Eine Straße, die eben noch befahrbar war, kann sich bei Starkregen in ein reißendes Gewässer verwandeln.

Eine Straße, die eben noch befahrbar war, kann sich bei Starkregen in ein gefährliches Gewässer verwandeln. (Foto: © kasto/123RF.com)

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Hochwasser: So schützen Sie Helfer vor Unfällen

Große Gebiete in Deutschland sind aktuell von Hochwasser betroffen. Viele Menschen beteiligen sich daran, Sandsäcke zu füllen und Häuser vor den Fluten zu retten. Wie man sie bei der Arbeit am besten absichert, erklärt die BGBau.

Nicht nur gegen das akute Hochwasser in Deutschland ist Hilfe nötig. In den Tagen nach den Fluten geht die Arbeit mit Aufräumen, Säubern und Wiederaufbauen erst richtig los. Hier sind viele helfende Hände gefragt, die häufig aus dem Handwerk kommen.

Wie Betriebe ihre Mitarbeiter in den betroffenen Gebieten am besten sichern, erklärt die BGBau in einem kostenlosen Ratgeber. Er beleuchtet mögliche Gefährdungen und die passenden Maßnahmen mit praktischen Tipps und Checklisten. Hier finden Sie einen Auszug:

Verhalten bei Starkregen und Hochwasser

Wie bei fast keinem anderen Extremwetterereignis sind die Menschen besonders durch die Strömung von wild abfließenden Wassermassen gefährdet. Dies beschränkt sich bei diesem Ereignis nicht nur auf Gewässer wie Flüsse und Bachläufe. Eine Straße, die eben noch befahrbar war, kann sich aufgrund des Extremniederschlags und ihrer örtlichen Lage in ein alles mit sich reißendes Gewässer verwandeln. Wenn möglich, sind Arbeiten in der Strömung zu vermeiden, da Strömungsverhältnisse und Sogwirkungen nicht eingeschätzt werden können.

Hier sollte man die folgenden Tipps beherzigen:

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  • Ab einer Wassertiefe von 0,60 m und einer Strömungsgeschwindigkeit von mehr als 1,5 m/Sek ist nur noch gesichertes Arbeiten möglich.
  • Achtung beim Einsatz von Wathosen: Diese sind bei starker Strömung lebensgefährlich!
  • Allgemein ist in überfluteten Bereichen Vorsicht geboten: Die Beschaffenheit des Untergrunds ist meist nur schwer abschätzbar.
  • Zur Überprüfung des Untergrunds sollten Hilfsmittel wie Holzstöcke oder Fluchtstäbe verwendet werden. Generell gilt, je größer die Wassertiefe, desto größer die Schubkraft des Wassers. Bei hohen Fließgeschwindigkeiten kann allerdings auch schon eine geringe Wassertiefe eine so große Kraft aufbringen, dass Fahrzeuge weggeschoben werden.
  • Pro 30 cm Wassertiefe werden bis zu 700 kg verschoben.
  • Ab 50-60 cm Wassertiefe kann bereits ein Fahrzeug abgetrieben werden.
  • Bei einer starken Strömung (größer 3 m/s) reicht bereits eine geringere Wassertiefe als 50 cm, um Objekte zu verschieben.
  • Achtung: Beim Wegtreiben ist eine Kontrolle des weiteren Wegs nicht mehr möglich!

Allgemeine Verhaltenstipps

Für Arbeiten in Schadensgebieten dürfen nur Beschäftigte herangezogen werden, die in der Lage sind, in solchen Extremsituationen zu arbeiten. Ob Beschäftigte eingesetzt werden, muss der Arbeitgebende entscheiden. Hierbei sind verschiedene Aspekte zu beachten:

  • Ausbildungsstand und Qualifikation
  • persönliche Eignung (körperlich, psychisch und charakterlich)
  • Gesundheitsgefährdung
  • erfolgte Gesundheitsvorsorge (auch Schutzimpfungen)
  • Erste-Hilfe-Ausbildung Um in Schadensgebieten sicher arbeiten zu können, müssen Beschäftigte mental und körperlich auf die Situation vorbereitet sein. Beschäftigte werden in Schadensgebieten oft mit nicht alltäglichen Aufgaben konfrontiert und begegnen Menschen in Extremsituationen.

Arbeitsabläufe und gestellte Aufgaben sind im Vorfeld meist schwer planbar. Um dennoch effektiv Hilfe leisten zu können, sollte man sich im Vorfeld damit auseinandersetzen, womit man im Schadensgebiet konfrontiert werden kann. Arbeiten in Schadensgebieten können zu belastenden und unbekannten Extremsituationen führen. Daher ist die Eigensicherung immer zu beachten. Gefahrenquellen sind, sofern möglich zu beseitigen, mindestens aber zu kennzeichnen und abzusperren.

Beschäftigte selbst sollten sich kritisch prüfen

Die Beschäftigten selbst sollen kritisch prüfen, ob sie selbst aktuell in der Lage sind, in solch einer Umgebung zu arbeiten. Helfer in Katastrophengebieten sind hohen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Sie sollen sich immer so verhalten, dass Eigengefährdungen und die Gefährdungen anderer Personen vermieden werden. Dazu zählen unter anderem:

  • kein Arbeiten unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss
  • Arbeiten nur mit ordnungsgemäßer Persönlicher Schutzausrüstung
  • Körperschmuck abnehmen, lange Haare zusammenbinden
  • Zügig und nicht überhastet vorgehen, Sicherheit geht vor Schnelligkeit
  • Aufenthalt in Gefahrenbereichen minimieren
  • Rauchverbot im direkten Schadensbereich
  • Hohe Disziplin bei der Hygiene vor und beim Trinken und Essen

Bauarbeiten in Katastrophengebieten Hier finden Sie den kompletten > Ratgeber der BGBau zum kostenlosen Download.

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Text: / handwerksblatt.de

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