Tischlerinnungen in NRW vergeben erstmals Gesellinnenbriefe
Der Fachverband Tischler NRW stellt den Innungen zum ersten Mal Vorlagen für Gesellinnenbriefe zur Verfügung. Damit will der Verband den Einsatz der weiblichen Auszubildenden sichtbarer machen.
In den letzten zehn Jahren hat sich der Anteil von jungen Frauen in der Tischlerausbildung mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung will der Fachverband Tischler NRW fördern und dabei den Einsatz der weiblichen Auszubildenden noch sichtbarer machen. Deswegen stellt der Verband den Innungen in diesem Jahr neben den traditionellen Gesellenbriefen auch erstmals Vorlagen für Gesellinnenbriefe zur Verfügung.
"Die angehenden Gesellinnen sind eine wichtige Säule für die Zukunft unseres Gewerks", erklärt Landesinnungsmeister Thomas Klode. "Der Gesellinnenbrief ist eine Möglichkeit, dies nicht nur sprachlich zum Ausdruck zu bringen, sondern die jungen Frauen dazu zu ermutigen, ihren Weg in unserem Beruf zu gehen. Denn bei den vielen anstehenden Betriebsübergaben in den nächsten Jahren wird es in erheblichem Maße auch auf die vielen jungen Meisterinnen und Nachfolgerinnen ankommen."
Über 20 Prozent weibliche Azubis
2025 waren im nordrhein-westfälischen Tischlerhandwerk über alle drei Lehrjahre verteilt 836 weibliche Auszubildende registriert. Das ist der höchste Wert der letzten zehn Jahre. Ihr Anteil hat sich im vergangenen Jahr gegenüber 2015 (9,2 Prozent) mehr als verdoppelt und beträgt aktuell 20,1 Prozent.
Als eines der ersten Gewerke bundesweit stellt das Tischlerhandwerk in NRW ab sofort den Gesellinnenbrief zur Verfügung. Die offizielle Urkunde zum Abschluss der Ausbildung trägt zwar weiterhin den Titel "Gesellenbrief" – doch den Schmuckbrief gibt es nun als Gesellen- und Gesellinnenbrief.
Quelle: Fachverband Tischler NRW
DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!
Text:
Lars Otten /
handwerksblatt.de
Kommentar schreiben