Viele Kunden sparen wegen der Wirtschaftskrise Kosten für Reinigungsdienstleistungen.

Viele Kunden sparen wegen der Wirtschaftskrise Kosten für Reinigungsdienstleistungen. (Foto: © Jaruek Chairak /123RF.com)

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Schlechte Stimmung bei den Gebäudereinigern

Die Betriebe des Gebäudereinigerhandwerks sind pessimistisch wie nie seit 2019. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Frühjahrs-Konjunkturumfrage des Bundesinnungsverbands. 34 Prozent der Unternehmen erwarten für 2026 schlechtere Geschäfte.

Nur 16 Prozent der bei der aktuellen Frühjahrs-Konjunkturumfrage des Bundesinnungsverbands des Gebäudereinger-Handwerks (BIV) rechnen für das laufende Jahr mit einer sich verbessernden Konjunktur. Das sind 3,4 Prozentpunkte weniger als noch im Herbst 2025. Die Hälfte der Betriebe erwartet ein gleichbleibendes Geschäft (Herbst 2025: 41,7 Prozent), während 34 Prozent (Herbst 2025: 38,9 Prozent) eine schlechtere wirtschaftliche Situation erwarten.

In Summe sei das das pessimistischste Stimmungsbild seit Beginn der BIV-Konjunkturerhebungen im Jahr 2019. Ein Grund seien die ausbleibenden Aufträge von Kunden aus Industrie, Büro und Verwaltung. Sie sparten wegen der Wirtschaftskrise Kosten für Reinigungsdienstleistungen. 49 Prozent der Unternehmen melden einen spürbaren Rückgang von Kunden beziehungsweise Aufträgen.

Kunden sparen Reinigungskosten

Noch mehr Betriebe (65 Prozent) berichten von Leistungsreduktionen der Kunden. Die Branchen, die im Bereich der gewerblichen Reinigung am meisten sparen, seien Industrie (26 Prozent) und Büro und Verwaltung (26 Prozent), gefolgt von Handel und Einzelhandel (21 Prozent).

Die Zahl der Beschäftigten ist um im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2023 (696.444 Beschäftigte) bis 2025 (667.489) um 4,2 Prozent zurückgegangen. 29 Prozent der Unternehmen geben an, 2025/2026 Mitarbeitende betriebsbedingt entlassen zu haben. Für 2026/2027 rechnen sogar 41 Prozent mit einem Personalabbau.

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Steigende Mobilitätskosten belasten Betriebe

Dennoch seien 74 Prozent der Unternehmen in der Gebäudereinigung auf der Suche nach Beschäftigten. Gründe seien eine typisch hohe Fluktuation in der Branche und eine wachsende demografische Personallücke. 26 Prozent der befragten Unternehmen suchen aktuell keine neuen Mitarbeiter. Dies sei ein auffällig hoher Wert und gegenüber den jüngsten Vergleichszahlen mehr als eine Verdoppelung (Frühjahr 2024: 10,9 Prozent).

Die stark gestiegenen Mobilitätskosten belasten 88 Prozent der Unternehmen. Ob Energiesteuer, CO2-Abgabe oder Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel – 89 Prozent der Unternehmen wünschen sich zumindest temporär eine Senkung von Steuern und Abgaben. 87 Prozent befürworten den Kurs der Bundesregierung, die Mineralölkonzerne kartellrechtlich künftig strenger zu regulieren.

Schlechtes Zeugnis für die Bundesregierung

Der Bundesregierung stellen die Betriebe ein kritisches Zeugnis aus. Auf der Zufriedenheitsskala von 1 bis 10 erreicht die Regierung nur 3,7 Punkte. Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich fordert sie auf, in den Bereichen Gesundheits- und Rentenpolitik zügig zu handeln. "Das Herzstück liegt in der strukturellen Reform der Sozialversicherungssysteme. Von diesem Gelingen hängt die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts entscheidend ab", so Dietrich.

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Text: / handwerksblatt.de

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