Auf Reisen lassen sich Verbraucherinnen und Verbraucher oft zum Kauf von vermeintlichen Schnäppchen hinreißen und riskieren dabei den Erwerb von Fälschungen.

Auf Reisen lassen sich Verbraucherinnen und Verbraucher oft zum Kauf von vermeintlichen Schnäppchen hinreißen und riskieren dabei den Erwerb von Fälschungen. (Foto: © guruxox/123RF.com)

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Urlaubsschnäppchen: Vorsicht vor Fälschungen!

Panorama

Von Sonnenbrillen über Handtaschen bis hin zu Trikots: Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) warnt zur Urlaubssaison vor gefälschter Markenware. Produkt- und Markenpiraterie schadet insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen, so das DPMA.

Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) warnt zur Feriensaison vor dem Kauf günstiger Markenware am Urlaubsort. Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich auf Reisen von vermeintlichen Schnäppchen wie Handtaschen, Sonnenbrillen oder Fußballtrikots verführen lassen, riskieren häufig den Erwerb von Fälschungen

"Geben Sie auch im Urlaub Fälschungen keine Chance! Setzen Sie auf Originale – und lassen Sie sich nicht zum Kauf von Fakes hinreißen", appelliert DPMA-Präsidentin Eva Schewior. "Produkt- und Markenpiraterie schadet den Unternehmen, die Geld in die Entwicklung und Produktion der Originale investieren, kostet in Deutschland zehntausende Arbeitsplätze und mindert den Wohlstand für uns alle. Teils gefährden gefälschte Produkte sogar die Gesundheit von Menschen." Studien belegten auch Zusammenhänge zwischen Produkt- und Markenpiraterie und organisierter Kriminalität.

Die aktuellen Entwicklungen

Vor Beginn der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft beschlagnahmten die spanischen Ermittlungsbehörden 66.000 gefälschte Fußballtrikots und Ausrüstungsteile. Diese Waren waren offenbar für den Verkauf während des Turniers bestimmt. Die Operation "Cleantrade" erfolgte im Zusammenschluss nationaler, europäischer und internationaler Polizeibehörden, unterstützt vom Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO). Das Deutsche Patent- und Markenamt arbeitet regelmäßig mit dem EUIPO zusammen, um für Marken- und Designschutz zu sensibilisieren. Ein Beitrag dazu sind die Publikation und Analyse aktueller Daten.

Zum Beispiel betrachten gemäß einer aktuellen EUIPO-Umfrage 72 Prozent der europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher das Design als wichtigen Faktor bei Kaufentscheidungen. Bei den 18- bis 24-Jährigen steigt dieser Wert auf 80 Prozent. 70 Prozent der befragten Deutschen würden für besser konzipierte Produkte mehr zahlen.

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Mode, Möbel und Elektronik besonders geschädigt

Insbesondere designorientierte Branchen wie Mode, Möbel und Elektronik sind laut EUIPO von Fälschungen betroffen. Nach Angaben des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum verursachen Produktpiraterie und unerlaubte Nachahmungen in der europäischen Bekleidungsbranche jährlich Schäden von rund zwölf Milliarden Euro, in der Handtaschen- und Schmuckbranche sind es etwa 2,7 Milliarden Euro. Allein in Deutschland summieren sich die Schäden in diesen Sektoren auf mehr als 3,3 Milliarden Euro.

Vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind dabei gefährdet, da sie oft nur wenige markante Designs anbieten und limitierte Ressourcen für die Überwachung und Verteidigung ihrer Rechte aufbringen können.

Große Bedeutung geistiger Eigentumsrechte für die Wirtschaft

Geistige Eigentumsrechte wie Designs, Patente, Gebrauchsmuster und Marken spielen für die europäische und insbesondere die deutsche Wirtschaft eine zentrale Rolle. Laut einer Auswertung des EUIPO sowie DPMA stellen schutzrechtsintensive Branchen 30,6 Prozent aller Arbeitsplätze in der Europäischen Union im Zeitraum zwischen 2021 und 2023. In Deutschland liegt der Anteil mit 34,1 Prozent darüber. Gleichzeitig erwirtschaften diese Branchen 47,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der EU, für Deutschland liegt der Wert bei 47,2 Prozent. Die Löhne und Gehälter in diesen Wirtschaftszweigen sind im Durchschnitt deutlich höher als in anderen Sektoren.

Patente, Marken, Gebrauchsmuster und Designs bilden die Grundlage, damit Originalhersteller ihre Rechte sichern und durchsetzen können. Das Deutsche Patent- und Markenamt wirkt in Zusammenarbeit mit dem Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum, internationalen Einrichtungen sowie deutschen Organisationen wie dem Zoll gegen Produktpiraterie.

Auf der Website des DPMA gibt es weitere Informationen zum Thema Produkt- und Markenpiraterie.

Quelle: Deutsches Patent- und Markenamt

Video aus der Filmreihe des APM

Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich seit dem Jahr 1997 als branchenübergreifender Verband im Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie ein. Eines der Videos aus seiner Filmreihe "Something is wrong".

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Text: / handwerksblatt.de

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