Kein Portrait im klassischen Sinn und gerade deshalb ein besonderer Hingucker: Ektoras Tartanis während seiner Zeit als 1. Kapellmeister am Theater Freiburg. (Foto: © Markus Bronold Photography)

Vorlesen:

"Professionelle Businessportraits sind wichtiger als Sie denken!"

Unternehmensbilder sollen die Qualität und Einzigartigkeit vermitteln, für die ein Betrieb und seine Menschen stehen, sagt Fotograf Markus Bronold. Professionelles Bildmaterial hebt von der Masse ab. Dennoch werden Fotos oft vernachlässigt.

Im Handwerk ist Professionalität das A und O. Für Unternehmensbilder gilt das Gleiche. Denn gerade sie sollten die Qualität und Einzigartigkeit vermitteln, für die ein Betrieb und seine Menschen stehen, sagt der Düsseldorfer Fotograf Markus Bronold.

Markus Bronold hat sein Studio auf dem historischen Industrie-Areal Böhler und ist weltweit für Unternehmen, Magazine, aber auch für Handwerksbetriebe in und um Deutschland im Einsatz. Am liebsten fotografiert er Menschen. In einer visuell gewordenen Welt, in der Fotos oft wichtiger sind als Texte, dürfen Handwerker und Dienstleister die Wirkung professioneller Bilder in der Außendarstellung nicht unterschätzen, ist Markus Bronold überzeugt. Er sagt: "Die Außendarstellung ist mittlerweile so wichtig wie gutes Werkzeug."

Foto: © Markus Bronold PhotographyFoto: © Markus Bronold Photography

Deutsches Handwerksblatt (DHB): Herr Bronold, heute kann jeder mit seinem Smartphone gute Fotos machen. Warum machen professionelle Bilder vom Fotografen – insbesondere Portraitfotos der Inhaber und Mitarbeiter eines Unternehmens – den Unterschied?
Markus Bronold:
Gerade in einer zunehmend digitalen Welt, ist gutes Bildmaterial das A und O für eine professionelle Außendarstellung. In Handwerk und Dienstleistung erscheint es aber oft, als wäre dies nicht wirklich bewusst: Man spricht über die eigene Professionalität, aber die Bilder spiegeln etwas anderes wider. Man spart genau an der Stelle, an der man genau diese Professionalität als Unterscheidungsmerkmal sichtbar machen müsste und vernachlässigt dabei einen der wichtigsten Teile des Marketings.

Wenn Betrachter, die ein Unternehmen nicht persönlich kennen, sich nur auf die Außendarstellung verlassen, kann hier schnell der Eindruck entstehen: "Wenn die Arbeit genauso ist wie die Bilder, dann möchte ich weder Kunde sein noch für euch arbeiten." Das ist hart formuliert, aber genau dieser Eindruck entsteht unterbewusst bei Kunden und Bewerbern. Denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte. 

Das könnte Sie auch interessieren:

Beispiele für professionelle Portraits   

Bildergalerie

Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )
Professionelle Businessfotos machen den Unterschied – Beispiele
(Foto: © Markus Bronold Photography )

DHB: DHB: Woran liegt das? Ihr Werkzeug würden Handwerker ja auch nicht im Supermarkt kaufen?
Bronold: 
Ich erlebe oft großartige Unternehmen, die eine tolle Arbeit machen, aber in der Darstellung hinkt es, weil die Wirkung von professionellem Bildmaterial unterschätzt wird. Man kennt jemanden, der jemanden kennt und der hat eine Kamera und macht auch schöne Fotos und das ganz billig. Kommt das bekannt vor?

Foto: © Markus Bronold PhotographyFoto: © Markus Bronold Photography

Oder man nimmt ein Handy und ein paar Stockfotos, legt einen Filter drüber und denkt, das reicht. Und da greift auch wieder das Beispiel mit dem Zahnarzt. Niemand würde irgendwohin gehen, der Zahnmedizin im Abendkurs gelernt hat und sich einen Bohrer leisten kann. Niemand.

Eine professionelle Sichtbarkeit ist heute genauso Teil des Business und des Marketings wie eine perfekte Arbeit. Die Außendarstellung ist mittlerweile so wichtig wie gutes Werkzeug. Nur Erzählen reicht nicht, das kann heute jeder. Über 90 Prozent der Informationen, die unser Gehirn aufnimmt, sind visuell. Ein Bild löst in Sekunden ein Gefühl aus, ob wir mit oder für jemanden arbeiten wollen oder nicht. Es ist der erste und bleibende Eindruck.

Wenn ich ein besonders Handwerksunternehmen habe, mit einer Geschichte, mit besonderen Produkten und Dienstleistungen, dann darf ich auch über die Bilder herausstechen. Die meisten Handwerker können sich heutzutage nicht über zu wenig Arbeit beschweren, aber Quantität ist etwas anderes als Qualität. Für mich zum Beispiel geht es persönlich nicht um viele Kunden sondern um die richtigen. 

Foto: © Markus Bronold PhotographyFoto: © Markus Bronold Photography

DHB: Welche Rolle spielen die Bilder beim Recruiting neuer Mitarbeiter und Auszubildenden?
Bronold: 
Sie spielen meiner Meinung nach eine Schlüsselrolle. Ein potenzieller Mitarbeiter muss beim Blick auf die Website denken: "Was für eine coole Truppe, mit denen will ich arbeiten." Das gelingt nur, wenn die Bilder zur Unternehmenskultur passen. Oft leuchten die Augen auf den Bildern nicht, die Gesten sind einstudiert, die Portraits austauschbar oder das ganze Team steht steif vor der Halle.

Meiner Meinung nach muss ein Handwerker auf dem Foto nicht zwangsläufig einen Hammer oder ein anderes Arbeitsgerät in der Hand halten, man sollte stattdessen in seinem Gesicht sehen, dass er mit Liebe und Herzblut arbeitet. Deshalb fotografiere ich Menschen in einer Umgebung, in der sie sich wohlfühlen. Es geht nicht um Hochglanz oder Perfektion, sondern um Menschlichkeit. Weil es am Ende das ist, was wir uns eigentlich wünschen. Wir wollen verstanden werden bei dem Problem, was wir haben. Und bei einem solchen Unternehmen bewirbt man sich auch lieber als anderswo. 

Business-Fotos sollen nahbar, professionell und sympathisch sein"Für viele sind Mitarbeiterfotos wie ein Besuch beim Zahnarzt, sie gehen nicht gerne hin. Und oft spüren wir es erst, wenn es zu spät ist", sagt Fotograf Markus Bronold. Dabei haben die Fotos einen großen Wert für die Außendarstellung. Business-Fotos können ein Unternehmen nahbar, professionell und sympathisch zeigen. Die Menschen sollen im Idealfall natürlich rüberkommen, nicht gekünstelt. Es gehe darum, so Bronold, Stimmung, Zusammenarbeit und Werte des Unternehmens sichtbar zu machen, nicht nur Gesichter. 

Foto: © Markus Bronold PhotographyFoto: © Markus Bronold Photography

DHB: Viele Betriebe zeigen auf ihrer Website klassische Gruppenfotos ihres Teams. Wo liegen da die Tücken?
Bronold: 
Gruppenbilder können gut und dienlich sein. Oft werden sie aber eher dokumentarisch verwendet und nicht emotional. Als reine Dokumentation sind sie schnell veraltet. Auf dem Foto sind Leute, die längst nicht mehr da sind, neue Mitarbeiter fehlen. Gruppenbilder haben aber die Macht, die Gesamtstimmung eines Teams festzuhalten. Mitarbeiter wechseln vielleicht, aber eine Stimmung im Team bleibt. Das ist ein großer Unterschied. So entsteht ein authentisches, menschliches Bild des Unternehmens, das wichtiger ist als das rein dokumentarische. Und es bleibt.

Foto: © Markus Bronold PhotographyFoto: © Markus Bronold Photography

DHB: Welchen Effekt hat es auf Kunden und Bewerber, die professionell gemachte Bilder und Portraits sehen?
Bronold: 
Die Aufnahmen schaffen Vertrauen. Im Idealfall erkennt man an der Bildsprache sofort: "Wir lösen dein Problem" oder "Du bist bei uns in guten Händen." Die Werte eines Unternehmens lassen sich über Bilder sehr gut transportieren. Wenn ich aber dieselben Stockfotos und Posen nutze wie alle anderen, sende ich die Botschaft: Wir sind genau wie die anderen.

Auch die Standardisierung durch KI führt zu Mittelmaß. Bilder sollen aber Individualität zeigen. Das Gesamtkonzept muss stimmen. Am Ende entscheiden sich die meisten Menschen doch für Qualität und Problemlösungskompetenz und nicht für Quantität oder den niedrigsten Preis, wenn sie einen Handwerker beauftragen. Wer billig kauft, kauft zweimal. 

DHB: Haben Sie ein Beispiel, wie Sie das in der Praxis in einem Handwerksbetrieb umsetzen?
Bronold: 
Ich habe zum Beispiel einmal mit einem größeren Bestattungsunternehmen gearbeitet. Im Briefing ging es den Inhabern zunächst um die lange Firmentradition, die Größe ihres Unternehmens und die Auswahl ihrer Produkte. Aber im Trauerfall interessiert Kunden das kaum. Sie trauern und wollen wissen: Fühle ich mich hier verstanden und aufgehoben? Also haben wir die Mitarbeiter als Menschen fotografiert, in ihren unterschiedlichen Rollen, mit dem Fokus auf Mitgefühl und Vertrauen statt auf Historie und Ausstattung. Denn genau darum geht es: die Bedürfnisse der Kunden emotional zu treffen, nicht nur Fakten abzubilden.

Foto: © Markus Bronold PhotographyFoto: © Markus Bronold Photography

DHB: Wie gehen Sie bei so einem Shooting konkret vor?
Bronold: 
Jedes Unternehmen ist anders und so auch jede Planung. Am Anfang steht immer das Kennenlernen: Welche Menschen sitzen vor mir und was macht dieses Unternehmen so besonders? Was unterscheidet es von anderen, nicht nur beim Produkt, sondern im Umgang, in der Kultur? Was sind die Anforderungen und Wünsche der Unternehmer? Größe des Unternehmens, nur Mitarbeiterbilder oder auch Unternehmensdarstellung, Beratung bei gesamtheitlichen Konzepten etc. Aus den Informationen entwickeln wir ein Konzept für die Bildsprache und wenn gewünscht auch mehr.

Ich plane den Ablauf so, dass sich das Shooting so perfekt wie möglich in den Arbeitsalltag integrieren lässt. Zeit und Geld sind wichtige Ressourcen und die meisten Unternehmer und Handwerker haben andere Dinge zu tun, als Model zu spielen. Ich arbeite meist direkt im Betrieb, weil das für viele Mitarbeiter ein "sicherer Ort" ist. Manche Menschen stehen ungern vor der Kamera und sogar neun von zehn mögen sich nicht auf Fotos. Hier braucht es vor allem Vertrauen und Führung, nicht nur Technik.

Gute Portraits entstehen, wenn sich die Menschen gesehen fühlen. Dies gehört zu einem professionellen Shooting genauso dazu, wie gute Fotos und ist gleichermaßen eine Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern. Am Ende dürfen sie stolz sein auf die Bilder und ihren Arbeitgeber. Es wird meiner Meinung nach zu oft unterschätzt, was gute Bilder für ein Unternehmen tun können und wie wichtig sie für die Außendarstellung sind. Gute Unternehmensbilder transportieren weit mehr als nur die Optik einer Firma. Unternehmen haben eine Botschaft. Diese sichtbar zu machen, ist Aufgabe des Fotografen.

Das Interview führte Kirsten Freund

Markus Bronold – VitaFotograf Markus Bronold Foto: © Markus Bronold PhotographyFotograf Markus Bronold Foto: © Markus Bronold PhotographyMarkus Bronold
Geb. 1966 in Wuppertal
Freischaffender Fotograf mit den Schwerpunkten Portrait und Reportage
Zahlreiche Ausstellungen und Veröffentlichungen im nationalen und internationalen Raum
Markus Bronold lebt in Düsseldorf und ist sowohl in Deutschland als auch weltweit für Kunden und Projekte unterwegs. In Düsseldorf betreibt er ein eigenes Studio.

Kontakt:

www.markusbronold.de
studio@markusbronold.de
+491713847757

DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: