Die Umsatzerwartungen für 2022 haben sich im Gebäudereinigerhandwerk im Vergleich zur Frühjahrsumfrage deutlich eingetrübt.

Die Umsatzerwartungen für 2022 haben sich im Gebäudereinigerhandwerk im Vergleich zur Frühjahrsumfrage deutlich eingetrübt. (Foto: © prudencio alvarez/123RF.com)

Vorlesen:

Gedrückte Stimmung im Gebäudereinigerhandwerk

Handwerkspolitik

Die Stimmung bei den Gebäudereinigern hat sich deutlich verschlechtert. Die Betriebe leiden unter den Kostensteigerungen in vielen Bereichen.

Die Folgen des Kriegs in der Ukraine, die pandemiebedingten Material- und Lieferengpässe und die Inflation machen den Betrieben des Gebäudereinigerhandwerks zu schaffen. Laut der Herbst-Konjunkturumfrage des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) drückt das die Stimmung bei den Unternehmen erheblich.

Die Umsatzerwartungen für 2022 haben sich im Vergleich zur Frühjahrsumfrage deutlich eingetrübt: 38,5 Prozent der Betriebe (Frühjahr: 21,3 Prozent) erwarten sinkende Umsätze, 30,2 Prozent (Frühjahr: 32,6 Prozent) gleichbleibende Umsätze. Nur 31,3 Prozent (Frühjahr: 46 Prozent) gehen von steigenden Umsätzen aus. Noch vorsichtiger gestaltet sich die Prognose für 2023: 38,8 Prozent der Betriebe erwarten einen Umsatzrückgang, 33,0 Prozent eine Umsatzstagnation. Lediglich 28,2 Prozent erwarten eine positive Umsatzentwicklung im kommenden Jahr.

Preissteigerungen belasten die Betriebe

Größter Belastungsfaktor seien die steigenden Preise. Ob Berufskleidung, Reinigungsmaschinen, chemische Produkte, Abfallsäcke oder Hygieneartikel – Kostensteigerungen von im Schnitt zehn bis 30 Prozent ziehen sich in den vergangenen Monaten durch diese Bereiche. Auf der "Belastungs-Skala" (1, wenig bis 10, hoch) bewerten die Unternehmen diese Kostensteigerungen mit einer deutlich negativen 7,6. Eine ähnlich hohe Belastungsind die steigenden Energiepreise (Belastungsquote 7,4).

Thomas dietrich Foto: © BIV des Gebäudereiniger-HandwerksThomas dietrich Foto: © BIV des Gebäudereiniger-Handwerks

"Besonders ärgerlich und unverständlich ist es, wenn inmitten dieser historischen Krisenzeiten die Bundespolitik selbst zusätzliche Kosten und Bürokratiebelastungen für die Unternehmen initiiert", erklärt Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich. Er kritisiert damit vor allem die geplante Erhöhung der Midijob-Grenze. Dieser Schritt treffe die Gebäudereinigung als Handwerk mit großer Teilzeitquote besonders hart. Während Beschäftigte zwischen 520 und 2.000 Euro künftig entlastet werde, lege die Bundesregierung die Kosten in Höhe von 1,3 Milliarden Euro in Form höherer Sozialversicherungsbeiträge auf die Unternehmen um.

Das könnte Sie auch interessieren:

Quelle: BIV

DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale DHB registrieren!

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: