Die Handwerkersoftware von Plancraft soll Betrieben aus dem Bau- und Ausbaugewerbe dabei helfen, einfacher Angebote zu kalkulieren, Aufträge zu dokumentieren und Rechnungen zu erstellen.

Die Handwerkersoftware von Plancraft soll Betrieben aus dem Bau- und Ausbaugewerbe dabei helfen, einfacher Angebote zu kalkulieren, Aufträge zu dokumentieren und Rechnungen zu erstellen. (Foto: © Plancraft GmbH)

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Plancraft will Software für das Handwerk möglichst einfach halten

Betriebsführung

Die anderen sind wohl zu kompliziert. Wer bei Google nach Plancraft sucht, erhält "Die einfache Handwerkersoftware" als Treffer. Das Start-up aus Hamburg geht mit breiter Brust voran.

"Es ist das Feedback unserer Kunden, das uns so mutig macht", erklärt Julian Wiedenhaus, Gründer und Geschäftsführer der Plancraft GmbH. Der Anstoß, eine möglichst einfach zu handhabende Software für Handwerker zu entwickeln, kommt aus dem Handwerk selbst. Der Vater von Co-Gründer Alexander Noll führt eine Zimmerei in Tostedt (Niedersachsen).

"Die Programme sind zu komplex. Der Betrieb ist sehr abhängig vom Support und die Software für mobiles Arbeiten nur eingeschränkt verwendbar", fasst Julian Wiedenhaus die kritischen Punkte zusammen. Interviews mit weiteren Handwerksunternehmen zeigten ihnen, dass die Zimmerei Thomas Noll mit diesen Problemen nicht alleine ist. "Angebote kalkulieren, Aufträge dokumentieren und Rechnungen erstellen muss der Soloselbstständige genauso wie der 60-Mann-Betrieb. Alle tun sich damit schwer."  

Gründer-Trio aus Hamburg 

Alexander Noll (l.), Julian Wiedenhaus (M.) und Richard Keil haben Plancraft gegründet. Foto: © Plancraft GmbHAlexander Noll (l.), Julian Wiedenhaus (M.) und Richard Keil haben Plancraft gegründet. Foto: © Plancraft GmbH

Noch während ihres Studiums an der Technischen Universität Hamburg erstellen Wirtschaftsingenieur Julian Wiedenhaus und Bauingenieur Alexander Noll einen Prototypen von Plancraft. Seit Ende 2019 können sie sich vollständig auf die Entwicklung der cloudbasierten Softwarelösung konzentrieren, die als App auf dem stationären PC, Tablet und Smartphone installiert wird.

Der Informatiker Richard Keil komplettiert das Gründer-Trio. "Alexander hat bei ihm als Werksstudent gearbeitet. Als er hörte, dass wir uns selbstständig machen, hat Richard seinen sehr gut bezahlten Job als Software-Entwickler gekündigt und ist bei Plancraft eingestiegen." Im Juni 2020 präsentierten sie die Beta-Version, welche die Betriebe kostenlos testen und die Entwickler schrittweise verbessern konnten. 

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Kosten von Plancraft

Mit Plancraft kann auf dem PC, Laptop oder Smartphone gearbeitet werden. Foto: © Plancraft GmbHMit Plancraft kann auf dem PC, Laptop oder Smartphone gearbeitet werden. Foto: © Plancraft GmbH

Die kostenpflichtige Vollversion ist seit Herbst 2020 auf dem Markt. "Unsere Preisgestaltung ist genauso einfach wie die Handhabung der Software", verspricht Julian Wiedenhaus. Büroanwender zahlen 29 Euro pro Monat und Nutzer im Jahres-Abo. 39 Euro werden bei monatlicher Zahlung fällig. Die mobile App, die Vorarbeiter oder Monteure auf ihrem Smartphone installieren können, kostet pro Monat und Nutzer neun Euro. Bei allen Preisen kommt die Mehrwertsteuer hinzu. 

Support bei Plancraft inklusive

Der technische Support ist im Preis bereits inbegriffen. Dessen Mitarbeiter sind wochentags von 9 bis 18 Uhr per Telefon, E-Mail, WhatsApp oder Chatfunktion auf der Website zu erreichen. "Auf die meisten Anfragen antworten wir auch am Wochenende, aber das garantieren wir nicht vertraglich." Die Vollversion von Plancraft kann man sieben Tag lang kostenlos testen

Bau und Ausbau nutzt Plancraft

Die Nutzer stammen aus dem Bau- und Ausbaugewerbe. "Am stärksten sind bei Plancraft die Maler und Dachdecker vertreten", sagt Julian Wiedenhaus. 2.000 Betriebe hätten sich bereits einen Probe-Account erstellt. Die Zahl der Abonnenten nennt der Geschäftsführer des Start-ups nicht.

Die Plancraft-Kunden verteilen sich auf ganz Deutschland. Inzwischen ist die Handwerkersoftware auch in Österreich erhältlich. Probleme mit der Nutzung der cloudbasierten Lösung beobachtet der 28-Jährige teilweise im ländlichen Raum. "Der Breitband-Internetzugang muss so schnell wie möglich flächendeckend ausgebaut werden", appelliert der Plancraft-Geschäftsführer an die künftige Bundesregierung. 

Facebook-Gruppe Auf Facebook leitet Julian Wiedenhaus die öffentlich zugängliche Gruppe "5x5 Handwerk DIGITAL". Dort tauschen sich zurzeit circa 150 Mitglieder zur Digitalisierung im Handwerk aus. Alle sechs Wochen wird donnerstags um 19 Uhr zu einem kostenlosen Online-Event eingeladen, bei dem praxisnahe und schnell umsetzbare Tipps vermittelt werden.

Preis für Plancraft

Im Sommer hat Plancraft den Gunnar-Uldall-Wirtschaftspreis erhalten. Die nach dem verstorbenen Hamburger Wirtschaftssenator benannte Auszeichnung wird für besondere Verdienste im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft vergeben. "Das Handwerk ist ein riesiger Wirtschaftszweig, der in vielen Punkten hinterherhinkt. Mit unserer Software bieten wir Gründern und gestandenen Unternehmern eine einfache, aber professionelle Lösung", zieht Julian Wiedenhaus als Begründung heran, dass die Wahl der Jury auf das Start-up gefallen ist.

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Text: / handwerksblatt.de

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