Javlonbek Makhmudov und Temur Karimov (4. und 2. von rechts) aus Usbekistan verstärken als neue Service-Monteure das Kliwa-Team. Über die erfolgreiche Fachkräftegewinnung im Ausland freuen sich in dem Handwerksbetrieb Michael Nowakowski, Iveta Ozolina, Geschäftsführer Thorsten Kondermann und Prokurist Ralph Wegener sowie seitens der HWK Matthias Plate (von links).

Javlonbek Makhmudov und Temur Karimov (4. und 2. von rechts) aus Usbekistan verstärken als neue Service-Monteure das Kliwa-Team. Über die erfolgreiche Fachkräftegewinnung im Ausland freuen sich in dem Handwerksbetrieb Michael Nowakowski, Iveta Ozolina, Geschäftsführer Thorsten Kondermann und Prokurist Ralph Wegener sowie seitens der HWK Matthias Plate (von links). (Foto: © Thomas Mohn)

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Neue Fachkräfte für die Energiewende

Das Münsteraner Unternehmen Kliwa gewinnt zwei Elektroniker aus Usbekistan – und wird dabei von der Handwerkskammer Münster unterstützt.

Der Fachkräftemangel bleibt für viele Handwerksbetriebe eine der größten Herausforderungen. Besonders Unternehmen aus den Klimahandwerken suchen händeringend qualifizierte Mitarbeiter. Die Kliwa Klima Wartungs- und Montagegesellschaft mbH aus Münster hat deshalb neue Wege eingeschlagen – und gemeinsam mit der Handwerkskammer (HWK) Münster zwei Elektroniker aus Usbekistan gewonnen.

Temur Karimov und Javlonbek Makhmudov arbeiten seit wenigen Wochen bei dem Unternehmen, das bundesweit in den Bereichen Klima-, Kälte- und Lüftungstechnik tätig ist. Vermittelt wurden die Fachkräfte über das Projekt "Future International Talents for German Climate Businesses" (FIT), an dem sich die HWK Münster beteiligt. "Auf dem heimischen Markt sind kaum noch qualifizierte Fachkräfte zu finden", sagt Elektromeister und Kliwa-Prokurist  Ralph Wegener. "Wir bekommen zu wenige Bewerbungen und ausgebildete Kräfte sind kaum verfügbar. Deshalb waren wir froh, dass es dieses Programm gibt – und der gesamte Ablauf hat hervorragend funktioniert." Dabei setzt das Unternehmen weiterhin stark auf Ausbildung. "Seit 2023 haben wir deutlich mehr Ausbildungsanfragen, inzwischen sind wieder alle Ausbildungsplätze besetzt", berichtet Wegener. "Aber bis aus einem Azubi eine erfahrene Fachkraft wird, dauert es mehrere Jahre. Nach der Gesellenprüfung geht das Lernen bei Kliwa weiter."

Bewerbungsgespräche per Teams

Auf das FIT-Programm wurde Kliwa durch die HWK aufmerksam. Über die Plattform www.fitforclimate.de erhielt der Betrieb fünf Bewerbungen aus Usbekistan. Die Vorstellungsgespräche fanden online per Teams statt. "Am Ende haben sich zwei Fachkräfte glücklicherweise für uns entschieden", erzählt der Prokurist. "Die beiden bringen bereits Berufserfahrung mit und verfügen über Grundkenntnisse in Deutsch."

Zwischen Zusage und Arbeitsbeginn lagen rund drei Monate. In dieser Zeit mussten Visa beantragt, Behördengänge organisiert und der Umzug vorbereitet werden. Die Handwerkskammer unterstützte dabei sowohl den Betrieb als auch die neuen Mitarbeiter. Die HWK begleitet Unternehmen und Fachkräfte während des gesamten Einwanderungs- und Integrationsprozesses – von Anerkennungsverfahren über organisatorische Fragen bis hin zur sprachlichen und beruflichen Integration.

Unterstützung weit über den Arbeitsplatz hinaus

Die ersten Wochen im Betrieb verlaufen aus Sicht von Kliwa sehr erfolgreich. "Unser Fazit ist durchweg positiv", sagt Wegener. "Die beiden sind technisch sehr interessiert und bringen bereits viel Know-how mit." Inzwischen fahren Temur Karimov und Javlonbek Makhmudov bereits eigenständig zu Baustellen. Gleichzeitig beginnt für sie auch privat ein neuer Lebensabschnitt. Beide wohnen gemeinsam in Münster. Die Familien werden später nachkommen.

"Bei der Wohnungssuche und Einrichtung haben wir sie unterstützt. Das gehört für uns einfach dazu", erklärt Wegener. Integration ende nicht mit dem Arbeitsvertrag. Als größte Herausforderung nennt das Unternehmen die Bürokratie. "Visa, Arbeitserlaubnis, Bankverbindungen oder Personalunterlagen – dafür waren wir tagelang beschäftigt. Hier könnte vieles einfacher gestaltet werden."  Auch die Sprache spiele im Alltag eine wichtige Rolle. "Wir sprechen im Betrieb konsequent Deutsch mit den beiden. Sie sind sehr lernwillig und machen gute Fortschritte."

Internationale Fachkräfte als Zukunftsperspektive

Für Kliwa ist die internationale Fachkräftegewinnung längst mehr als ein einmaliges Projekt. "Ich sehe darin einen wichtigen Weg, um künftig Fachkräfte zu gewinnen", betont Wegener. Gleichzeitig wünsche er sich in Deutschland wieder mehr Wertschätzung für das Handwerk.

Das Projekt "FIT for German Climate Businesses" ist ein gemeinsames Projekt des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, der Bundesagentur für Arbeit und der sequa. Gefördert wird es durch das Bundeswirtschaftsministerium. Im Fokus stehen Klimahandwerke, die für die Umsetzung der Energiewende und der Klimaziele von zentraler Bedeutung sind.

 

Hintergrund: Projekt Hintergrund Die Handwerkskammer Münster beteiligt sich an der Umsetzung des Projekts im Kammerbezirk Münster. Ansprechpartnerin ist Katja Lutterberg, Telefon 0251 7051791.

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Text: / handwerksblatt.de

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