Der Kampf gegen Schwarzarbeit würde ausgebremst, wenn die Bundesregierung die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen abschafft, betont ZDH-Präsident Jörg Dittrich.

Der Kampf gegen Schwarzarbeit würde ausgebremst, wenn die Bundesregierung die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen abschafft, betont ZDH-Präsident Jörg Dittrich. (Foto: © ZDH/Henning Schacht)

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Wird die Steuerermäßigung für Handwerker gestrichen?

Die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen steht zur Debatte. Handwerkspräsident Jörg Dittrich warnt eindringlich vor dem Aus. Auch mit Blick auf Schwarzarbeit und Steuerbetrug.

Es gibt Spekulationen darüber, dass Bundesfinanzminister und SPD-Chef Lars Klingbeil die Steuererleichterung für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen auf eine Streichliste gesetzt hat. Dazu äußert sich einen Tag vor der Kabinettsitzung zum Bundeshaushalt 2027 Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH): "Es verbleibt nebulös, was der Bundesfinanzminister unter Abbau von Finanzhilfen und Steuervergünstigungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung versteht. Es verunsichert die Handwerksbetriebe massiv, dass in den letzten Tagen immer wieder im politischen Raum zu vernehmen war, der SPD-Chef verstehe darunter vor allem die Abschaffung der Steuerbegünstigung für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen."

Der irreführenderweise sogenannte "Handwerkerbonus" sei kein Bonus für Betriebe, betont Dittrich. Er sei vielmehr ein gezielter Steueranreiz für Verbraucherinnen und Verbraucher, der legale Arbeit stärkt und Schwarzarbeit und Steuerbetrug wirksam eindämme.

➡️ Der Abzugshöchstbetrag für Handwerkerleistungen liegt aktuell bei 20 Prozent von maximal 6.000 Euro Arbeitskosten (nicht Material), also 1.200 Euro pro Jahr für Privatpersonen (§ 35a EStG).  

Die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen ausgerechnet jetzt abzuschaffen, wäre falsch und würde ein widersprüchliches Signal senden, betont der Handwerkspräsident: "Einerseits wird der Kampf gegen Schwarzarbeit und Steuerbetrug erst am Montag vom Bundesfinanzminister betont, um dann nur zwei Tage später am Mittwoch die Tür dafür zu öffnen, einen zentralen Anreiz für Aufträge in legale Betriebe abzuschaffen und damit den Kampf gegen Schwarzarbeit scharf auszubremsen."

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In der aktuell wirtschaftlich angespannten Lage wäre eine Abschaffung des Steueranreizes für fachlich hochqualifizierte Handwerkerleistungen ein schwerer Fehler, warnt Dittrich. 

Schweden habe so einen Verbraucherbonus, Österreich hätte ihn kürzlich eingeführt. "In Schweden haben sie ihn sogar ausgeweitet. Er wurde einfacher gemacht, um die Nachfrage anzukurbeln."

Die Steuerermäßigung stabilisiere private Nachfrage, ermögliche notwendige Modernisierungen und wirke direkt in die Breite des Handwerks, insbesondere bei kleinen und mittleren Betrieben im Ausbaugewerbe.

Dittrich weiter: "Fällt dieser Impuls weg, werden Investitionen verschoben, während Schwarzarbeit wieder an Attraktivität gewinnt und das mit negativen Folgen für Steuereinnahmen, Sozialabgaben und Qualitätsstandards. Auch die energetische Sanierung des Gebäudebestands würde dadurch zusätzlich gebremst. Die Wirkung dieses Instruments ist in der Praxis eindeutig: Es stärkt legale Beschäftigung und sorgt dafür, dass Leistungen dort erbracht werden, wo sie hingehören, nämlich im regulären Wirtschaftskreislauf."

Quelle: ZDH

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Text: / handwerksblatt.de

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