Der Audi A8 bringt eine Menge wegweisender Lichttechnologie mit.

Der Audi A8 bringt eine Menge wegweisender Lichttechnologie mit. (Foto: © Audi)

Digitales Matrix-Licht sorgt für mehr Sicherheit im Audi A8

Mobilität

Beim gelifteten Audi A8 feiert eine neue Lichttechnologie ihre Premiere: Das digitale Matrix-LED-Licht leuchtet die Straße wesentlich besser aus. Dank der intelligenten Hightech-Scheinwerfer verbessert sich die Sicherheit spürbar.

Unsere Autos werden immer sicherer, beispielsweise bei der Lichttechnik: Mit dem gelifteten Audi A8 führen die Ingolstädter das Digitale Matrix-LED-Licht ein, deren Scheinwerfer die Straße nicht nur deutlich besser, sondern auch wesentlich intelligenter ausleuchten als mit den ohnehin schon sehr guten Matrix-LED-Scheinwerfern. Das wegweisende Hightech-Licht steht für das Luxusschiff aus Ingolstadt optional bereit und kann sogar vor Gefahrenquellen warnen. Darüber hinaus tüfteln die Bayern an weiteren Technologien, die aufzeigen, wohin die Reise in Sachen Licht geht. 

Europas größer Lichttunnel steht in Ingolstadt

Bevor eine neue Lichttechnologie auf die Straße kommt, wird sie zuvor im Lichtkanal erprobt. Foto: © AudiBevor eine neue Lichttechnologie auf die Straße kommt, wird sie zuvor im Lichtkanal erprobt. Foto: © Audi

Wir befinden uns im elfstöckigen Entwicklungszentrum von Audi. Doch der Aufzug führt uns nicht nach oben, sondern ganz tief unter die Erde. Audis Lichtkanal befindet sich schließlich im Keller-Untergeschoss, der den Ingolstädtern als Messlabor dient. Der Tunnel ist mit einer Länge von 120 Metern der größte seiner Art in ganz Europa. Auf der asphaltierten Lichtbewertungsstrecke ist es sehr dunkel. Das ist ganz bewusst so gewählt, denn dies sind ideale Voraussetzungen um neuartige Scheinwerfer- und Heckleuchtensysteme schon im Vorfeld unter realistischen Bedingungen testen. Und zwar noch weit bevor die ersten Erprobungsfahrzeuge für weitere Testphasen auf die Straße geschickt werden.

Aber nicht nur Kriterien wie die Ausleuchtung oder eine etwaige Blendung spielen in dem langen Tunnel eine große Rolle, sondern auch das Design. Schließlich folgt Audi dem Grundsatz, dass ihre Fahrzeuge schon von weitem erkennbar sein sollen. Daher ist auch die Gestaltung der Scheinwerfer zu einem wichtigen Aspekt herangewachsen. "Lichttechnologie und Lichtdesign sind bei Audi nicht zu trennen", betont Audis Lichtentwicklungs-Chef Stephan Berlitz und fügt hinzu: "Unsere einzigartigen Lichtsignaturen machen einen Audi in der Nacht unverkennbar und geben ihm einen eigenständigen Charakter. Schon im Vorfeld arbeiten wir mit dem Design Hand in Hand und mit der Digitalisierung haben wir noch mehr Möglichkeiten die Fahrzeugsicherheit zu erhöhen", lautet sein Fazit.

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Digitales Matrix-LED-Licht mit sehr hoher Auflösung

Das digitale Matrix-LED-Licht leuchtet die Fahrbahn besser aus. Foto: © AudiDas digitale Matrix-LED-Licht leuchtet die Fahrbahn besser aus. Foto: © Audi

Überhaupt entwickelt sich die Lichttechnologie in einem rasanten Tempo. Was einmal 1903 beim Automobil mit der Petroleum-Lampe begann, hat sich gerade in den letzten Jahren zu einem vernetzten Hightechprodukt gemausert. So bieten die Ingolstädter beim aktuell gelifteten Audi A8 erstmals ein volldigitalisiertes Licht an. Über die digitalen Matrix-LED-Scheinwerfer lässt sich das mit einer sehr hohen Auflösung und wesentlich präziser steuern. Auf der Autobahn leuchten die neuartigen Scheinwerfer mittels einem rechteckigem Lichtteppich besonders hell aus, um die benutzte Fahrspur für den Fahrer hervorzuheben. Darüber hinaus zeigt das neue Orientierungslicht dem Fahrer in Baustellen-Verschwenkungen hilfreich und leicht erkennbar die richtige Spur auf.

Die erste Nachtfahrt mit dem Audi A8 beeindruckt enorm. Die Straße wird in Verbindung mit dem eingeblendetem Lichtteppich außerordentlich gut ausgeleuchtet und das funktioniert sogar nochmals besser als beim ohnehin schon sehr guten Matrix-LED-Licht. Schon auf den ersten Kilometern erhöht das Hightech-Licht die Sicherheit enorm, der Fortschritt ist sofort spürbar. Mögliche Gefahren werden wesentlich schneller und besser erkannt. Dabei ist der Audi zumeist mit Fernlicht unterwegs, ohne aber andere Verkehrsteilnehmer wie Vorausfahrende, oder den Gegenverkehr zu blenden. Diese werden von der cleveren Kamera-Sensorik erfasst, anschließend blendet der Lichtkegel diese Bereiche aus. Dies geschieht sehr schnell und scheinbar wie von Geisterhand gesteuert. Insgesamt unterstützt das digitale Matrix-LED-Licht den Piloten am Steuer des A8 wesentlich besser, der dadurch sicherer und gleichzeitig wesentlich entspannter durch die Nacht fährt.

Die rund 1,3 Millionen Mikrospiegel sind kleiner als ein menschliches Haar

Die schlanken OLED-Heckleuten können andere Verkehrsteilnehmer warnen. Foto: © AudiDie schlanken OLED-Heckleuten können andere Verkehrsteilnehmer warnen. Foto: © Audi

Hinter dem hohen Sicherheitsaspekt steckt eine ausgeklügelte Technik die sogenannte DMD-Technologie (Digital Micromirror Device), wie sie sich in ähnlicher Form auch Zuhause in einem Videobeamer befindet. Beim A8 verfügt jeder einzelne Scheinwerfer über circa 1,3 Millionen Mikrospiegel, die das Licht der LEDs in winzige Pixel zerlegen. Jeder Spiegel lässt sich sehr präzise einzeln ansteuern und befinden sich auf einem Chip, der noch nicht einmal so groß ist wie ein Fingernagel. Die Spiegelfläche beträgt gerade einmal 140 x 70 Millimeter. Dabei ist jeder Spiegel nur acht Mikrometer klein, also der millionste Teil eines Meters und lässt sich allenfalls noch unter einem Mikroskop erkennen. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist im Durchschnitt mit gut 80 µ um einiges dicker.

Am Heck des Audi A8 kommen dagegen serienmäßig OLED-Heckleuchten (Organic Light Emitting Diode) zum Einsatz. Der Vorteil der digitalen OLED-Technologie liegt in einem hochauflösenden, homogenen Licht, deren Lichtquelle nicht streut. Außerdem lassen sich die schmalen OLED-Glasplatten formen, so dass die Heckleuchten um die Fahrzeugecken gestaltet werden können. Was natürlich auch die Lichtdesigner freut, da sie fortan einen höheren Gestaltungsspielraum inklusive eines dreidimensionalen Aufbaus haben. Eine weitere Besonderheit beim A8: Die OLED-Heckleuchten verfügen über eine Annäherungserkennung. Sollte sich der Hintermann dem stehenden Audi auf weniger als zwei Meter nähern, leuchten sicherheitshalber alle Rückleuchten mit voller Kraft auf, um den Nachfolgenden vor einen etwaigen Auffahrunfall zu warnen.

In der OLED-Technologie steckt noch wesentlich mehr Potential. Bereits jetzt schon lässt sich das Layout der Rückleuchten vom Fahrer des A8 personalisieren. Um die Änderungen vorzunehmen, nutzt er einfach die Einstellungsfunktionen am Touchscreen des Entertainmentsystems. Geht es nach den Entwicklern von Audi, wird sich die Technik schon bald dynamisch verändern. In Zukunft soll das Fahrzeug mit seiner Umwelt stärker kommunizieren, wie es bei Car-to-X mit der Infrastruktur und bei Car2Car mit dem Informationsausstauch unter den Fahrzeugen der Fall sein wird. Dies beginnt heute damit, dass spazierende Fußgänger am Straßenrand außerhalb von geschlossenen Ortschaften gezielt vom digitalen Matrix-Licht des A8 angestrahlt werden, damit sie für den Fahrer noch leichter erkennbar sind und den Fußgänger noch stärker um den herannahenden Wagen informieren.

Der Audi warnt künftig vor Gefahren

In Zukunft werden die Autos untereinander mittels Car2Car kommunizieren. Foto: © AudiIn Zukunft werden die Autos untereinander mittels Car2Car kommunizieren. Foto: © Audi

Ein weiterer Sicherheitspunkt stellt künftig aber auch die Kommunikation unter den einzelnen Fahrzeugen dar. Die über WLAN und Mobilfunk vernetzten Autos tauschen mittels Car2Car-Informationen aus, um nachfolgende Verkehrsteilnehmer vor einem plötzlich auftauchenden Unfall oder etwa Glatteis zu warnen. Droht eine Gefahr, warnt der Audi andere über seine OLED-Rückleuchten mit hellleuchtenden Warndreiecken vor der prekären Situation. Wie etwa bei Glatteis, oder einem plötzlich auftauchenden Unfall. Dann sollen die Heckleuchten mit aufblinkenden Warndreiecken in Blitzeseile hinterherfahrende Verkehrsteilnehmer alarmieren. Die intelligente Kommunikationstechnik bildet außerdem die Basis für das Autonome Fahren. Die Frontscheinwerfer lassen sich dagegen noch nicht mit OLED ausrüsten, da sie noch nicht robust genug für ein langes Autoleben sind.

Aber auch hier gibt Audi einen Ausblick des Machbaren. Die Ingolstädter sind fest davon überzeugt, dass die LED-Lichttechnologie in den nächsten zehn Jahren unsere Autos noch stärker bestimmen wird. Angefangen beim schon bekannten Ambientelicht für den Innenraum bis hin zu weiteren Lichterlebnissen innen und außen. So gibt das Konzeptfahrzeug Audi A6e-tron concept bereits einen Hinweis. Damit sich die Gäste des Elektroautos während eines Ladevorgangs die Wartezeit vertreiben können, projizieren die digitalen Matrix LED-Scheinwerfer wie bei einem Beamer Videospiele auf eine Wand vor dem Fahrzeug oder auf den Boden. Gesteuert wird das Spiel über das eigene Smartphone. Derzeit erfolgt die Übertragung aber noch in einer monochromen Auflösung und nicht in Farbe.

Die Sicherheit steht im Fokus

Neben dem netten Unterhaltungswert mit Videoprojektionen möchte Audi aber vor allem die Sicherheit weiterentwickeln und arbeitet an der Bodenprojektion des Blinkers. So könnten jeweils drei auf die Straße projizierte Symbole an der Front und am Heck Fahrradfahrende auf den Spurwechsel auf den gewünschten Abbiegevorgang hinweisen und sie warnen. Ebenso sind auf den Asphalt projizierte Warnungen vor dem Öffnen der Türen angedacht. Die gezielte Umfeldbeleuchtung soll Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern verhindern. Die Licht-Entwickler von Audi haben noch viele weitere Zukunftsvisionen im Köcher. Mal sehen, was davon schon bald Wirklichkeit wird.

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Text: / handwerksblatt.de