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Winter: Gefährliche Zeit für Hoch- und Tiefbau

Kälte, Nässe, glatte Flächen: Wer im Winter auf dem Bau arbeitet, ist öfter krank. Dazu kommen viele Arbeitsunfälle wegen rutschiger Flächen. Worauf Arbeitgeber achten sollten.

Foto: © ilker celik/123RF.com

Moderne technische Verfahren und die Bauchemie machen viele Bauarbeiten auch bei kalter Witterung möglich. Doch bei nasskaltem Wetter, Eis und Schnee kann man sich schnell erkälten und die Unfallrisiken sind hoch. "Deshalb müssen die Unternehmen und Beschäftigten für persönlichen Kälteschutz und ein sicheres Arbeitsumfeld sorgen", betont Bernhard Arenz, Präventionsleiter der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU).

Viele Krankheitstage im Hoch- und Tiefbau

Laut Fehlzeitenreport 2018 der AOK, lag die jährliche Arbeitsunfähigkeit im Hoch- und Tiefbau bei 15 Tagen. Das sind 3,3 Tage mehr als im Schnitt aller Branchen und 5,7 Tage mehr als beispielsweise bei den Beschäftigten von Banken und Versicherungen, berichtet Arenz. Krankheitsbedingte Fehlzeiten von Fachkräften seien vor allem für Klein- und Mittelbetriebe ein schwerwiegender Kostenfaktor.

Zwiebellook: Warme Fleecejacke und atmungsaktiver Nässeschutz außen

Häufig sei falsche Bekleidung die Ursache für Erkältungen und chronische Atemwegserkrankungen. "Wer körperlich schwer arbeitet, kommt ins Schwitzen und ohne Winterschutzkleidung ist eine Erkältung vorprogrammiert", so Arenz. Er empfiehlt den Zwiebellook: Mehrere Lagen Kleidung übereinander tragen inklusive einer Fleeceschicht. Die äußere Kleidungsschicht soll Nässe vom Körper abhalten und Schweiß nach außen abgeben können.

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet die Arbeitgeber, für den Schutz ihrer Beschäftigten zu sorgen und durch Gefährdungsbeurteilungen zu prüfen, welche Persönlichen Schutzausrüstungen sinnvoll sind.

"Sinnvoll ist die Bekleidung etwa nach den Normen DIN EN 20471 oder DIN EN 343, die den Wetterschutz mit der Warnfunktion kombiniert", betont Arenz. Ebenfalls wichtig seien für den jeweiligen Arbeitsplatz geeignete Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe der Kategorie S3 mit rutschfesten Sohlen sowie Industrieschutzhelme, zum Beispiel nach DIN EN 397 sowie Wintermützen zum Unterziehen.

Winterdienst schon bei der Bauprojektplanung und Ausschreibung berücksichtigen

Außerdem geschehen in den Wintermonaten viele Arbeitsunfälle auf Deutschlands Baustellen, meldet die BG: Über 23.000 meldepflichtige Unfälle waren es im letzten Winter (Dezember 2017 und Januar, Februar 2018). Gefahrenquellen seien vor allem rutschige Flächen, zum Beispiel auf Gerüsten, Baumaschinen oder Verkehrswegen.

"Daher sind Streu- und Räumpflichten zu beachten", so Arenz, "damit den Beschäftigten nichts passiert." Unangenehme Überraschungen, zum Beispiel durch Schneefälle, könnten Unternehmen vermeiden, wenn sie den Winterdienst schon bei der Bauprojektplanung und der Ausschreibung berücksichtigen.

Baustellen gut beleuchten

Oft würden auch schlechte Lichtverhältnisse ihren Preis fordern. Baustellen müssen deshalb in der dunklen Jahreszeit gut beleuchtet werden, ergänzt der Präventionsleiter. Für Arbeitsplätze seien  je nach Tätigkeit bis zu 500 Lux erforderlich und auf Verkehrswegen ist blendfreies Licht mit mindestens 20 Lux geboten.

Quelle: BG Bau

Text: / handwerksblatt.de

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