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Die weltweit erste Norm für Balkonkraftwerke beschreibt sie erstmals als eigene Gerätekategorie und legt fest, wie ein sicheres Steckersolargerät aufgebaut sein sollte. (Foto: © paylessimages/123RF.com)
Vorlesen:
November 2025
Schutzkontakt-Stecker sind nun offiziell für Balkonkraftwerke erlaubt. Der Verband der Elektrotechnik hat eine entsprechende neue DIN-Norm veröffentlicht. Für bestehende Anlagen bringt die Norm aber keine Änderungen.
Balkonkraftwerke – auch bekannt als Stecker-Solaranlagen oder Guerilla-Photovoltaik – haben sich in wenigen Jahren von einer Nischenlösung zu einem der beliebtesten Einstiege in die private Energiewende entwickelt. Die Zahl der unterschiedlichen Geräte, Steckverbindungen und Montagesysteme ist schnell gewachsen, aber einheitliche Produktstandards gab es bisher nicht.
Die weltweit erste Norm für Balkonkraftwerke setzt genau an diesem Punkt an. Sie beschreibt sie erstmals als eigene Gerätekategorie und legt fest, wie ein sicheres Steckersolargerät konstruktiv aufgebaut sein sollte. Mit der DIN VDE V 0126-95 VDE V 0126-95:2025-12 Steckersolargeräte für Netzparallelbetrieb - Teil 95: Sicherheitsanforderungen und Prüfungen liefert der Verband der Elektrotechnik (VDE) ein verbindliches Regelwerk für alle Stecker-Solaranlagen, die Strom ins Haushaltsnetz einspeisen.
Die wichtigsten Punkte:
Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben werden. Umrüstung oder technische Anpassung sind nicht notwendig. Die neue Produktnorm greift nur für Balkonkraftwerke, die ab jetzt installiert oder verkauft werden.
Kombi-Systeme wie integrierte Speicherlösungen, die mit einem separaten Stromspeicher kombiniert werden, fallen nicht unter diese Regelung. Dafür wird laut VDE gerade eine eigene Norm erarbeitet.
Die Produktnorm definiert erstmalig technische Anforderungen für Steckersolargeräte als komplettes System. Sie richtet sich in erster Linie an alle, die Steckersolargeräte entwickeln, herstellen oder verkaufen. So wissen Hersteller und Anbieter künftig genau, welche technischen Anforderungen sie erfüllen müssen, und Prüflabore können auf Basis der Norm die Sicherheit der Geräte bewerten.
Außerdem ist die Norm auch für Endverbraucher, Verkäufer, Anbieter, Vermieter und Hausbesitzer wichtig, weil sie klare Vorgaben zur Dokumentation macht. Dadurch können Endverbraucher besser verstehen, worauf sie achten müssen und welche Bedingungen ein Steckersolarsystem für einen sicheren Betrieb erfüllen sollte.
Ein wichtiger Schwerpunkt der Norm ist die Festlegung von Leistungsgrenzen. Die seit April 2024 geltende maximale Wechselrichterleistung von 800 VA (Watt) wird in der Norm bestätigt und technisch untermauert. So lassen sich Missverständnisse vermeiden, und alle Beteiligten am Markt haben eine verbindliche Grundlage für die Zuordnung von Modulen und Wechselrichtern.
"Endverbraucher können sich hierdurch ein klares Bild machen, was sie zu beachten haben, und welche Voraussetzungen das Steckersolarsystem für einen sicheren Betrieb erfüllen sollte", sagt Ansgar Hinz, Vorstandsvorsitzender des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. "Durch normkonforme und damit im Sinne der Produkthaftung für den Anwender sichere Geräte wird das Vertrauen in die Technik der Steckersolarsysteme am Markt deutlich gesteigert."
Die Veröffentlichung der Norm ist für Dezember 2025 angekündigt.
Quelle: VDE
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