Manche Gefahrstoffe sind leicht entzündlich, andere ätzend oder giftig.

Manche Gefahrstoffe sind leicht entzündlich, andere ätzend oder giftig. (Foto: © mrgarry/123RF.com)

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Vorsicht, Gift! Der richtige Umgang mit Gefahrstoffen

Betriebsführung

Lacke, Lösungs- und Reinigungsmittel, aber auch Gase und Altchemikalien: Werkstätten arbeiten mit vielen unterschiedlichen Gefahrstoffen. Wie man sicher damit umgeht, erklärt die DGUV.

Im Regal stehen eine Dose Pinselreiniger und Lacke in verschiedenen Farben. Daneben hat jemand einen Kanister mit Benzin für die Kettensäge oder den Rasenmäher abgestellt. In der Ecke lehnen zwei Druckgasflaschen – eine mit Acetylen und eine mit Sauerstoff für das Schweißgerät. An der Wand stapeln sich Gummireifen sowie alte und neue Holzbretter. Überall liegen Öle, Bremsflüssigkeit, Farben und Pinsel, die ihren typischen Geruch verströmen... So sieht es in vielen Werkstätten von Handwerksbetrieben aus. Dort kommen viele Gefahrstoffe zusammen – etwa Lacke, Lösungsmittel, Reinigungsmittel, Gase oder Chemikalien. Alles soll schnell griffbereit sein, damit man zügig arbeiten kann.

Manche der Stoffe sind leicht entzündlich, andere ätzend oder giftig. Einige lösen auch Allergien aus oder sind krebserregend. Doch gerade diese Stoffe brauchen sichere Lagerung, Fachwissen und Verantwortungsbewusstsein, um Unfälle und Gesundheitsgefahren zu vermeiden. Betriebe müssen daher geeignete Vorkehrungen treffen, um die Gesundheit von Beschäftigten zu schützen.

Sicherheit mit dem STOP-Prinzip

Das "STOP-Prinzip" hilft im Betrieb, richtig mit Gefahrstoffen umzugehen. Es zeigt, in welcher Reihenfolge man Schutzmaßnahmen umsetzen sollte. Die Buchstaben stehen für Substitution Technik, Organisation und persönlichen Schutz. 

S – Substitution:

Zuerst schaut man, ob man gefährliche Stoffe durch ungefährlichere ersetzen kann – zum Beispiel Reiniger ohne Lösungsmittel. 

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T – Technische Maßnahmen: 

Außerdem sollte man technische Schutzmaßnahmen anwenden: zum Beispiel geschlossene Systeme, Absaugungen oder Lüftungsanlagen, die eine Ausbreitung der Gefahrstoffe unterbinden oder reduzieren. 

O – Organisatorische Maßnahmen:

Dazu gehören Regelungen wie die Unterweisung und Schulung der Mitarbeitenden, klare Arbeitsanweisungen, Arbeitszeitbegrenzung, Arbeitsplatzwechsel (Rotation) und die Erstellung eines Hautschutzplans für den Umgang mit problematischen Substanzen. Wenn alle im Team wissen, wo die Gefahren liegen, achten sie besser auf sich und andere. Auch die Gefahrstoffsymbole und die mit dem jeweiligen Stoff verbundenen Gefährdungen sollten bekannt sein.

P – Persönliche Maßnahmen:

Was mit den anderen Maßnahmen noch nicht abgedeckt ist, fängt man mit persönlicher Schutzausrüstung (PSA) ab – also mit Handschuhen, Schutzbrille, Arbeitskleidung oder Atemschutz. 

Wichtige Regeln zur Lagerung

Gefahrstoffe müssen immer sicher aufbewahrt werden. "Gefahrstoffe nie auf Fluchtwegen, in Pausenräumen oder in offenen Regalen lagern", betont Dr. Christina Spassova, Referentin Gefahrstoffe von der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI). In Bereichen, wo man mit Gefahrstoffen arbeitet, darf niemand essen, trinken oder rauchen. Je nachdem, welche und wie viele Stoffe gelagert werden, sind oft noch weitere Schutzmaßnahmen nötig. Flüssige Stoffe gehören zum Beispiel über eine Auffangwanne, damit bei einem Leck nichts auslaufen kann. 

Wie Vorgesetzte unterstützen können

Für Sicherheitsbeauftragte gibt es darüber hinaus weitere Punkte, auf die sie achten sollten, um den richtigen Umgang mit Gefahrstoffen im Betrieb sicherzustellen. Zum einen sollten sie das STOP-Prinzip kennen. Zum anderen können sie ihren Vorgesetzten bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen helfen und sie bei Unterweisungen unterstützen. Gibt es etwa Sprachbarrieren innerhalb der Belegschaft, ist besonders darauf zu achten, dass die Informationen von allen korrekt verstanden werden.

"Regelmäßige Kontrolle ist alles – gerade bei selten genutzten Stoffen vergisst man leicht, wo was steht", sagt Spassova. "Nur durch Kenntnis der Grundlagen, regelmäßige Kontrolle und eine gelebte Sicherheitskultur kann die Werkstatt ein sicherer Arbeitsplatz bleiben."

Quelle: DGUV

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Text: / handwerksblatt.de

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