Verhandlungsführer Uwe Nostitz, Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, kritisiert, dass der Knackpunkt der Verhandlungen – die zukünftige Mindestlohn-Struktur – nicht gelöst, sondern "nur verschoben" wurde.

Verhandlungsführer Uwe Nostitz, Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, kritisiert, dass der Knackpunkt der Verhandlungen – die zukünftige Mindestlohn-Struktur – nicht gelöst, sondern "nur verschoben" wurde. (Foto: © ZDB)

Höhere Mindestlöhne auf dem Bau

Die Mindestlöhne im Baugewerbe steigen ab April. Es bleibt bei zwei Branchen-Mindestlöhnen. Die Sozialpartner haben den Schiedsspruch abgesegnet.

Die Sozialpartner, die IG Bau und die Arbeitgeberverbände, haben den Schiedsspruch im Bau-Mindestlohnkonflikt abgesegnet.  

Der Tarifvertrag für die rund 850.000 Bau-Beschäftigten hat eine Laufzeit vom 1. Februar 2020 bis 31. Dezember 2020. 

Folgende Eckdaten wurden vereinbart:

  • Der Mindestlohn 1 (Hilfsarbeiten auf dem Bau; gilt bundesweit) steigt ab 1. April 2020 um 35 Cent auf 12,55 Euro (plus 2,9 Prozent),

  • der Mindestlohn 2 (für Facharbeiter; gibt es nur in den alten Bundesländern) steigt ab 1. April 2020 um 20 Cent auf 15,40 Euro (plus 1,3 Prozent)und

  • der Mindestlohn 2 Berlin wird ab 1. April 2020 um 20 Cent auf 15,25 Euro erhöht.


Laut Hauptverband der Deutschen Bauindustrie war die Lohngruppe 2  der große Streitpunkt zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft in den Mindestlohnverhandlungen. Diese Struktur werde mit dem Schiedsspruch daher nur bis zum 31. Dezember 2020 fortgeschrieben. Möglicherweise werde sich die Diskussion um die Bau-Mindestlohnstruktur bereits in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen, heißt es. 

Hier finden Sie einen Überblick über die (neuen) Branchen-Mindestlöhne im Handwerk

Problem nicht gelöst, nur verschoben

"Unser Ziel der Schaffung eines einheitlichen und leicht zu kontrollierenden Bau-Mindestlohns wurde nicht erreicht", erklärte Jutta Beeke, Verhandlungsführerin der Arbeitgeber nach dem Schiedsspruch Mitte Dezember. Die Vizepräsidentin des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie betonte aber, dass der Vorschlag eine längere Mindestlohn-Lücke vermeide.

Der alternierende Verhandlungsführer Uwe Nostitz, Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes kritisiert, dass der Knackpunkt der Verhandlungen – die zukünftige Mindestlohn-Struktur – nicht gelöst, sondern "nur verschoben" wurde.

Der Gewerkschaft IG Bau war es wichtig, dass es auf dem Bau auch weiterhin zwei Branchen-Mindestlöhne und damit Lohnhaltelinien nach unten – insbesondere für fachliche Arbeiten – gibt. Das wurde erreicht. "Das hatte für uns oberste Priorität. Und das haben wir geschafft. Dazu noch einen Anstieg beider Mindestlöhne", sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Robert Feiger. Die Arbeitgeber hätten einen einheitlichen "Mindestlohn light" auf niedrigem Niveau für den gesamten Bau in Deutschland erreichen wollen, so die Gewerkschaft.

Die Sozialpartner beantragen jetzt die Allgemeinverbindlichkeit. 

Text: / handwerksblatt.de

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