Ziel ist es, die Betriebe im Gesundheitshandwerk spürbar von Bürokratie zu entlasten.

Ziel ist es, die Betriebe im Gesundheitshandwerk spürbar von Bürokratie zu entlasten. (Foto: © Michelle Loiselle/123RF.com)

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Gesundheitshandwerke drängen auf Reform der Präqualifizierung

Die Gesundheitshandwerke unterstützen den Antrag Thüringens im Bundesrat, der eine Überprüfung des Präqualifizierungsverfahrens in der gesetzlichen Krankenversicherung fordert. Das bestehende System sei überreguliert und ineffizient.

Die Arbeitsgemeinschaft der Gesundheitshandwerke unterstützt die Initiative des Freistaats Thüringen, das Präqualifizierungsverfahren in der gesetzlichen Krankenversicherung (§ 126 SGB V) grundlegend zu überprüfen. Thüringen hat im Bundesrat einen Entschließungsantrag mit dem Titel "Bürokratieabbau im Gesundheitswesen – Gesundheitshandwerk stärken" eingebracht. Dessen Ziel ist es, die Betriebe im Gesundheitshandwerk spürbar von Bürokratie zu entlasten. Sie sollen wieder mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit haben. 

Die Gesundheitshandwerke begrüßen diesen Vorstoß ausdrücklich. Sie sehen darin einen wichtigen Schritt, um die Versorgungsqualität langfristig zu sichern. Der Antrag mache deutlich, dass das aktuelle Präqualifizierungsverfahren viel zusätzlichen Aufwand verursache. Gleichzeitig bringe es keinen erkennbaren Vorteil für die Qualität der Versorgung. Vor allem die ständig wiederkehrenden Nachweise, die umfangreiche Dokumentation und die regelmäßigen Betriebsbegehungen kosteten viel Zeit und Geld. Diese Aufgaben bänden Personal und Ressourcen in den Betrieben. Dadurch bleibe weniger Zeit für die direkte Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Auf bestehende Qualifikationen vertrauen

Deshalb fordert Thüringen, das Verfahren genau zu prüfen und zu verbessern. Der Antrag enthält konkrete Vorschläge:

  • Präqualifizierung soll nicht mehr von externen Zertifizierungsstellen durchgeführt werden.

  • Behörden sollen Betriebsbegehungen nur noch in begründeten Einzelfällen durchführen.

  • Außerdem soll es eine einmalige Qualifizierungsprüfung geben.

  • Zusätzliche Prüfungen sollen nur noch bei konkretem Anlass stattfinden.

Diese Vorschläge entsprechen in vielen Punkten den Forderungen der Gesundheitshandwerke. Sie halten das aktuelle System für zu kompliziert und ineffizient. Ihrer Meinung nach sichern die bestehenden Qualifikationen schon heute ein sehr hohes Versorgungsniveau. Die Gesundheitshandwerke fordern deshalb eine grundlegende Neuausrichtung des Verfahrens. Künftig soll das System stärker auf vorhandene Qualifikationen vertrauen. Gleichzeitig soll es die Bürokratie deutlich reduzieren und trotzdem hohe Qualitätsstandards sichern. Der Entschließungsantrag aus Thüringen greift diese Forderungen auf. 

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Quelle: ZDH

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Text: / handwerksblatt.de

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