Firmen, die aufgrund der Pandemie angeschlagen sind, sollen Spielraum bekommen, um ihre Sanierungsbemühungen voranzutreiben

Firmen, die wegen der Corona-Pandemie überschuldet sind, sollen durch die Fristverlängerung Spielraum bekommen, um ihre Sanierung voranzutreiben (Foto: © 3quarks/123RF.com)

Insolvenz: Längerer Aufschub für Betriebe in der Krise

Betriebsführung

Bis zum 31. Dezember 2020 sind Unternehmen von der Pflicht befreit, bei Überschuldung einen Insolvenzantrag zu stellen. Das hat die Bundesregierung beschlossen.

Unternehmen müssen derzeit wegen der Corona-Krise nicht mehr innerhalb von drei Wochen einen Insolvenzantrag stellen. Diese Regelung sollte Ende September auslaufen, die Bundesregierung hat sie nun bis zum 31. Dezember 2020 verlängert. Firmen, die wegen der Pandemie angeschlagen sind, sollen so Spielraum bekommen, um staatliche Hilfen zu beantragen und ihre Sanierung voranzutreiben. Die Verlängerung soll allerdings nur für Unternehmen gelten, die überschuldet, aber noch nicht zahlungsunfähig sind. 

Bedingung für den Aufschub der Antragspflicht ist, dass der Insolvenzgrund auf der Corona-Pandemie beruht und dass der Betrieb etwa wegen öffentlicher Hilfen begründete Aussichten auf Sanierung hat.

Unternehmen, die zahlungsunfähig sind, können ihre fälligen Verbindlichkeiten nicht mehr bezahlen. Sie müssen ab dem 1. Oktober wieder die ursprüngliche Frist von drei Wochen für den Insolvenzantrag einhalten. "Um das erforderliche Vertrauen in den Wirtschaftsverkehr zu erhalten, sollen diese Unternehmen daher nicht in die Verlängerung einbezogen werden", erklärte die Bundesregierung.

Hintergrund: Insolvenzantrag

Eigentlich sagt die Insolvenzordnung: Unternehmen ohne persönlich haftende Gesellschafter müssen bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung innerhalb von drei Wochen einen Insolvenzantrag stellen. Betroffen sind von dieser Pflicht sind juristische Personen, zum Beispiel Aktiengesellschaften und GmbHs, nicht jedoch Einzelunternehmer oder Privatleute. Wenn die Verantwortlichen diese Frist vorsätzlich oder fahrlässig verstreichen lassen, haften sie zivilrechtlich und es droht eine Strafe wegen Insolvenzverschleppung.

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Text: / handwerksblatt.de

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