In vielen handwerklichen Berufen sind die Hände starken Belastungen ausgesetzt.

In vielen handwerklichen Berufen sind die Hände starken Belastungen ausgesetzt. (Foto: © LEO Pharma)

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Baustelle Haut: Hilfe bei Chronischem Handekzem

Die Hände jucken, sind entzündet und haben blutige Risse. Kontakt mit Wasser oder reizenden Stoffen schmerzt genauso wie der Händedruck nach getaner Arbeit. Wer im Handwerk unter Chronischem Handekzem (CHE) leidet, kennt das: Heftige Schübe und leichte Besserung können sich abwechseln.

Wenn Pflegemittel und Hautschutz nicht mehr greifen, fragen sich viele Betroffene, ob ihr Job auf dem Spiel steht. Durch eine individuell passende Therapie ist genau das vermeidbar. Ein Check beim Hautarzt bringt Klarheit über Schweregrad, Ursache und geeignete Behandlungsansätze. Neu ist eine Info- und Serviceseite mit Zugang zu einem dermatologischen Online-Check. 

Foto: © stock.adobe.com/Юлия ЧеркасоваFoto: © stock.adobe.com/Юлия Черкасова

Wer im Handwerk arbeitet, hat ein erhöhtes Risiko, an einem Handekzem zu erkranken – der häufigsten berufsbedingten Hauterkrankung überhaupt. Rund sechs Millionen Menschen arbeiten in Deutschland im Handwerk, viele davon täglich unter Bedingungen, die die Hände systematisch angreifen: Feuchtarbeit, Reinigungsmittel, Schmierstoffe, Zement mit alkalischen und allergisierenden Eigenschaften, Epoxidharze in Klebern und Beschichtungen, sowie mechanische Reizungen – diese Faktoren wirken oft gleichzeitig und verstärken sich gegenseitig. Bis zu 40 Prozent der Mitarbeitenden in Berufen mit hohem Risiko sind aktuell von einem Handekzem betroffen, darunter auch Chronisches Handekzem.

Alles im Griff: Die Hände als wichtiges Werkzeug

Feuchtarbeit erhöht das Risiko, an einem Handekzem zu erkranken. Foto: © stock.adobe.com/xartproductionFeuchtarbeit erhöht das Risiko, an einem Handekzem zu erkranken. Foto: © stock.adobe.com/xartproduction

Bei einem Chronischen Handekzem (CHE), das länger als drei Monate anhält oder mindestens zweimal im Jahr zurückkehrt, kann die Schutzfunktion der natürlichen Hautbarriere durch den ständigen Kontakt mit Reizstoffen und Allergenen gestört sein. Typische Symptome sind rissige, schuppende, juckende oder schmerzende Haut sowie Bläschen an Händen und Handgelenken. Wer diese Zeichen bemerkt, sollte sie ernst nehmen. CHE kann Körper und Psyche massiv belasten, Job und Alltag zur Belastungsprobe machen und im schlimmsten Fall den Berufsausstieg erzwingen.

Spätestens wenn die Beschwerden anhalten oder wiederkehren, sollte daher ein Check beim Betriebsarzt, Hausarzt oder direkt beim Dermatologen erfolgen – zur Feststellung des Schweregrads, der Ursachen und der passenden Therapie. Bei Verdacht auf ein berufsbedingtes CHE, kann das Hautarztverfahren eingeleitet werden: Die Berufsgenossenschaften übernehmen nach Anerkennung die Kosten für Behandlung und spezifische Präventionsmaßnahmen.

Ein Hautcheck beim Facharzt lohnt sich

"Ein unzureichend behandeltes Chronisches Handekzem ist privat und beruflich eine große Belastung. Eine frühzeitige fachärztliche Vorstellung ist sinnvoll, auch unter wirtschaftlichen Aspekten", sagt Dr. med Leonard Harries aus Hannover, der regelmäßig Menschen mit CHE betreut. "Wenn rechtzeitig eine wirksame Therapie verordnet und angewendet wird, lässt sich eine krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit oft vermeiden."

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Kortisonhaltige Cremes können Entzündungen in der Regel schnell lindern, können aber auf lange Sicht zu dünner Haut führen und ihre Barrierefunktion beeinträchtigen. Wenn Kortison bei mittelschwerem bis schwerem Chronischem Handekzem nicht zum Behandlungserfolg führt oder zum Beispiel wegen Nebenwirkungen nicht infrage kommt, stehen heute innovative kortisonfreie Therapien zur Verfügung. "Auch wenn Betroffene schon vieles ausprobiert haben, lohnt sich eine erneute fachärztliche Beratung", betont Dr. Harries. "Auch nach Jahren. Oder besonders dann. Die Therapie des Chronischen Handekzems hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt."

 

Hintergrund: Online-Check Aktuelle Informationen, Tipps und Zugang zu einem dermatologischen Online-Check gibt es hier zum Nachlesen. 

Text: / handwerksblatt.de

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