauen schaffen

Das Durchschnittsalter der Meisterabsolventen beträgt 29 Jahre. In 32 Berufen vom Augenoptiker über den Galvaniseur und Glasbläser bis zum Zahntechniker haben Handwerkerinnen und Handwerker Meisterschulen besucht. Darüber hinaus hat die Akademie der Handwerkskammer eine Pro-Meisterinnen-Kampagne gestartet. Damit sollen gezielt "Anreize für die wachsende Zahl an jungen Frauen, die keine Scheu mehr haben, sich in einem technikdominierten Umfeld zu bewähren", beleuchtete Ehlert den geschlechtsspezifischen Aspekt näher. Der Meistertitel bleibt international begehrt. 71 neue Meister/-innen sind ausländischer Herkunft (Quote 7,5 %, Vorjahre 7,8 % und 7,0 %). Sie kommen aus der Türkei (25) und weiteren 19 Staaten - unter anderem aus Russland, Kasachstan und Kirgisistan. Aus den Krisengebieten des Nahen Ostens: aus Syrien, dem Iran und dem Libanon fand auch eine Anzahl Flüchtlinge in die Aufstiegsfortbildung im Handwerk.

Nachhaltiges Wertpapier

Handwerk"Die Meisterurkunde ist das nachhaltigste Wertpapier der deutschen Volkswirtschaft. Das Bewusstsein um die herausragende Stellung und das immense Karrierepotenzial der dualen Berufs- und Meisterausbildung ist bei allen demokratischen Parteien spürbar gewachsen. Die neue Wertschätzung strahlt ab: In den letzten Monaten sind die Anmeldezahlen an den Meisterschulen wieder angestiegen. Das Qualifizierungsmodell Meister lebt", zog Handwerkspräsident Ehlert ein optimistisches Fazit.

Fotos: Ingo Lammert

Text: / handwerksblatt.de