Produkte sollen länger nutzbar sein, es sollen weniger Verpackungen und Abfall anfallen.

Produkte sollen länger nutzbar sein, es sollen weniger Verpackungen und Abfall anfallen. (Foto: © Katarzyna Białasiewicz/123RF.com)

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Kreislaufwirtschaft: Produkte sollen länger halten

Die EU-Kommission hat einen neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft vorgestellt. Produkte sollen länger nutzbar sein und leichter wiederverwendet, repariert und recycelt werden können. Ein guter Plan, urteilt das Handwerk.

EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius hat in Brüssel den von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen neuen Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft vorgestellt. Er ist einer der einer der wichtigsten Bausteine des europäischen Grünen Deals und enthält Maßnahmen, die sich über den gesamten Lebenszyklus von Produkten erstrecken. Diese sollen länger nutzbar sein und leichter wiederverwendet, repariert und recycelt werden können. Weitere Ziele sind weniger Verpackungen und die Vermeidung von Abfall.

Der Aktionsplan enthält folgende Maßnahmen:

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  • Nachhaltige Produkte als Norm in der EU: Die Kommission will Rechtsvorschriften für eine nachhaltige Produktpolitik vorschlagen, um sicherzustellen, dass in der EU in Verkehr gebrachte Produkte so konzipiert sind, dass sie über eine längere Lebensdauer verfügen, leichter wiederverwendet, repariert und recycelt werden können und einen größtmöglichen Anteil recycelter Materialien statt Primärrohstoffe enthalten. Die Verwendung von Einwegprodukten soll eingeschränkt werden. Außerdem soll gegen vorzeitiges Veralten vorgegangen und die Vernichtung nicht verkaufter langlebiger Güter verboten werden.
  • Stärkung der Position der Verbraucher: Die Verbraucher sollen Zugang zu zuverlässigen Informationen im Hinblick auf die Reparierbarkeit und Haltbarkeit von Produkten haben, damit sie ökologisch nachhaltige Entscheidungen treffen können. Die Verbraucher sollen ein echtes Recht auf Reparatur haben.
  • Konzentration auf Branchen, in denen die meisten Ressourcen genutzt werden und in denen ein hohes Kreislaufpotenzial besteht: Die Kommission wird konkrete Maßnahmen in folgenden Bereichen ergreifen:
  1. Elektronik und IKT – eine Initiative für auf die Kreislaufwirtschaft ausgerichtete Elektronik zur Verlängerung der Lebensdauer von Produkten und Verbesserung der Sammlung und Behandlung von Abfällen.
  2. Batterien und Fahrzeuge – ein neuer Rechtsrahmen für Batterien zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und zur Stärkung des Kreislaufpotenzials von Batterien Verpackungen – neue verbindliche Anforderungen an.
  3. Verpackungen, die auf dem EU-Markt zugelassen sind, einschließlich der Verringerung von (übertrieben aufwendigen) Verpackungen.
  4. Kunststoffe – neue verbindliche Anforderungen an den Rezyklatanteil und besondere Konzentration auf Mikroplastik sowie biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe.
  5. Textilien – eine neue EU-Strategie für Textilien zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Innovation in der Branche und zur Förderung des EU-Markts für die Wiederverwendung von Textilien.
  6. Bauwesen und Gebäude – eine umfassende Strategie für eine nachhaltige bauliche Umwelt zur Berücksichtigung des Kreislaufprinzips bei Gebäuden.
  7. Lebensmittel – neue Gesetzesinitiative zur Wiederverwendung mit dem Ziel der Ersetzung von Einwegverpackungen, -geschirr und -besteck durch wiederverwendbare Produkte in Verpflegungsdienstleistungen.
  • Vermeidung von Abfall: Der Schwerpunkt soll darauf liegen, die Entstehung von Abfall ganz zu vermeiden und ihn in hochwertige Sekundärressourcen umzuwandeln, die von einem gut funktionierenden Markt für Sekundärrohstoffe profitieren. Die Kommission will die Festlegung eines EU-weit harmonisierten Modells für die getrennte Sammlung von Abfällen und die Kennzeichnung prüfen. Der Aktionsplan enthält außerdem eine Reihe von Maßnahmen zur Minimierung der Ausfuhr von Abfällen aus der EU und zur Bekämpfung illegaler Abfallverbringungen.

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"Wir begrüßen den Aktionsplan Kreislaufwirtschaft als wichtigen Baustein für ein klimaneutrales Europa bis 2050", sagt Holger Schwannecke. Nachhaltiger Ressourcenverbrauch im Sinne der Kreislaufwirtschaft gehöre zum Wesenskern des Handwerks, so der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerk. "Wenn es gelingt, diese Prinzipien auf die Gesamtwirtschaft zu übertragen, stärkt das die globale Wettbewerbsfähigkeit Europas und regionale Wirtschaftskreisläufe, fördert nachhaltiges Wirtschaftswachstum und schafft neue Arbeitsplätze."

Allerdings seien die Vorteile dieser Kreislaufwirtschaft bislang längst nicht ausgeschöpft. Steigerungspotenzial bestehe vor allem bei der Produktpolitik: "Künftig müssen wir viel stärker die Prinzipien Teilen, Wiederverwenden, Reparieren, Aufwerten und Wiederaufbereiten betonen. Reparatur-Dienstleistungen machen für Handwerksbetriebe schon heute sechs Prozent ihres Umsatzes aus. Das gilt es zu erhöhen und mehr zu nutzen." Dabei dürfte aber kein neuer Bürokratieaufbau durch zusätzliche Berichtspflichten enstehen.

Text: / handwerksblatt.de

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