Weibliche Auszubildende haben bei der Gesellinnenprüfung eine bessere Erfolgsquote als männliche Prüflinge. Trotzdem verlassen 70 Prozent von ihnen das Handwerk.

Weibliche Auszubildende haben bei der Gesellinnenprüfung eine bessere Erfolgsquote als männliche Prüflinge. Trotzdem verlassen 70 Prozent von ihnen das Handwerk nach der Ausbildung. (Foto: © ginasanders/123RF.com)

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Die Kampagne #frauenkönnenhandwerk ist gestartet

Entscheidend ist nicht, ob eine Frau oder ein Mann ein Handwerk ausübt. Entscheidend sind der Wille und das Können. Die Kampagne #frauenkönnenhandwerk soll Betriebe sensibilisieren, Frauen bei der Suche nach Fachkräften stärker ins Visier zu nehmen.

Es gibt immer noch nicht genug Frauen im Handwerk, gerade angesichts des Fachkräftemangels. Und das, obwohl weibliche Auszubildende bei der Gesellinnenprüfung eine bessere Erfolgsquote als männliche Prüflinge haben. Insgesamt verlassen jedoch 70 Prozent von ihnen den Beruf nach erfolgreicher Ausbildung. Sie nehmen trotz hervorragender Qualifikation das Handwerk zu selten als Berufsoption wahr. Dabei entscheiden sie sich nicht gegen das Handwerk, sondern für andere Optionen.

Im Rahmen des Projekts "Fachkräftezentren Handwerk" wurde daher die Kampagne #frauenkönnenhandwerk entwickelt. "Wir wollen zeigen, dass es auch anders geht", so Eckhard Sudmeyer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Aufräumen mit Mythen und Klischees – das ist der Ansatz der Kampagne #frauenkönnenhandwerk.

Frauen als Fachkräfte

"Frauen können Handwerk und alte Rollenbilder halten nicht mehr stand", erklärt Sudmeyer. Die Kampagne soll Betriebe sensibilisieren, Frauen bei der Suche nach Fachkräften stärker ins Visier zu nehmen. Wenn Handwerksbetriebe mehr Frauen gewinnen können, lässt sich der Fachkräftemangel abmildern. Dafür braucht es flexiblere Arbeits- und Arbeitszeitmodelle, konkrete Perspektiven oder auch Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Außerdem sollen gendersensible Berufsdarstellungen weibliche Nachwuchskräfte stärker ansprechen. 

Die Kampagne #frauenkönnenhandwerk zeigt junge Frauen aus dem Kammerbezirk, die sich erfolgreich im Handwerk durchgesetzt haben. Auf Plakaten und Postkarten decken sie Dächer oder reparieren Autos und machen mit einem frechen Spruch auf sich und ihre Geschichte aufmerksam.

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Mit #frauenkönnenhandwerk wird die Kampagne in die sozialen Medien getragen, um einen aktiven Austausch zu initiieren und Frauen und Mädchen im Handwerk zu aktivieren, den Hashtag aufzugreifen und die Kampagne zu verbreiten.

Kampagnenmaterial Fünf Frauen sind die Gesichter der Aktion, mit der Betriebe zur Einstellung von Frauen im Handwerk angesprochen und ermutigt werden sollen. Auf der Homepage www.hwk-bls.de/fachkraefte ist neben Informationen zur Kampagne auch das Bestellformular für das Kampagnenmaterial zu finden.

Text: / handwerksblatt.de

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