Das Handwerk hofft auf eine zügige Umsetzung einer Exit-Strategie – unter Einhaltung eines größtmöglichen Gesundheitsschutzes.

Das Handwerk hofft auf eine zügige Umsetzung einer Exit-Strategie – unter Einhaltung eines größtmöglichen Gesundheitsschutzes. (Foto: © Thomas Pajot/123RF.com)

Corona: Handwerk will die Exit-Strategie mitgestalten

Politik

In Deutschland läuft die Debatte über eine Exit-Strategie aus den Beschränkungen für Wirtschaft und Bürger. Das Handwerk will mithelfen und mitgestalten.

Deutschland diskutiert über eine mögliche Exit-Strategie aus den Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. Die Politik stehe vor einer schwierigen Aufgabe zu entscheiden, wann und mit welchen Schritten sie die Beschränkungen lockern kann. "Es gilt verantwortungsvoll zwischen gesundheitlichen Notwendigkeiten und wirtschaftlichen Erfordernissen abzuwägen und zu entscheiden, welche ersten Schritte zur Reaktivierung sozialer und ökonomischer Aktivitäten gegangen werden können", sagt Hans Peter Wollseifer

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) sichert der Politik die "volle Unterstützung" des Wirtschaftszweigs zu und bekundet Interesse, die Gestaltung der wirtschaftlichen Normalisierung aktiv zu begleiten. "Es braucht politische Weichenstellungen, die es dem Handwerk als Stabilitätsanker der Gesamtwirtschaft ermöglichen, von Anfang an seine tragende Rolle bei diesem Neustart auch erfüllen zu können", fordert er.

Schutzvorkehrungen für Beschäftigte und Kunden

Hans Peter Wollseifer Foto: © ZDH/SchueringHans Peter Wollseifer Foto: © ZDH/Schuering

Die schrittweise Normalisierung könne nur unter Einhaltung eines größtmöglichen Gesundheitsschutzes erfolgen. "Wichtig wird es sein, die nötigen Schutzvorkehrungen für Beschäftigte und Kunden zu identifizieren und zu entwickeln, um die Infektionsgefahr weitestmöglich zu minimieren und zugleich die Geschäftstätigkeit zu ermöglichen. Hier stehen wir zusammen mit den Berufsgenossenschaften als Partner bereit, gewerkespezifische Schutzkonzepte zu erstellen."

Bei einem Neustart werde es darum gehen, dass alle handwerklichen Tätigkeiten und Dienstleistungen, die derzeit aufgrund behördlicher Vorgaben untersagt sind, schnellstmöglich wieder aufgenommen werden können. Dazu gehören die Verkaufs- und Handelsaktivitäten in den Bereichen Kfz, Karosseriebau und Landbautechnik, persönliche Dienstleistungen und auch Bewirtungsangebote in den Lebensmittelhandwerken.

Nachfrage ankurbeln

Notwendig sei gleichzeitig ein zügiger Neustart in den einschlägigen Verwaltungen wie den Kfz-Zulassungsstellen, den Straßenverkehrsbehörden und sonstigen Ämtern, auf die Handwerksunternehmen angewiesen seien, um ihre Aufgaben zu erfüllen. "Ebenso wichtig ist auch, dass wieder für alle im Handwerk Beschäftigten – über die systemrelevanten Bereiche hinausgehend – zu einer umfassenden Kinderbetreuung zurückgekehrt wird", so Wollseifer.

Aktuelle InformationenIn unserem Themen-Special zur Corona-Krise finden Sie laufend aktualisierte Informationen für Ihren Betrieb.Wichtiger Punkt einer Exit-Strategie müssten wirksame Impulse zur Wiederbelebung der Nachfrage sein. Wollseifer: "Es sollten verstärkt und beschleunigt öffentliche Aufträge vergeben und Vergabeverfahren möglichst schlank gestaltet werden. Nachfrageimpulse könnten zudem über Investitionsanreize sowie steuerliche Entlastungen von Unternehmen und Handwerkskunden gegeben werden. Außerdem setzen wir uns für ein umfassendes Belastungsmoratorium sowohl im Bereich der Regulierung als auch zum Beispiel bei Sozialbeiträgen ein."

Bund und Länder sollen gemeinsam handeln

Beim Neustart gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Aktivitäten müsse unbedingt vermieden werden, dass ein föderaler Flickenteppich entsteht. Bund und Länder müssten gemeinsam für einheitliche und klare Regeln sorgen, welche Betriebe unter welchen Bedingungen wieder arbeiten und öffnen können. "Klare Perspektiven sind für die Planungen unserer Betriebe wichtig, damit sie sich auf das Wiederhochfahren ihrer Tätigkeit vorbereiten können und so ein rascher Neustart auch gelingen kann."

Text: / handwerksblatt.de