Ausblick von Bom Jesus do Monte.

Ausblick von Bom Jesus do Monte. (Foto: © DHB)

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Dem Himmel so nah

Panorama - Reise

Braga: Eine der ältesten Städte Portugals überrascht. Weniger bekannt als Porto und Lissabon trägt die Stadt im Norden den Beinamen "das Rom Portugals“. Eine Entdeckertour.

Gold, Silber, Samt und Seide. Der erste Blick in die Kathedrale Tesouro da Sé zeigt die ganze Pracht und Herrlichkeit, mit denen die Bischöfe im religiösen Zentrum Portugals gelebt haben. Erbaut im 12. Jahrhundert, gilt die Kathedrale von Braga bis heute zu den bedeutendsten Bauwerken des Landes. Wollen Portugiesen das Alter eines Gebäudes hervorheben, so heißt es oft: "älter als die Kathedrale von Braga". Die Geschichte - und damit eng verbunden die religiösen Traditionen Bragas - begann vor mehr als 2.000 Jahren.

Gegründet unter dem römischen Kaiser Augustus war "Bracara Augusta" römischer Gerichtssitz und zentraler Ort eines Straßennetzes, das durch die ganze iberische Halbinsel führt. Als Ausgangspunkt für die Entdeckungstour ist das Hotel Vila Galé Collection Braga am Largo Carlos Amarante ein Tipp. An dem zentralen Platz Bragas zieht das imposante Gebäude mit der direkt angrenzenden Kirche die Blicke der Besucher magisch an. Einstmals Krankenhaus Sao Marcos, entstand das Bauwerk im 16. Jahrhundert auf den Resten einer Einsiedelei und eines Templerklosters. Bei den Umbauarbeiten blieben die historische und architektonische Seite bewahrt. Die bestehenden Strukturen und Elemente, wie zum Beispiel die ursprünglichen Gewölbedecken, sind im ganzen Haus zu sehen.

Stadt der kurzen Wege

Der Largo Carlos Amarante ist ein guter Startpunkt für eine Entdeckungstour durch Braga. Direkt hinter dem Braga Schriftzug ist das Vila Galé Collection Braga zu sehen. Foto: © DHBDer Largo Carlos Amarante ist ein guter Startpunkt für eine Entdeckungstour durch Braga. Direkt hinter dem Braga Schriftzug ist das Vila Galé Collection Braga zu sehen. Foto: © DHB

Bragas zahlreiche Sehenswürdigkeiten sind gut zu Fuß erreichbar. Viele kleine Gassen führen durch die Innenstadt. Mit einem feinen Mix aus Alt und Neu wurde Braga im Rahmen eines EU-Projektes sogar zu einem der besten Reiseziele Europas gewählt. Besucher sollten auf jeden Fall einen kurzen Stopp in der "Casa das Bananas" in der Rua do Souto einlegen. Vor etwa drei Jahrzehnten nahm eine der schönsten Tradtion hier ihren Lauf. Am Vorabend vor Weihnachten kommen Menschen aus aller Welt zusammen, essen gemeinsam Bananen und trinken ein Glas Muscatel de Setúbal. Über der Straße leuchtet stimmungsvoll eine Lichterkette. Schnell füllt sich das Lokal und die gesamte Rua do Souto mit fröhlichen Menschen. Aber auch an allen anderen Tag lohnt sich der Besuch dieses urigen portugiesischen Lokals:

Ein weiterer Hot Spot sind die Restaurants und Bars rund um die Universität. Die Stadt der Kirchen hat anders als Lissabon günstigere Lebenshaltungskosten. Ein Grund, warum viele junge Menschen zum Beispiel für ein Erasmus-Studium nach Braga kommen. Die Restaurants in der Nähe sind günstig. Alles ist gut zu Fuß erreichbar. Der Ausgehtag für die Studierenden liegt meistens auf dem Mittwoch. Am Wochenende sind die Bars und Restaurants im Stadtzentrum in der Nähe der Dom Pedro das Ziel der Nachtschwärmer. Zu den wichtigsten Studentenfestivals gehört übrigens das "Enterro do Gata" im Mai.

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Warten auf das "Ja-Wort"

Bom Jesus do Monte. Ein Muss für für alle Besucher der Stadt. Foto: © DHBBom Jesus do Monte. Ein Muss für für alle Besucher der Stadt. Foto: © DHB

Etwa eine Autostunde von Braga entfernt, sind die Romantiker hoch oben auf dem "Bom Jesus do Monte" anzutreffen. Mit westlicher Sicht auf Braga ist um den Nationalpark Peneda-Gerès herum der schönste Sonnenuntergang zu beobachten. Ein Muss ist das "Bom Jesus do Monte". Pilger lassen es sich in der Wallfahrtszeit vom ersten Sonntag im Juni bis zum letzten Sonntag im August nicht nehmen, über eine zickzack-förmige barocke Treppe über 577 Stufen das monumentale Bauwerk zu erklimmen. Der Höhenunterschied beträgt 116 Meter.

Wer es lieber etwas bequemer mag, kann mit einer der ältesten wassergetriebenen Standseilbahnen den Weg nach oben antreten. Der "Elevador do Bom Jesus" hält gleich vor dem Vorplatz der Basilika. Kaum oben angekommen, lädt das erste Glockengeläut auch schon zum Besuch der Basilika "Unserer Lieben Frau von Sameiro" ein. Die einschiffige Kirche wurde ab Juli 1863 im neoklassizistischen Stil erbaut. Die Basilika ist wahrscheinlich der meistbesuchte Ort einer Marienverehrung in Portugal. Etwa 1,5 Millionen Menschen besuchen jährlich das geschichtsträchtige Gelände. Im Jahr 1964 von Papst Johannes Paul II. zur Basilika erhoben, ist im Inneren ein Blutstropfen des früheren Papstes als Reliquie ausgestellt. Vor allem bei heiratswilligen Paaren ist das UNESCO-Welterbe angesagt. Die Wartezeit für das "Ja-Wort" beträgt allerdings bis zu zwei Jahren.

Geschichte erleben

Fernando Caridade findet in seiner offenen Küche die Inspiration für seine Gerichte durch die Göttin Diana. Foto: © DHBFernando Caridade findet in seiner offenen Küche die Inspiration für seine Gerichte durch die Göttin Diana. Foto: © DHB

Braga, das bedeutet Geschichte auf Schritt und Tritt. So lässt selbst beim Abendessen die verschiedenen Glaubensvorstellungen den Besucher nicht ganz los. Das Diana Restaurant in der Rua Frei Caetano Brandão, 172 r/c, ist eine Art Tempel. Mit Anspielung auf die römische Mythologie ist das Restaurant mit Küchenchef Fernando Caridade der Göttin Diana gewidmet. "Wir möchten eine Atmosphäre schaffen, die uns glauben lässt, dass es Götter gibt. Und für uns gibt es Diana wirklich", erklärt Fernando. Diana selbst soll nach den Vorstellungen von Küchenchef und seinem Team gehen, sorgt für die göttliche Inspiration und verführerische Kreationen. Nach dreißig Jahren Gastronomie in London zog es den Koch nach Braga. Mit raffinierten Köstlichkeiten wie Hummerreis mit Garnelen und Muscheln schafft es der Koch in einer offenen Küche Qualität mit Vielfalt, Tradition und Innovation zu verbinden. In gemütlichem Flair sind die Portionen großzügig und die Preise moderat.

Die erstaunliche Architektur des Stadion Estàdio Municipal. Foto: © DHBDie erstaunliche Architektur des Stadion Estàdio Municipal. Foto: © DHB

Einen letzten Kick ist dem "Estàdio Municipal" gewidmet. Fußballstadien sind in der Regel nicht schön. In Braga jedoch zählt das von einem Felsmassiv eingerahmte Stadion zu den Höhepunkten moderner Architektur. Errichtet im Jahr 2004 zur Fußball-WM, hat Architekt Eduardo Souto Moura, beim Bau nur an den Längsseiten des Spielfeldes jeweils eine Tribüne errichtet. Um die ausragenden Tribünendächer zu tragen, wurden mehr als achtzig Stahlseile über das gesamte Spielfeld gespannt. Und eine Reise zu den Wurzeln der Religion bekommt an diesem Ort sogareinen runden Abschluss. Denn während die Teilnehmer bei einem Rundgang den heiligen Rasen betreten dürfen, taucht eine Frage auf. Gibt es zwischen Religion und Fußball nicht einige Parallelen? Manch ein Ritual auf dem Spielfeld lässt an einen Gottesdienst erinnern, Fans bibbern und beten beim Elfmeterschießen, Fußballspieler werden wie Heilige gehandelt und Spieltage in der Bundesliga und Weltmeisterschaft sind im wahrsten Sinne des Wortes Feiertage. So zeigt am Ende eine Reise in die Stadt der Kirchen, Glauben und Religion können ganz unterschiedliche Facetten haben. 

AnreiseTAP Air Portugal fliegt ab den großen deutschen Flughäfen (München, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und Berlin) nach Porto (mit Umsteigen in Lissabon). Preis für Hin- und Rückflug ab 215 €. Buchung über www.flytap.com 

Vom Flughafen in Porto kann man mit der Metro/Bus oder Taxi in die Innenstadt von Porto fahren. Von dort gibt es Zug- und Busverbindungen nach Braga, z.B. mit Flixbus. Dauer ca. 45 Minuten.

Unterkunft Die Vila Galé-Gruppe verfügt über 41 Hoteleinheiten. Davon befinden sich 31 in Portugal, von Norden bis Süden über das ganze Land verteilt. Alle erfreuen sich einer zentralen Lage. Das Hotel Vila Galé Collection Braga verfügt über 132 Zimmer. Preise inklusive Frühstück ab 120 Euro pro Nacht im DZ.
vilagale.com

Die Redaktion war von der Vila-Galé-Gruppe eingeladen.

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Text: / handwerksblatt.de

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