Verbraucher suchen vermehrt im Internet nach einem Dienstleister. Die "Gelbe Seiten" bieten deshalb einen Vermittlungsservice an. Nach wenigen Schritten lässt sich der Kontakt zu einem Handwerker oder Anwalt herstellen.

Verbraucher suchen vermehrt im Internet nach einem Dienstleister. Die "Gelbe Seiten" bieten deshalb einen Vermittlungsservice an. Nach wenigen Schritten lässt sich der Kontakt zu einem Handwerker oder Anwalt herstellen. (Foto: © Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH)

Gelbe Seiten – vom Branchenbuch zum Online-Branchenverzeichnis

Betriebsführung

Die Marke "Gelbe Seiten" ist nahezu jedem ein Begriff. Damit dies so bleibt, muss das Branchenverzeichnis immer mit der Zeit gehen. Jüngere Zielgruppen werden etwa über die Social-Media-App TikTok angesprochen.

Vor der Jahrtausendwende galten lange, lange zwei Gewissheiten: Wem die Nase läuft, fragt nach einem "Tempo". Wer einen Handwerker sucht, greift zu "Gelbe Seiten". Beide Marken haben den Sprung ins digitale Zeitalter geschafft. Doch eine davon musste sich gehörig wandeln.

"Wir haben bereits Anfang der 2.000er-Jahre mit der Transformation vom gedruckten Branchenbuch zum digitalen Branchenverzeichnis begonnen. Seitdem richten wir unsere Produkte stetig nach den aktuellen Trends aus und entwickeln unsere Service-Angebote weiter", sagt Dirk Schulte, Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft. Getrieben wird diese Entwicklung vor allem von den Suchmaschinen. 

Unternehmen Die Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH konzipiert für die Herausgeber und Verleger (insgesamt 16 Verlage und die Deutsche Tele Medien GmbH) den digitalen sowie kommunikativen Auftritt von Gelbe Seiten. Deren Produkte nutzen einer Studie der GfK zufolge medienübergreifend 21,6 Millionen Menschen.

Google und Gelbe Seiten

Dirk Schulte, Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH Foto: © Dirk SchulteDirk Schulte, Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH Foto: © Dirk Schulte

Google steht dabei an erster Stelle. Das Verhältnis zwischen dem Tech-Giganten aus Kalifornien und den deutschen Verzeichnismedien ist zwiespältig. Die Amerikaner sind Konkurrent und Partner zugleich. "Wer bei Google nach einem Handwerker sucht, wird nicht nur auf einzelne Betriebe, sondern auch auf verschiedene Branchenverzeichnisse verwiesen", erklärt Dirk Schulte. 

Vertrauenswürdige Quelle für Google

Als größter Anbieter, dem seine Nutzer seit langem vertrauen und der seine Daten ständig aktualisiere, sei Gelbe Seiten für den Suchmaschinen-Primus eine "besonders vertrauenswürdige Quelle".

Hinzu kommt, dass Gelbe Seiten mit dem gedruckten Branchenbuch und dem digitalen Verzeichnis aus einer großen Quelle von Online- und Offline-Daten schöpfen können. "Üblicherweise ergibt eine Suche bei uns mehr Treffer als bei Google", so Schulte. 

Zusatzservices von Gelbe Seiten

Das Internet hat das Suchverhalten verändert. Früher folgten der Recherche im Branchenbuch der Griff zum Telefon und das Warten auf den Brief mit dem schriftlichen Angebot des Handwerkers. "Nun wollen die Verbraucher von der Anfrage über das Angebot bis hin zur Abwicklung des Auftrags alles medienbruchfrei über ihr Smartphone oder Tablet erledigen", verdeutlicht Dirk Schulte. Darauf hat sich auch Gelbe Seiten eingerichtet. 

Gelbe Seiten vermitteln Handwerker

Mit wenigen Schritten können Gelbe-Seiten-Nutzer das Angebot eines Malers oder anderer Handwerker einholen. Foto: © Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbHMit wenigen Schritten können Gelbe-Seiten-Nutzer das Angebot eines Malers oder anderer Handwerker einholen. Foto: © Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH

Sie bieten etwa einen Vermittlungsservice an, der Interessenten und Handwerker wie Maler, Elektriker, Dachdecker, Installateure, Glaser, Fliesenleger, Kaminbauer, Fensterbauer, Klimatechniker, Parkettleger, Gebäudereiniger, Tischler oder Zimmerer automatisiert zusammenbringt.

Zurzeit wird auch eine Chatfunktion getestet, über die Kunden und Betriebe direkt kommunizieren können. Zudem ist geplant, rund um den Geschäftsbereich Haus und Garten verschiedene Ratgeberseiten aufzubauen. "Die Gewerbetreibenden sollen sich im Umfeld dieser Beiträge mit ihren Angeboten platzieren können." 

Lukrativere Aufträge für Handwerker 

Eine Studie der GfK zeigt, dass sich der Eintrag in einem Branchenverzeichnis lohnt. "Die über uns an einen Handwerker vermittelten Aufträge liegen bei durchschnittlich über 1.700 Euro. Sie sind damit deutlich werthaltiger als bei Google oder MyHammer", sagt Nina Mülhens, Pressesprecherin der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft. In der Regel handele es sich um komplexere Projekte wie eine Badsanierung oder den Austausch einer Heizungsanlage. Zudem seien diese Kunden daran interessiert, sich langfristig an einen Betrieb zu binden

Eintrag ins Branchenverzeichnis

Der Basiseintrag im Online-Branchenverzeichnis ist – wie in der gedruckten Version von Gelbe Seiten – kostenlos. Er umfasst den Namen des Betriebs, dessen Adresse, Telefonnummer, Website und E-Mail-Anschrift. "Jedes Unternehmen soll bei uns gefunden werden", hebt Dirk Schulte hervor.

Wer sich prominenter und umfangreicher darstellen möchte, zahlt für den Eintrag. Die Höhe des Preises unterscheidet sich je nach Region. "Gelbe Seiten ist eine Verlegergemeinschaft aus 16 Verlagen und der DTM Deutsche Tele Medien, die Gelbe Seiten gemeinschaftlich in ganz Deutschland herausgeben und verlegen."

Themen-Special Im Themen-Special "Digitales Handwerk" geben wir Tipps, wie sich Handwerksbetriebe digitaler aufstellen können und damit online sichtbarer werden. Zu den Themen gehören "Lokale Suche", "Online-Bewertungen" und "Lokale Werbung". 

Online-Basics für Unternehmen

Kunden suchen vermehrt im Internet nach einem Dienstleister. Für Betriebe wird die Online-Präsenz deshalb immer wichtiger. "Sie sollten mindestens eine eigene Website sowie einen Eintrag bei Google My Business und Gelbe Seiten haben", empfiehlt Dirk Schulte. Allerdings gehe es in der digitalen Welt nicht mehr alleine darum, Informationen bereitzustellen. Der Verbraucher wolle mit dem Unternehmen auch kommunizieren. 

Kunden über Social Media erreichen

Zusätzliche Kontaktpunkte bieten aus seiner Sicht die sozialen Medien. "Über Facebook, Instagram, YouTube oder TikTok lassen sich mit einem kleinen Budget relativ leicht sowohl bestehende Kontakte pflegen als auch neue Zielgruppen erschließen", ist der Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft überzeugt. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig ein Social-Media-Auftritt für die Unternehmen sein kann.   

TikTok und Gelbe Seiten

Den meisten Verbrauchern ist Gelbe Seiten ein Begriff. Die Markenbekanntheit liegt laut einer GfK-Studie zur Nutzung von Verzeichnismedien bei über 91 Prozent. Dies soll auch so bleiben. Um junge Menschen frühzeitig mit dem Online-Branchenverzeichnis vertraut zu machen, ist Gelbe Seiten auf der Social Media-App TikTok aktiv. "Wir arbeiten mit Creatorn zusammen, die unsere Marke mit ihren Geschichten sympathisch und positiv aufladen", erklärt Pressesprecherin Nina Mülhens. Zunächst werden die Beiträge auf den Seiten der Creator angeteasert. Anschließend ist die Fortsetzung auf dem TikTok-Kanal von Gelbe Seiten zu finden. 

Gelbe-Seiten-Nutzer von morgen erreichen 

Gelbe Seiten bieten einen Schlüsseldienst zum Festpreis an. Foto: © Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbHGelbe Seiten bieten einen Schlüsseldienst zum Festpreis an. Foto: © Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH

Der TikTok-Kanal von Gelbe Seiten zählt im August 2021 über 48.000 Abonnenten. Kurzfristig dürften viele jüngere Fans zwar keinen Handwerker brauchen. Langfristig soll sich über die sozialen Medien in ihren Köpfen die Botschaft festsetzen, dass sie ihn direkt im Branchenverzeichnis finden können.

"Wenn ihnen etwa in der ersten eigenen Wohnung die Tür zufällt, werden sie sich daran erinnern, dass es bei uns einen Schlüsseldienst gibt, der zum Festpreis arbeitet", vertraut Nina Mülhens auf die langfristig angelegte Social-Media-Präsenz von Gelbe Seiten.

 

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Text: / handwerksblatt.de

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