Im Hintergrund ein abgedunkeltes Büro. Die Jalousie (am linken Bildrand) ist heruntergelassen. Vor ihr steht auf einem Schreibtisch ein Computermonitor. In der Mitte des Bildes - ebenfalls auf dem Schreibtisch - ist ein Telefon zu sehen.  In der rechten Ecke des Bildes ist eine computeranimierte junge Frau mit einem blonden Zopf zu sehen, die den Betrachter anlacht. Sie steht für "Petra" - die KI-Büroassistenz des Unternehmens HalloPetra.

Die Telefonassistenz "Petra" soll Handwerksbetriebe unterstützen, indem sie wiederkehrende Prozesse mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) automatisiert, so dass sich die Bürokräfte komplexeren Aufgaben widmen können. (Foto: © HalloPetra GmbH)

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KI-Telefonassistenz Petra – deutlich mehr als nur ein Anrufbeantworter

Betriebsführung

Sie spricht mit Kunden, vergibt Termine und verteilt Aufgaben: Die KI-Assistenz "Petra" soll Handwerker im Büro unterstützen. Einer ihrer neuen "Chefs" verspricht sich viel vom jüngsten Zukauf.

Und dann ging alles ganz schnell: Anfang September 2025 hatten das KI-Start-up "HalloPetra" und die Software-Gruppe "OneQrew" noch eine strategische Partnerschaft verkündet. Keine drei Wochen später wurde die Übernahme bekanntgegeben. "Wir sind zu 100 Prozent überzeugt davon, dass die Integration einer KI-basierten Büroassistenz wie 'Petra' in das ERP-System der Handwerksbetriebe ein wichtiger Baustein für deren Digitalisierung sein wird", begründet Dr. Benno Quade die Akquisition. Den Co-CEO der OneQrew hat neben dem "sehr guten Produkt" vor allem das Team rund um die Gründer Jonas Südfels und Hendric Martens überzeugt. "Sie sind davon getrieben, dass 'Petra' immer mehr dazulernt und sich weitere Skills aneignet."

Die Telefonassistenz "Petra" soll Handwerksbetriebe unterstützen, indem sie wiederkehrende Prozesse mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) automatisiert, so dass sich die Bürokräfte komplexeren Aufgaben widmen können. "Darin sehe viele Unternehmer aus dem Handwerk einen echten Mehrwert", hat Quade aus zahlreichen Gespräche mit Kunden mitgenommen.

So arbeitet die KI-Assistenz "Petra"

Die KI-basierte Bürohelferin kann per Anrufweiterleitung während eines hektischen Tages dazugeschaltet werden oder nach Feierabend, an den Wochenenden oder während der Betriebsferien alleine die Kommunikation mit den Anrufern übernehmen. Dabei schöpft sie aus mehreren Quellen: Sie kann sich die notwendigen Informationen von der Website oder aus dem ERP-System des Betriebs ziehen.

Die Nutzer der KI-Telefonassistenz Petra können Aufgaben vergeben, die in der Software bereits eingestellt sind. Foto: © HalloPetra GmbHDie Nutzer der KI-Telefonassistenz Petra können Aufgaben vergeben, die in der Software bereits eingestellt sind. Foto: © HalloPetra GmbH

Die Entwickler haben die digitale Bürohelferin aber auch schon mit einem Katalog gewerkespezifischer Standardaufgaben (zum Beispiel Wartung, Angebotsanfrage, Reklamation oder Störung) und den dazugehörigen Fragen ausgestattet. Diese lassen sich von den Nutzern aber noch über Eingabemasken ergänzen und damit individuell auf den eigenen Betrieb anpassen.

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"Wird beispielsweise außerhalb der Geschäftszeiten eine Heizungsstörung gemeldet, klärt Petra die ersten Fragen, kann anhand des Fehlercodes schon einen Hinweis auf die benötigten Ersatzteile geben und informiert den Mitarbeiter, der Notdienst hat. Damit ist sie deutlich mehr als nur ein Anrufbeantworter", sagt Dr. Benno Quade.

Obwohl die HalloPetra GmbH nun zur Unternehmensgruppe der OneQrew gehört, soll die KI-Assistenz nicht exklusiv den eigenen Kunden vorbehalten sein, sondern eigenständig bleiben. "Ich glaube ganz fest an ein offenes Ökosystem, in dem die besten Lösungen am Markt miteinander verknüpft werden. Wir müssen nicht alles selbst entwickeln, sondern wollen auch externen Partnern den Zugang zu unserer zentralen Plattform 'MyOneQrew' gewähren", betont Dr. Benno Quade, der seit Januar mit Christoph Stoica und Stefan Braatz die Geschäftsführung bildet.

KI-basierte Dialogsysteme Auf handwerksblatt.de finden Sie weitere Online-Artikel, die sich mit dem Thema KI-basierte Dialogsysteme beschäftigten: "KI-Assistent für die Kundenkommunikation" (Chatbot der Kauz GmbH), "Eine mächtig schlaue Art zu kommunizieren" (Voicemail-App mit KI-Chatbot der meiti GmbH), "Label Software integriert KI-Telefonassistenten in Labelwin" (KI-Telefonassistenz der Label Software Gerald Bax GmbH) und "KI-Telefonassistenz übernimmt Kundenanfragen" (KI-Telefonassistenz der Admyral Technologies GmbH/Hey Telo). 

Integration der KI-Büroassistenz

Zurzeit gibt es über 2.000 aktive Nutzer von "Petra" (Stand: Februar 2026). Rund 100 davon stammen aus der OneQrew-Familie. Als Abonnenten einer Software erhalten sie Zugang zu Petra-Schnittstellen. Diese sind bereits für neun Marken der Gruppe verfügbar. Weitere sollen folgen und mittels der Komponente "OneQrewConnect" mit der KI-Assistenz verknüpft werden. Wer die virtuelle Bürokraft einsetzen möchte, kann zwischen vier Modellen (Start, Team, Profi und Unternehmen) sowie der monatlichen oder jährlichen Zahlungsweise wählen. Die Pakete strukturieren sich anhand der Anzahl der Mitarbeiter, die durch Petra erreichbar sind, flexibler Service- und Anpassungs-Optionen sowie der im Preis inkludierten Anrufminuten.

Neue Features für "Petra" in Planung

Dr. Benno Quade, Co-CEO der Software-Gruppe OneQrew Foto: © OneQrew GmbHDr. Benno Quade, Co-CEO der Software-Gruppe OneQrew Foto: © OneQrew GmbH

Für die nahe Zukunft kündigt der Co-CEO der Software-Gruppe "noch ganz viele spannende Funktionalitäten an, wie 'Petra' den Handwerksbetrieben das Leben deutlich vereinfachen wird". Nahezu marktreif ist die optimierte Planung von Wartungen. Dabei sortiert die KI die Verträge nach Postleitzahl, Straße und Hausnummer, schickt telefonisch einen Terminvorschlag raus, trägt diesen in den Kalender der Handwerker-Software ein, ordnet die Wartung einem Monteur zu und erinnert den Kunden eine Woche vorher an den Termin.

Quade und sein Team denken aber schon einige Schritte weiter. "Man könnte das GPS-Tracking der Fahrzeuge mit 'Petra' verknüpfen, so dass die Kunden über das baldige Eintreffen des Monteurs informiert werden, oder die KI-Assistenz erstellt nach dem Abschluss der Wartung automatisiert die Rechnung." Denkbar sei auch, dass die KI-Mitarbeiterin nicht nur telefonische Anfragen, sondern auch die E-Mail-Kommunikation übernimmt.

Ein KI-Tool zur richtigen Zeit

OneQrew setzt "Petra" für den eigenen Support ein. "Unsere Kunden waren erst kurz irritiert, dass sie mit einer KI sprechen, aber letztlich positiv überrascht, was sie alles kann", sagt Dr. Benno Quade und unterstreicht: "Diese KI-basierte Automatisierung trägt dazu bei, die Mitarbeiter im Büro von wiederkehrenden, arbeitsintensiven Aufgaben zu entlasten, so dass sie sich der Lösung komplexerer Probleme zuwenden können." Im Handwerk zählen für ihn dazu die Angebotserstellung, Personalplanung oder Mitarbeiterakquise, aber auch die Bewältigung der Energiewende, die die Installation etlicher PV-Anlagen und Wärmepumpen nach sich zieht. "Ein Tool wie 'Petra' kommt da vielleicht gerade zur richtigen Zeit."

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Text: / handwerksblatt.de

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