Handwerksblatt Logo

Anzeige

Sozialpartnermodell noch weitgehend unbekannt

Ein Jahr gibt es das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) nun, aber nicht einmal jeder dritte Arbeitgeber kennt das Sozialpartnermodell.

Nur wenige Arbeitgeber kennen das Sozialpartnermodell auch ein Jahr nach seiner Einführung. Auch beim Thema betriebliche Altersvorsorge besteht Informationsbedarf. Foto: © Antonio Guillem/123RF.com
Nur wenige Arbeitgeber kennen das Sozialpartnermodell auch ein Jahr nach seiner Einführung. Auch beim Thema betriebliche Altersvorsorge besteht Informationsbedarf.

Eine repräsentative Umfrage der Signal Iduna unter Entscheidern in Unternehmen hat ergeben, dass nur sieben Prozent der Arbeitgeber wissen, was ein Sozialpartnermodell (SPM) genau ist. 23 Prozent davon kennen es dem Namen nach. 68 Prozent haben dabei angegeben, das Modell gar nicht zu kennen.

"Es ist nur auf den ersten Blick verwunderlich, dass das Sozialpartnermodell bei den Arbeitgebern noch nicht durchgehend angekommen ist. Denn noch liegt der Ball bei den Tarifvertragsparteien. Diese müssen zunächst die grundlegenden Regeln aufstellen", sagt Clemens Vatter, Konzernvorstand der Signal Iduna und dortzuständig für die Lebensversicherung.

Gemischte Aussagen beim SPM

Allerdings hat die gleiche Umfrage ergeben, dass 21 Prozent der Entscheider in Unternehmen das Sozialpartnermodell für sehr beziehungsweise eher sinnvoll für den eigenen Betrieb erachten; 32 Prozent finden das nicht. Etwa ein Drittel der Befragten ist in der Frage unentschlossen, während 18 Prozent dazu keine Angaben machten.

Zitat: "Das Sozialpartnermodell ist nach anfänglich großer Aufmerksamkeit bei der Einführung des Betriebsrentenstärkungsgesetzes wieder aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Tarifpartner und Anbieter arbeiten zwar im Hintergrund intensiv an Lösungen, aber die Umsetzung ist langwieriger als anfangs von den meisten Beteiligten erhofft. Die Befragung zeigt das, was wir auch in Gesprächen wahrnehmen: Die vom Gesetzgeber untersagten Garantien sind ein Knackpunkt. Wir wollen jedoch mit neuen Formen der Sicherheit die nötige Akzeptanz aufbauen. Große Chancen sehen wir aber auch weiterhin in der klassischen bAV-Welt. Mit einer Gesamtlösung aus marktfähigen Produkten, digitalem Service für Arbeitgeber und online-gestützten Beratungshilfen für Vermittler können wir kompetente und effiziente Lösungen in allen Bereichen der betrieblichen Altersversorgung bieten.Durch unsere Wurzeln und unsere Erfahrung in Handwerk, Handel und Gewerbe sind wir genau in der Zielgruppe des BRSG verankert." (Clemens Vetter)

Entscheider in Unternehmen, die eine Einführung des Sozialpartnermodells in ihrem Betrieb für weniger oder überhaupt nicht sinnvoll erachten, möchten ihren Mitarbeitern keine Betriebsrente ohne Garantien (52 Prozent) empfehlen. Jeder fünfte Unternehmensentscheider, die es für weniger oder überhaupt nicht sinnvoll halten das Sozialpartnermodell in ihrem Betrieb einzuführen, fühlt sich zudem nicht ausreichend informiert. Rund 19 Prozent der Befragten, die eine Einführung des Sozialpartnermodells nicht für sinnvoll halten, scheuen den hohen Aufwand.

Gemeinsame Initiative ist notwendig

Das Ergebnis der Umfrage der Signal Iduna zeigt, dass eine gemeinsame Initiative von Gesetzgeber und Branche dringen notwenig wäre, damit die fehlenden Informationen ergänzt werden. Wobei ein Blick in die Praxis zeigt weiter, dass sich dieses Informationsdefizit nicht nur auf das Sozialpartnermodell bezieht. Arbeitgeber und Arbeitnehmer wünschen sich, besser über das Thema betriebliche Altersversorgung informiert zu werden. Denn ein Plus an Wissen führe zu einem Plus an Zustimmung und damit zu größerer Verbreitung insgesamt. Von Seiten des Versicheres Signal Iduna werde es daher künftig und kurzfristig ein Arbeitnehmer-Informationsportal geben.

 

Hintergrund: Als einer der größten berufsständischen Versicherer in Handwerk, Handel und Gewerbe sieht sich die Signal Iduna in der Verantwortung, Tarifpartner bei der Gestaltung ihrer betrieblichen Altersversorgung zu begleiten und zu unterstützen. Dabei kann sie auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen, die sie bei der Gestaltung und Begleitung von mehr als 60 tarifvertraglichen Lösungen und über 250 Versorgungswerken gesammelt hat. Gemeinsam mit den jeweiligen Sozialpartnern entwickelt die Signal Iduna für jede Branche ein eigenes, individuell abgestimmtes Vorsorgekonzept. Die Tarifvertragspartner werden bei der Einführung der betrieblichen Altersversorgung begleitet und bei der Umsetzung in allen Belangen unterstützt. In Handel, Handwerk und Gewerbe beobachtet die Signal Iduna ein großes Interesse, die berufliche Altersversogung zu stärken.

 

Text: / handwerksblatt.de

Leserkommentare

nach oben