Für den ­Online-Verkauf sind ­Nischenprodukte mit hohen ­Margen, die nicht in direkter  Konkurrenz zu den ­großen  Internet-Händlern ­stehen, am besten geeignet.

Für den ­Online-Verkauf sind ­Nischenprodukte mit hohen ­Margen, die nicht in direkter Konkurrenz zu den ­großen Internet-Händlern ­stehen, am besten geeignet. (Foto: © Rawpixel/123RF.com)

Handwerk: Mehr Umsatz mit dem Online-Shop

82 Prozent aller Unternehmen verkauften 2016 ihre Produkte und ­Dienstleistungen über das Internet. Allerdings betreiben erst 32 Prozent der kleinen Betriebe einen eigenen Online-Shop.

­Online-Shopping ist heute keine Ausnahme mehr, sondern die Regel: Fast 50 Prozent aller Internetnutzer shoppen laut einer aktuellen BITKOM-Studie mehrmals pro Monat online, 14 Prozent sogar mindestens einmal in der Woche. Diese Absatzmärkte können sich auch Handwerksbetriebe ganz einfach erschließen: mit einem eigenen Online-Shop. Die größten Vorteile: Der Kundenkreis erweitert sich innerhalb weniger Minuten über die eigene Region hinaus – bei versandfähigen Waren sogar weltweit. Dies kann sich besonders für Handwerksbetriebe in ländlichen Gegenden lohnen, die sonst nur begrenzte Absatzmöglichkeiten haben.

vh-buchshop.de - DER Buchshop für das Handwerk! Foto: © VHvh-buchshop.de - DER Buchshop für das Handwerk! Foto: © VHAm besten geeignet für den Online-Verkauf sind Nischenprodukte mit hohen Margen, die nicht in direkter Konkurrenz zu den großen Internet-Händlern stehen. Mittlerweile gibt es zum Beispiel viele Schreinereien oder Goldschmiede, die mit eigenen Online-Shops ihre Umsätze spürbar erhöhen. Aber auch viele Bäcker und Metzgereien verkaufen ihre Waren heute erfolgreich über das Internet.

Schnell und kostengünstig: Online-Marktplätze

Foto: © Thomas BuschFoto: © Thomas Busch

Für einen schnellen und kostengünstigen Einstieg in den neuen Vertriebsweg benötigen Handwerker noch nicht einmal Programmierkenntnisse: Auf Online-Marktplätzen wie Etsy, eBay oder Amazon kann jeder mit wenigen Mausklicks einen eigenen Shop eröffnen. Sobald Produkt-Fotos und -Beschreibungen hochgeladen sind, kann der Verkauf nur wenige Minuten später direkt starten. Die größten Vorteile: Durch die hohen Nutzerzahlen der Portale spart man Werbekosten, auch der Aufwand für die Programmierung und Pflege eines Shops auf der eigenen Firmen-Website entfällt. Dafür müssen sich Betriebe hier aber auch dem direkten Wettbewerb mit vielleicht preisgünstigeren Konkurrenten stellen – und eine Provision pro verkauftem Artikel fällt auch noch an.

Wer diese beiden Punkte vermeiden möchte, sollte den eigenen Internetauftritt mit einem Webshop ergänzen. Besonders bequem, aber auch die teuerste Lösung: die Maßanfertigung des Shops durch eine Internetagentur oder einen Programmierer. Je nach Funktionalität und Umfang des Shops werden hierfür einige hundert bis zu mehreren tausend Euro fällig. Es gibt aber auch vorgefertigte Shop-Systeme auf Mietbasis, die sich einfach an die eigenen Bedürfnisse anpassen lassen – zum Beispiel von Afterbuy.de oder 1&1.

Die rechtliche Seite bedenken

vh-buchshop.de - DER Buchshop für das Handwerk! Foto: © VHvh-buchshop.de - DER Buchshop für das Handwerk! Foto: © VHBei aller Begeisterung für Online-Vertriebswege ist es bereits im Vorfeld wichtig, die rechtliche Seite, den zusätzlichen Zeitaufwand und die Risiken zu kennen. So könnten die Mitarbeiter eines Betriebs künftig mehrere Stunden pro Woche damit beschäftigt sein, Fotos und Texte für Produkte im Webshop anzupassen, Pakete zu verschicken oder Retouren und Reklamationen zu bearbeiten. Diese Zeit fehlt dann für die Abwicklung herkömmlicher Aufträge. Zudem sind die Kunden im Internet anonym und können in Sekundenschnelle Preise und Produkte vergleichen. Deshalb ist es besonders wichtig, beim Marketing für den eigenen Webshop die Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale der eigenen Produkte herauszustellen. Grundsätzlich bietet sich deshalb vorab die Entwicklung einer digitalen Strategie an, bei der nicht nur Zielgruppen, Wettbewerber und die Bedürfnisse der Kunden, sondern auch Marketingkonzepte erarbeitet werden.

Unterstützung bei allen Fragen rund um das Thema Online-Vertrieb erhalten Betriebe bei den Fachberatern der Handwerkskammern.

Tipps für erfolgreiche ­Online-Shops

- Optimierung für Suchmaschinen: Ihr Shop und alle Artikel sollten sich einfach über Suchmaschinen finden lassen.

- Marketing in Suchmaschinen: Kostenpflichtige Anzeigen in Suchmaschinen wie Google oder Bing locken potenzielle ­Kunden in Ihren Shop.

- Affiliate-Marketing: Anzeigen auf anderen Internetseiten bringen ebenfalls Kunden in Ihren Online-Shop. Partner-Programme ­finden sich unter affiliate-marketing.de.

- Einträge in Preissuchmaschinen: Für eine schnelle Erhöhung des Bekanntheitsgrads sorgen gute ­ Platzierungen in Preissuchmaschinen, zum Beispiel bei idealo.de oder guenstiger.de.

- Soziale Medien: Für regelmäßige Angebote oder News bieten sich ­Social-Media-Kanäle an, zum Beispiel Facebook, Twitter oder Google+.

- Klassische Werbung: Nutzen Sie die Adresse Ihres Online-Shops auf allen betrieblichen Kommunikationsmitteln, wie Visitenkarten, Briefbögen, Fahrzeugbeschriftungen, Flyern, in E-Mail-Signaturen oder Anzeigen.

Text: / handwerksblatt.de

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