Anett Wahl (43)  hat alle Abl√§ufe in der B√§ckerei von der Pike auf gelernt und den Familienbetrieb 2017 √ľbernommen.

Anett Wahl (43) hat alle Abl√§ufe in der B√§ckerei von der Pike auf gelernt und den Familienbetrieb 2017 √ľbernommen. (Foto: ¬© HWK Cottbus)

Anett Wahl ist Unternehmerin des Landes Brandenburg 2022

Anett Wahl, Inhaberin der B√§ckerei Konditorei Wahl GmbH mit √ľber 40 Filialen, ist "Unternehmerin des Landes Brandenburg 2022". 2017 hat die 43-J√§hrige den Familienbetrieb √ľbernommen. Sie setzt auf Digitalisierung und Prozessoptimierung.

Anett Wahl aus Bestensee ist "Unternehmerin des Landes Brandenburg 2022". Die Inhaberin der Bäckerei Konditorei Wahl GmbH in Potsdam wurde von Wirtschaftsminister Jörg Steinbach und Sozialministerin Ursula Nonnemacher im Rahmen des 13. Unternehmerinnen- und Gründerinnentages des Landes Brandenburg (UGT) ausgezeichnet.

Anett Wahl (43) ist Inhaberin der Bäckerei Konditorei Wahl mit mehr als 40 Filialen und über 230 Mitarbeitern. Sie hat alle Abläufe in der Bäckerei von der Pike auf gelernt und den Familienbetrieb 2017 übernommen.

Digitalisierung und Prozessoptimierung von der Backstube bis zum Fuhrpark

"Damit führt sie das Lebenswerk ihrer Eltern mit großem Engagement weiter", berichtet die Handwerkskammer Cottbus. Alle Backwaren werden in den Filialen aus frischen Teiglingen gebacken (keine gefrorenen Vorprodukte), um so absolute Frische und beste Qualität zu gewährleisten. Anett Wahl sei es wichtig, neben ihren Produkten auch die Verarbeitungsprozesse kontinuierlich auf den Prüfstand zu stellen.

"Sie hat ein eigenes Team zur Entwicklung neuer und Optimierung bestehender Produkte etabliert. Und sie setzt auf Digitalisierung – beginnend bei der Personaleinsatzplanung über die Tourenpläne und die GPS-Steuerung des Fuhrparks bis hin zur komplett vernetzten Backstube. Beim internen Bestellwesen nutzt die Unternehmerin ein KI-System, das die Bestellungen kalkuliert und berechnet", so die Jury. 

Für den 1. Preis als Unternehmerin des Landes Brandenburg 2022 erhält Anett Wahl 3.000 Euro.

In Zukunft werden mehr mutige Gründerinnen wie Anett Wahl gebraucht

"Ich freue mich sehr, dass der Titel in diesem Jahr nach Südbrandenburg kommt. Anett Wahl geht in einer herausfordernden, sich schnell ändernden Branche konsequent ihren Weg", sagt die Präsidentin der Handwerkskammer Cottbus Corina Reifenstein. "Rund 22 Prozent unserer Handwerksbetriebe werden von Frauen geführt – Tendenz steigend. Das gibt uns Mut und bestärkt uns, auf unserem Weg weiterzumachen", so die Bauingenieurin.

"Wir brauchen in Zukunft noch viele mutige Gründerinnen wie Anett Wahl, die das Risiko nicht scheuen, ein Unternehmen zu gründen oder einen Betrieb zu übernehmen", so Reifenstein weiter. Für mehr als 2.000 Handwerksunternehmen steht in den kommenden fünf Jahren der Generationswechsel und damit eine erfolgreiche Betriebsübergabe an.

Ministerpräsident Dietmar Woidke, Schirmherr des Wettbewerbs, gratulierte den Preisträgerinnen und betonte in seiner Grußbotschaft, dass andere Frauen mit dem Preis ermutigt werden sollen, "Brandenburg mitzugestalten, Innovationen auf den Markt zu bringen und die Wirtschaftskraft in unserem Land zu stärken".

Insgesamt 79 Bewerbungen

Zweitplatzierte Unternehmerin 2022 wurde Joanna Hajnaj. Sie ist die Geschäftsführerin der Environmental Protection Technologies for Storage Tanks GmbH in Schwedt (Uckermark). Der dritte Platz ging an Vanessa Arend-Martin aus Teltow (Potsdam-Mittelmark). Sie ist die Geschäftsführerin des Buchkontors Teltow.

Der Preis "Existenzgründerin des Landes Brandenburg" ist mit 1.500 Euro dotiert und wurde nach 2018 zum vierten Mal vergeben. Für beide Preise wurden zusammen 79 Bewerbungen eingereicht. Der Wettbewerb und der UGT standen unter dem Motto "Starke Frauen. Starke Wirtschaft." 

Unternehmerinnen und Gründerinnen sichtbar machen

Arbeitsminister Jörg Steinbach würdigte die Preisträgerinnen als ideenreiche, mutige und engagierte Unternehmerinnen: "Rund ein Drittel der brandenburgischen Unternehmen werden von Frauen geführt. Jede einzelne Unternehmerin, die sich mit ihrem Betrieb am Markt behauptet, stärkt die Wirtschaftskraft unseres Landes. Egal, ob sie ein Unternehmen neu gegründet und einen Betrieb übernommen haben – sie alle haben viel Zeit, Kraft und Ausdauer investiert und verdienen damit Respekt und Anerkennung."

Anett Wahl (Mitte) mit Arbeitsminister Jörg Steinbach und Sozialministerin Ursula Nonnemacher. Foto: ¬© Agentur Medienlabor / Adam SevensAnett Wahl (Mitte) mit Arbeitsminister Jörg Steinbach und Sozialministerin Ursula Nonnemacher. Foto: ¬© Agentur Medienlabor / Adam Sevens

Der Wettbewerb trage dazu bei, das Wirtschaftspotenzial der märkischen Unternehmerinnen und Gründerinnen sichtbar zu machen sowie ihre Leistungsfähigkeit und Innovationsstärke zu dokumentieren. "Unser Ziel ist es, noch mehr Unternehmergeist zu wecken und Inspiration und Leidenschaft für ein Leben als Unternehmerin zu stiften." 

Auch Sozialministerin Ursula Nonnemacher betonte den Vorbildcharakter der Unternehmerinnen: "Brandenburg braucht mehr Gründerinnen und Unternehmerinnen, braucht mehr Frauen in Führungspositionen. Mit den Preisen möchten wir deshalb noch mehr Brandenburgerinnen ermutigen, ihre Ideen im Rahmen einer Existenzgründung zu verwirklichen. Die  Preisträgerinnen zeigen eindrucksvoll, wie erfolgreich Frauen bereits in den unterschiedlichsten Branchen sind."

Zum Wettbewerb Bewerben konnten sich Unternehmerinnen, die mindestens 25 Prozent der Geschäftsanteile halten und die Geschäftsführungsfunktion innehaben, Kleinstunternehmerinnen, Freiberuflerinnen und Solo-Unternehmerinnen sowie Existenzgründerinnen, die ihren Geschäftssitz im Land Brandenburg haben. Kriterien für die Jury-Bewertung waren u. a. Unternehmensdarstellung, Nachhaltigkeit und ehrenamtliches Engagement. Bedingung für die Bewerbung um den Preis "Existenzgründerin des Landes Brandenburg" war: Die Existenzgründung durfte nicht vor dem 1. Januar 2020 erfolgt sein. Der Unternehmerinnen- und Gründerinnentag wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg finanziert.  

Quellen: HWK Cottbus; UGT Brandenburg

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Text: / handwerksblatt.de