Die Bundesregierung will über zehn Millionen Euro mehr in die überbtrieblichen Bildungsstätten investieren.

Die Bundesregierung will über zehn Millionen Euro mehr in die überbtrieblichen Bildungsstätten investieren. (Foto: © Cathy Yeulet/123RF.com)

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Mehr Geld für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung

Handwerkspolitik

Der vom Bundestag und Bundesrat verabschiedete Haushalt für das kommende Jahr hat ein Volumen von knapp 500 Milliarden Euro. Darin vorgesehen: Eine Zuschusserhöhung für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung.

Der Bund will im nächsten Jahr fast 500 Milliarden Euro ausgeben. Das sieht der jetzt vom Bundestag und Bundesrat verabschiedete Haushalt für 2021 vor. Das sind rund 85 Milliarden Euro mehr als noch im September veranschlagt. Eingeplant ist dabei eine Neuverschuldung von 179,8 Milliarden Euro. Begründet wird die Kreditaufnahme unter Missachtung der Schuldenregel mit den finanzpolitischen Notwendigkeiten, die sich aus der Corona-Krise ergeben.

Um gut durch die Krise zu kommen, müsse sich Deutschland im kommenden Jahr hoch verschulden, so die Bundesregierung. Die hohe Neuverschuldung sei notwendig und "dank der soliden Finanzpolitik der letzten Jahre auch zu stemmen", sagte Finanzminister Olaf Scholz (SPD). Jetzt sei es wichtig, in die Zukunftsfähigkeit des Landes zu investieren, damit die deutsche Wirtschaft schnell wieder an Schwung gewinnt.

Über 20 Milliarden Euro für Bildung

Mit den Investitionen will die Regierung ein "nachhaltiges und kräftiges Wirtschaftswachstum" anregen, um aus der Krise zu kommen. Ein Schwerpunkt soll die Stärkung der Bildung sein. Dafür vorgesehen sind 20,7 Milliarden Euro. Speziell für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) will der Bund mehr Geld ausgeben.

Die bisherige Fördersumme betrug knapp 50 Millionen Euro. Die Regierung will nun über zehn Millionen Euro mehr in die überbtrieblichen Bildungsstätten investieren. "Diese zusätzliche Entlastung der Ausbildungsbetriebe von den Kosten der ÜLU ist insbesondere in Zeiten der Krise ein wichtiges Signal zur Stärkung und zum Erhalt der Ausbildungsbereitschaft", heißt es im Wirtschaftsministerium.

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Längst überfälliger Schritt

Hans Peter Wollseifer Foto: © ZDH/SchueringHans Peter Wollseifer Foto: © ZDH/Schuering

Dies sei ein "längst überfälliger" Schritt, erklärt Hans Peter Wollseifer. "Damit erkennt die Bundesregierung die hohe Ausbildungsleistung der handwerklichen Betriebe und deren Beitrag zur Fachkräftesicherung und zum gesellschaftlichen Wohlstand an", so der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen bräuchten die Ausbildungsbetriebe finanzielle Entlastungen. Wollseifer: "In den vergangenen Jahren haben sie die Kosten für die ÜLU-Kurse in den Bildungszentren der Handwerksorganisationen zu 60 Prozent getragen, obwohl ursprünglich einmal vereinbart war, dass Bund, Länder und Betriebe jeweils ein Drittel zahlen."

Weitere Maßnahmen gefordert

Das Handwerk erwarte weitere Schritte in Richtung Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Nur so lasse sich verhindern, dass sich die Ausbildungsbetriebe wegen finanzieller Belastungen immer mehr aus der Ausbildung zurückziehen. "Die Wirtschaft ist nach der Corona-Pandemie und bei der Bewältigung der Zukunftsaufgaben dauerhaft auf mehr Auszubildende und Fachkräfte angewiesen."

Berthold Schröder Foto: © HWK Dortmund/BroxBerthold Schröder Foto: © HWK Dortmund/Brox

Auch der Präsident der Handwerkskammer Dortmund, Berthold Schröder, sieht in der Eröhung der Finanzmittel ein "wichtiges Signal der Wertschätzung für die berufliche Bildung". Das Handwerk habe sich schon lange dafür eingesetzt, dass man bei den Kosten für die ÜLU-Kurse wieder zur ursprünglich vereinbarten Drittel-Parität zwischen Bund, Ländern und Betrieben zurückkehrt.

Auch NRW soll mehr Geld investieren

"Denn die Ausbildung eines jungen Menschen stellt für unsere Betriebe eine erhebliche Investition dar. Im Schnitt laufen dabei jährliche Kosten von rund 6.500 Euro pro Auszubildenden auf. In den vergangenen Jahren haben unsere Ausbildungsbetriebe die Kosten für die ÜLU fast zu 60 Prozent selbst getragen", betont auch Schröder. Er fordert auch vom Land NRW eine Erhöhung der ÜLU-Förderung.

Text: / handwerksblatt.de

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