Ministerin Ina Scharrenbach freut sich darüber, dass die Initiative "Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032" auf den Weg gebracht ist.

Ministerin Ina Scharrenbach freut sich darüber, dass die Initiative "Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032" auf den Weg gebracht ist. (Foto: © Wilfried Meyer)

Vorlesen:

Anstoß für die "Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032"

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung und Ministerin Ina Scharrenbach teilen mit: Das Team GE 203 macht sich auf den Weg!

Mit der "Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032" schlagen das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, die Stadt Gelsenkirchen sowie zahlreiche Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft ein neues Kapitel der Stadtentwicklung auf. Aufbauend auf der bisherigen Zukunftspartnerschaft wird der Fokus künftig erweitert: Neben der Stabilisierung des Wohnungsmarktes rücken wirtschaftliche Entwicklung, Klimaanpassung und innovative Nutzungskonzepte stärker in den Mittelpunkt. Die neue Initiative knüpft an zentrale Herausforderungen der Stadt an: den strukturellen Wandel, den Rückgang der Bevölkerung sowie einen erheblichen Wohnungsüberhang. Ziel bleibt es, bis 2032 bis zu 3.000 Wohneinheiten zurückzubauen, Problemimmobilien zu beseitigen und gleichzeitig neue Perspektiven für Wohnen, Arbeiten und Leben zu schaffen.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung: "Am 4. Dezember 2025 haben sich Land und Stadt aufgemacht, die bisherige ‚Zukunftspartnerschaft‘ zu einer ‚Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032‘ zu entwickeln. Heute gibt es dazu den Anstoß – mit starken Partnern für eine starke Stadt. Erstmals wird die Zusammenarbeit deutlich verbreitert. Neben dem Land und der Stadt engagieren sich künftig auch zentrale Akteure wie der FC Schalke 04, die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, Handwerksorganisationen sowie die Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe. Gemeinsam bilden wir das ‚TEAM GE 2032‘, das den Transformationsprozess aktiv begleitet soll. Mit der ‚Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032‘ öffnen wir neue Horizonte für Gelsenkirchen und setzen auf eine starke Allianz aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft."

"Auf ein neues Level gehoben"

Andrea Henze, Oberbürgermeisterin der Stadt Gelsenkirchen: "Heute haben wir unsere gemeinsame Zukunftspartnerschaft Wohnen auf ein neues Level gehoben. Durch die Weiterentwicklung zu einer ‚Stadtperspektive‘ setzen die Stadt Gelsenkirchen und das Land NRW ab sofort auch auf Engagement und das Know-How der Arbeitgeber und der Unternehmen in der Stadt. Diesen konkreten Wunsch hat die Unternehmerseite in vielen Gesprächen an mich herangetragen. Insbesondere Junges Wohnen für Studierende und Auszubildende soll weiterentwickelt werden und Eigentümerinnen und Eigentümer dabei unterstützt werden, ihre Bestandsimmobilien speziell für Auszubildende und Studierende zu ertüchtigen und verfügbar machen."

Matthias Tillmann, Vorstandsvorsitzender des FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V.: "Gelsenkirchen wieder stark machen – diese Aufgabe meistern wir nur, wenn die zentralen Akteure und Institutionen gemeinsam und entschlossen handeln. Entsprechend freuen wir uns über die Weiterentwicklung der Initiative Zukunftsstadt. Zusammen mit Politik, Verwaltung und der örtlichen Wirtschaft werden wir als FC Schalke 04 daran mitarbeiten, neue Impulse in Gelsenkirchen zu setzen. Wir sind davon überzeugt, dass die Stadtperspektive 2032 ein wichtiger Bestandteil dieses Weges ist. Die Bürgerinnen und Bürger sollen spüren: Hier tut sich etwas, wir kommen ins Machen! Oberbürgermeisterin Andrea Henze und die weiteren Verantwortlichen haben dazu die volle Unterstützung des Vereins. Gemeinsam für Gelsenkirchen – das ist auch unser Leitmotiv für die Entwicklung des Berger Feldes, die wir in den kommenden Jahren weiter vorantreiben werden. Als Verein werden wir unseren Teil dazu beitragen, eine neue, mutmachende und bessere Story über Gelsenkirchen zu erzählen."

"Die richtigen Weichen werden gestellt"

Michael Grütering, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe: "Der erfolgreiche Kampf gegen Problemimmobilien muss seine Fortsetzung finden mit einer nachhaltigen Verwendung dieser Potenzialflächen. Dies ist für die Wirtschaft eine neue Möglichkeit, in einem neuen Raum wirtschaftliche Aktivitäten und Erweiterungen durchzuführen. Um dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen, bietet es sich förmlich an, in Kooperation mit den Unternehmen diese Flächen zu beplanen und einer nachhaltigen Nutzung zuzuführen. Dies insbesondere auch für die Erstellung von Mitarbeiterwohnungen und Azubiwohnungen."

Thomas Banasiewicz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster: "Mit der ‚Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032‘ werden die richtigen Weichen gestellt. Entscheidend ist nun, die neu entstehenden Flächen zügig und qualitätsvoll zu entwickeln und dabei auch ausreichend Raum für Betriebe vorzusehen. Dafür braucht es ein enges Zusammenspiel von Stadt, Land und Wirtschaft. Das Handwerk bringt sich als verlässlicher Partner ein – praxisnah, lösungsorientiert und mit Blick auf nachhaltige sowie wirtschaftlich tragfähige Nutzungen."

"Qualität, Innovation und regionale Wertschöpfung"

Andreas Driesel, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Emscher-Lippe West: "Das Handwerk steht für Qualität, Innovation und regionale Wertschöpfung – genau das braucht Gelsenkirchen auf dem Weg der "Stadtperspektive 2032". Mit unseren Betrieben und deren Fachkräften setzen wir den Strukturwandel vor Ort in konkrete Zukunftsperspektiven um. In Kooperation mit unseren Partnern, möchten wir einen wichtigen Beitrag für das "Team GE 2032" leisten."

Sven Wolf, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen: "Die Gelsenkirchener Wirtschaft benötigt dringend zusätzliche Flächen, um neue Arbeitsplätze zu schaffen und den wirtschaftlichen Strukturwandel zu meistern. Zudem muss die Lebens- und Wohnqualität vor Ort gestärkt werden, damit Fach- und Führungskräfte in der Stadt gehalten und zusätzliche angeworben werden können. Beides wird nur gelingen, wenn Land, Stadt und Unternehmen gemeinsam an einem Strang ziehen. Die Wirtschaft steht dafür bereit, der Schulterschluss für eine erfolgreiche Weiterentwicklung beginnt heute."

Ziel: Bereinigung des Wohnungsmarkts

Zentrales Element der "Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032" bleibt die Bereinigung des Wohnungsmarkts. Rund 9.000 überschüssige Wohneinheiten und etwa 500 Problemimmobilien stellen weiterhin eine große Herausforderung dar. Durch gezielten Rückbau und strategische Flächenentwicklung sollen diese Standorte künftig als Investitions- und Entwicklungsräume genutzt werden. Seit 2022 wurden mit Unterstützung des Landes rund 30 Millionen Euro eingesetzt. Insgesamt konnten bereits 73 Gebäude mit 380 Wohneinheiten angekauft und 14 Gebäude zurückgebaut werden. Darunter befinden sich auch einige der bekanntesten Problemimmobilien der Stadt, etwa eine Immobilienzeile am Ahlmannshof. Mit der "Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032" wird dieser Prozess nun konsequent weitergedacht. Parallel baut die Stadt Gelsenkirchen ein digitales Potentialflächenkataster auf, um neue Chancen systematisch sichtbar zu machen und Investitionen gezielt zu steuern.

Erstmals rückt die wirtschaftliche Entwicklung stärker in den Fokus: Freiwerdende Flächen sollen gezielt für Unternehmen, Handwerk und Industrie entwickelt werden. Ziel ist es, neue Arbeitsplätze zu schaffen, Wertschöpfung zu erhöhen und Gelsenkirchen als Wirtschaftsstandort nachhaltig zu stärken. Bereits heute ist die Stadt Heimat von über 3.300 Unternehmen aus 27 Branchen und profitiert von ihrer zentralen Lage im Ruhrgebiet.

Klimafreundliche Transformation

Ein weiterer Schwerpunkt ist die klimafreundliche Transformation. Im Rahmen des Projekts "Prima. Klima. Ruhrmetropole" übernimmt Gelsenkirchen eine führende Rolle bei der Entwicklung innovativer Energiequartiere und nachhaltiger Stadtstrukturen. Rückbau, Neubau und Sanierung werden dabei konsequent unter den Aspekten Klimaschutz, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft gedacht. Neben baulichen und wirtschaftlichen Maßnahmen spielt auch die Identität der Stadt eine wichtige Rolle. Orte wie die "Schalker Meile" oder prägende Gebäude sollen weiterentwickelt und als Impulsgeber für neue Stadtquartiere genutzt werden.

Im Rahmen des strategischen Ansatzes bleiben Städtebau- und Wohnraumfördermittel ein zentrales Instrument, um Problemimmobilien anzukaufen, zurückzubauen oder zu sanieren. Die Stadt nutzt dabei konsequent die ihr zur Verfügung stehenden rechtlichen Instrumente, insbesondere aus dem Städtebaurecht, der Bauordnung, der Wohnungsaufsicht sowie dem flankierenden Ordnungsrecht. Die im Rahmen der Zukunftspartnerschaft bisher bereitgestellten Mittel setzt die Stadt Gelsenkirchen erfolgreich ein. Bis 2032 sollen – entsprechend der vereinbarten Zielsetzung – bis zu 3.000 Wohneinheiten vom Markt genommen werden, um den strukturellen Wohnungsüberhang zu reduzieren und neue Entwicklungsperspektiven zu schaffen.

Mit der "Stadtperspektive Gelsenkirchen 2032" setzen alle Beteiligten auf einen langfristigen, partnerschaftlichen Prozess, der die Stadt sozial, wirtschaftlich und ökologisch zukunftsfähig macht.


DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!Weitere Meldungen aus dem Bezirk der Handwerkskammer Münster

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: