Bei den meisten Online-Plattformen können Handwerksbetriebe ihre lokalen Werbekampagnen ganz einfach selbst über eine Internetseite zusammenstellen.

Bei den meisten Online-Plattformen können Handwerksbetriebe ihre lokalen Werbekampagnen ganz einfach selbst über eine Internetseite zusammenstellen. (Foto: © emevil/123RF.com)

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Handwerk 4.0: Neue Zielgruppen erreichen – lokale Werbung im Internet

Werbung mit wenig Streuverlusten? Dank Internet kein Problem! Wenn Betriebe gezielt Kunden, Auszubildende oder Fachkräfte ansprechen wollen, erreichen lokale Werbeanzeigen im Internet schnell die richtige Zielgruppe. Doch wie funktioniert das? Und worauf sollte man achten?

Das Internet hat das Informationsverhalten der Menschen stark verändert. Mehrere Studien der letzten Jahre haben ergeben, dass zwischen 75 und 90 Prozent aller Deutschen vor allem online nach lokalen Dienstleistern suchen. Einige Zielgruppen lassen sich sogar fast nur noch per Internet erreichen: Laut Statistikportal Statista.de nutzten die 14- bis 29-Jährigen in Deutschland 2019 vor allem Websites, Apps oder E-Paper einer Zeitung als Informationsquelle. Zu einem funktionierenden Marketingmix zählen deshalb neben regionalen Zeitungen, Portalen oder Branchenbüchern auch lokale Anzeigen im Internet.

Exakte Zielgruppenprofile

Auch interessant? Tipps für erfolgreiche Werbung im Internet!Doch wie funktioniert regionale Werbung im Internet? Unternehmen wie Google, Facebook oder Instagram versprechen niedrige Streuverluste, weil sie ihre Kunden sehr gut kennen. Denn die meisten Nutzer dieser Plattformen gehen mit ihren persönlichen Daten sehr freizügig um oder akzeptieren, dass sie für die kostenlose Nutzung der Dienste meist automatisch einer Auswertung ihrer Daten zustimmen. Deshalb können Betriebe, die eine Anzeige auf einer Online-Plattform schalten, meist sehr exakte Profile ihrer Zielgruppe anlegen. So lassen sich Kunden, Fachkräfte oder Azubis gezielt ansprechen.

Streuverluste minimieren

Bei einer Anzeigenschaltung in Google-Suchergebnissen lässt sich zum Beispiel festlegen, dass nur Nutzer aus einer bestimmten Region oder einem Postleitzahlenbereich die eigene Werbung eingeblendet bekommen. In Kombination mit weiteren Merkmalen, wie Altersgruppen oder Interessen, lassen sich Streuverluste spürbar minimieren. Sogar das Festlegen bestimmter Wochentage und Uhrzeiten ist möglich, so dass Zeiten ausgewählt werden können, zu denen die Zielgruppe wahrscheinlich online ist. Eine wichtige Rolle spielen bei Google sogenannte Schlüsselwörter, bei denen die eigene Werbung später eingeblendet werden soll. Möglich sind hier beliebige Wortkombinationen, wie zum Beispiel "Ausbildungsplatz Tischler" oder "Ölheizung Wartung". So lässt sich die Anzeigenschaltung in Kombination mit der festgelegten Zielgruppendefinition noch treffsicherer machen.

Kampagne nach Maß

Auch bei vielen sozialen Netzwerken, wie Facebook, YouTube oder Instagram, können Betriebe regionale Werbung schalten. Hier lassen sich ebenfalls die gewünschten Zielgruppenmerkmale festlegen, von Bundesland, Region, Stadt oder Postleitzahl über Alter und Geschlecht bis hin zu demografischen Angaben, Interessen oder Verhaltensweisen. So können Betriebe leicht verschiedene Kampagnen maßschneidern.

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Die Kosten für lokale Online-Werbung variieren je nach Plattform und eigenen Anzeigewünschen. Bei Google erfolgt die Abrechnung per Klick: Dazu können Werbetreibende bei jeder Kampagne ein selbst gewähltes Tagesbudget (zum Beispiel 15 Euro) und Kosten pro Klick (zum Beispiel 12 Cent) festlegen. Bei Facebook bestimmt man ein wöchentliches Werbebudget und eine "Gebotsstrategie", mit der man den Preis für ein bestimmtes Ergebnis selbst fixiert. Allerdings gibt es für bestimmte Anzeigenarten Mindestbeträge sowie Kosten- und Gebotslimits. Andere Anbieter nutzen weitere Abrechnungsarten, wie Tausend-Kontakt-Preise (TKP) oder festgelegte Anzeigenpreise.

Checkliste: Lokale Werbung im InternetKonzept entwickeln: Was wollen Sie mit Ihrer Werbekampagne erreichen? Mögliche Ziele: Neukunden-Gewinnung, höhere Online-Shop-Umsätze, Erhöhung des eigenen Bekanntheitsgrads, Mitarbeitergewinnung.
Zielgruppe definieren: Wen wollen Sie er reichen? Mögliche Zielgruppen: Neukunden, Stammkunden, Interessenten, Entscheider in Unternehmen, Azubis oder Fachkräfte. – Kanäle aussuchen: Über welche Internetseiten oder soziale Medien können Sie Ihre gewünschten Ziele am besten realisieren?
Zielgruppenmerkmale festlegen: Wer soll Ihre Anzeige sehen? Minimieren Sie Streuverluste mit entsprechenden Vorgaben, wie Region, Stadt, Postleitzahl, Alter, Geschlecht, demografischen Angaben oder Interessen.
Anzeige produzieren: Realisieren Sie Ihre Text-, Banner- oder Videoanzeige und laden Sie diese bei der gewünschten Online- Plattform hoch.
Erfolge analysieren: Nutzen Sie statistische Auswertungen, Tracking-Ergebnisse oder eigene Analysen, um den Erfolg Ihrer Anzeigen zu beurteilen und weiter zu verbessern.
Gesetze beachten: Berücksichtigen Sie bei Online-Aktivitäten immer alle gesetzlichen Vorgaben, wie die DSGVO, das Urheberrecht und Telemediengesetz.

Bei den meisten Online-Plattformen können Handwerksbetriebe ihre lokalen Werbekampagnen ganz einfach selbst über eine Internetseite zusammenstellen, hochladen und starten. Dabei sind oft verschiedene Werbeformen möglich, zum Beispiel Textanzeigen, Banner oder Videos. Der Vorteil bei den meisten Online-Plattformen: Die eigene Werbung wird auf vielen verschiedenen Kanälen verbreitet, zum Beispiel auf Internetseiten oder in den entsprechenden Apps, auf stationären PCs, Tablets und Smartphones. Wer sich die Realisierung von Online-Werbung nicht selbst zutraut, kann damit auch spezielle Agenturen beauftragen. Bei der Suche nach entsprechenden Dienstleistern sollten Handwerker auf vorhandene Zertifizierungen und Referenzkunden achten.

Google My Business: Eigenen Eintrag anlegen

Damit Ihr Betrieb von Kunden und Zulieferern in den Google-Suchergebnissen und bei Google Maps gefunden wird, können Sie sich kostenlos bei "Google My Business" registrieren. Wichtig: Mit Ihrem Eintrag stimmen Sie zu, dass Kunden zu Ihrem Betrieb Bewertungen hinterlassen können. Diese Bewertungen können Sie kommentieren, aber nicht abschalten. Außerdem ist es von Google nicht vorgesehen, "My Business"-Einträge später wieder zu löschen.

Checkliste "Google My Business"

  1. Melden Sie sich auf der Seite https://accounts.google.com/signin mit Ihren Zugangsdaten an oder erstellen Sie ein neues Konto.
  2. Gehen Sie auf die Seite www.google.com/intl/de_de/business und klicken Sie auf "Jetzt loslegen".
  3. Geben Sie Ihren Firmennamen ein und klicken Sie auf "Unternehmen mit diesem Namen erstellen".
  4. Lesen Sie die Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung durch. Nur wenn Sie mit diesen einverstanden sind, klicken Sie auf "Weiter".
  5. Wählen Sie eine Unternehmenskategorie und klicken Sie auf "Weiter".
  6. Fügen Sie auf Wunsch Ihren Betriebsstandort inklusive Adresse hinzu und bestätigen Sie mit "Weiter".
  7. Geben Sie an, ob Sie auch für Kunden außerhalb Ihres Standorts tätig sind. Optional: Definieren Sie Ihr Einzugsgebiet. Klicken Sie auf "Weiter".
  8. Geben Sie an, welche Kontaktdaten Interessenten sehen sollen und fügen Sie Ihre Telefonnummer und/oder Website hinzu. Optional können Sie sich von Google eine einfache, kostenlose Website erstellen lassen. Klicken Sie auf "Weiter".
  9. Geben Sie an, ob Sie künftig " aktuelle Informationen und Empfehlungen" von Google erhalten möchten. Klicken Sie auf "Weiter".
  10. Klicken Sie auf "Fertig". Vervollständigen Sie auf der nächsten Seite Ihr Profil und entdecken Sie weitere Möglichkeiten bei "Google My Business".
Foto: © Thomas BuschFoto: © Thomas Busch

Text: / handwerksblatt.de

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