Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf und die dortigen Kreditinstitute machen auf das Anliegen des Bürokratieabbaus aufmerksam.

Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf und die dortigen Kreditinstitute machen auf das Anliegen des Bürokratieabbaus aufmerksam. (Foto: © Сергей Тряпицын/123RF.com)

Kampagne gegen überbordende Bürokratie

Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf und die dortigen Banken sagen "Nein, Danke!" zum Formularwust.

Regeln nützen, Überreglementierung schadet. Auf diesen Punkt bringen die Kreishandwerkerschaft (KH) Steinfurt-Warendorf sowie Volksbanken und Sparkassen der Region ihre Meinung. Sie haben dafür mit Blick auf die Bundestagswahl die Kampagne "Bürokratie. Nein Danke!" gestartet. 

Im Anschluss an ihre Initiative gegen Bürokratie und Überreglementierung bei der vergangenen NRW-Landtagswahljahr legen die Partner jetzt nach. Unter dem Hashtag #einfachmachen weisen sie in Kurzfilmen mit überspitzten und humorvollen Beispielen auf überbordende Bürokratie hin. Sie sind damit Teil der Initiative des Handwerks, der Politik konkrete Beispiele zu nennen und Vorschläge zum Bürokratieabbau zu unterbreiten. In einer umfangreichen Sammlung, die der Zentralverband des Deutschen Handwerks zusammengestellt hat, werden Vorschläge aus dem Handwerk gemacht, um wieder Freiräume für die Betriebe zu schaffen.

Keine Absage an Ordnung und Regeln

Mit dieser Karrikatur und dem Nein-Danke-Stempel machen die KH und Kreditinstitute auf ihr Anliegen des Bürokratieabbaus aufmerksam. Foto: © Kreishandwerkerschaft Steinfirt-WarendorfMit dieser Karrikatur und dem Nein-Danke-Stempel machen die KH und Kreditinstitute auf ihr Anliegen des Bürokratieabbaus aufmerksam. Foto: © Kreishandwerkerschaft Steinfirt-Warendorf

Die Kampagne richte sich nicht per se gegen Bürokratie, Ordnung, Gesetze und Regeln. Diese seien in einer Gesellschaft und einem funktionierenden Wirtschaftssystem unabdingbar, betonen KH und Banken in einer Pressemitteilung. Wogegen man sich zur Wehr setze, sei das Übermaß an Bürokratie und Vorschriften, die Betriebe bis zur Existenzgefährdung blockierten. Die KH macht darauf aufmerksam, dass in einigen Handwerksbranchen 40 Prozent des Arbeitstages für Statistiken und Dokumentationen aufgebracht würden. Bei den Geldinstituten sei die Situation nicht weniger dramatisch, sagen diese. Als Folge der Finanzkrise sähen sie sich gezwungen, Kunden mit einer Informations- und Papierflut zu überschwemmen.

Mit der Initiative wollen die Partner die breite Öffentlichkeit wie auch die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft erreichen. "Wir wünschen uns ein Weniger an Vorschriften und ein Mehr an Vertrauen in das Verantwortungsbewusstsein der Unternehmen" erklärt KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner für das Handwerk. "Das gemeinsame Projekt macht deutlich, dass als Ziel nicht nur die eigene Entlastung von Überreglementierung verfolgt wird, sondern auch der Schutz der Kunden, ohne diese durch einen Wust an Formularen und Informationen zu verunsichern und zu bevormunden", unterstreicht Dietmar Dertwinkel, Regionaldirektor Süd der Volksbank Münsterland Nord. Weitere Unterstützer sind die Volksbank Ochtrup-Laer eG, die Volksbank eG (im Kreis Warendorf), die Kreissparkasse Steinfurt und die Kreissparkasse Münsterland Ost.

 

Hintergrund Neun etwa zweieinhalbminütige Filme zeigen "den bürokratischen Wahnsinn" in Handwerksbetrieben und Banken, der nicht nur diese trifft, sondern auch ihre Kunden. Die Hauptrolle hat der Müns­teraner Schauspieler Christoph Tiemann. Er wird von Innungsbetrieben und Mitarbeitern der Volksbanken unterstützt. Die Filme stehen im Internet.

Weitere Meldungen aus dem Bezirk der Handwerkskammer Münster

Text: / handwerksblatt.de

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