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Flüchtlinge: Handwerk engagiert sich als Ausbilder

Die Integration von Geflüchteten in den Ausbildungsmarkt schreitet weiter voran. Die Handwerkskammer Düsseldorf mahnt, "keinen Lehrling aus einer laufenden Ausbildung abzuschieben".

Die "Willkommenslotsen" beraten Unternehmen, egal ob klein oder groß, bei der Integration von Geflüchteten. Foto: © adam121/123RF.com
Die "Willkommenslotsen" beraten Unternehmen, egal ob klein oder groß, bei der Integration von Geflüchteten.

Immer mehr Geflüchtete beginnen eine Ausbildung im Handwerk. So sieht es auch im Bereich der Handwerkskammer Düsseldorf aus, wo zum Stichtag 31. Oktober 2018 insgesamt 617 Lehrlinge aus Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien eine Lehre aufgenommen haben.

Bundesweit findet man die Willkommenslotsen hier (Liste wird permanent erweitert)

Damit entstammt jeder zehnte neue Lehrling an Rhein und Ruhr einem der acht Haupt-Asylherkunftsländer. Das sei ein Zuwachs um fast 50 Prozent binnen Jahresfrist (plus 199 Personen), meldet die Handwerkskammer.

"Das regionale Handwerk hat hier in den vergangenen drei Jahren einen kaum zu überschätzenden gesellschaftlichen Beitrag geleistet. Viele Betriebsinhaber setzen sich mit großem persönlichen Einsatz für die Ausbildung junger Menschen mit Fluchthintergrund ein", erklärte Kammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Axel Fuhrmann.

"Ein positiver Ausbildungsabschluss dürfte in vielen Fällen von einem engen Miteinander mit der Agentur für Arbeit, Integrationshelfern aus den karitativen Organisationen und der Kammer abhängen", betonte der Kammerchef. Mithilfe zusätzlichen Deutsch- und Nachhilfeunterrichts müsse es gelingen, die Auszubildenden in die Lage zu versetzen, die anstehenden Zwischen- und Abschlussprüfungen zu bestehen.

Fuhrmann verwies auf entsprechende Stützangebote der Agenturen für Arbeit und mahnte gleichzeitig bei den örtlichen Ausländerbehörden an, "keinen Lehrling aus einer laufenden Ausbildung abzuschieben."

Hintergrund: Willkommenslotsen – hohe Erfolgsquote im Handwerk

Das Programm der Willkommenslotsen läuft seit Frühjahr 2016 und wird genau wie das Programm "Passgenaue Besetzung" durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Inszwischen sind rund 170 Willkommenslotsen bei knapp 110 Kammern und anderen Organisationen der Wirtschaft angesiedelt. Sie unterstützen Unternehmen jeglicher Größenordnung bei der Fachkräftegewinnung durch Flüchtlinge.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: 2018 haben die Willkommenslotsen rund 9.650 Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge vermittelt, sei es in Hospitation, Praktika, Einstiegsqualifizierungen, Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnisse. Knapp 2.900 junge Geflüchtete wurden erfolgreich in eine Ausbildung vermittelt.

In den Handwerksorganisationen stehen den Unternehmen rund 70 Willkommenslotsen zur Seite. Ihr Erfolg ist überdurchschnittlich. Unter den zehn erfolgreichsten Maßnahmeträgern konnten sich sechs Organisationen aus dem Handwerk mit besonders hohen Vermittlungsergebnissen platzieren. Insgesamt wurden im Handwerk im ersten Halbjahr 2018 2.515 Vermittlungen in die Wege geleitet, das entspricht einem Anteil von 50 Prozent aller Vermittlungen.

 Quellen: HWK Düsseldorf, BMWi

Text: / handwerksblatt.de
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