"Kleine und mittlere Unternehmen des Handwerks brauchen für mehr Digitalisierung ihrer Geschäfts- und Fertigungsprozesse konkrete Unterstützungsmöglichkeiten", fordert WHKT-Präsident Hans Hund.

"Kleine und mittlere Unternehmen des Handwerks brauchen für mehr Digitalisierung ihrer Geschäfts- und Fertigungsprozesse konkrete Unterstützungsmöglichkeiten", fordert WHKT-Präsident Hans Hund. (Foto: © Gina Sanders/123RF.com)

Handwerk in NRW beschließt Digitalisierungsoffensive

Politik

Das nordrhein-westfälische Handwerk will den digitalen Wandel antreiben und hat dazu eine Digitalisierungsoffensive verabschiedet. Fünf verschiedene Handlungsfelder sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) hat die Umsetzung einer "Digitalisierungsoffensive Handwerk NRW" beschlossen. Unter der Überschrift "Mit mehr Mut und mehr Selbstbewusstsein den digitalen Wandel vorantreiben" fordert das nordrhein-westfälische Handwerk auch die Unterstützung der Landesregierung ein.

Belange der Handwerksbetriebe berücksichtigen

Fünf Handlungsfelder stehen im Zentrum der Offensive: Betriebe, Bildung, Beratung, Verwaltung und Infrastruktur. "Kleine und mittlere Unternehmen des Handwerks brauchen für mehr Digitalisierung ihrer Geschäfts- und Fertigungsprozesse konkrete Unterstützungsmöglichkeiten. Nur damit werden die wichtigen Chancen des aktuellen Digitalisierungsschubs nachhaltig wirksam" sagt WHKT-Präsident Hans Hund.

Der angestrebte Digitalisierungsschub könne nur entstehen, wenn die Anstrengungen des Handwerks von der Politik unterstützt werden. Der WHKT schlägt eine Digitalisierungsprämie für kleine Unternehmen vor, damit diese den Weg aus der Corona-Pandemie finden und die Modernisierung des Wirtschaftsstandortes bescheunigt werden kann. Die Belange der Handwerksbetriebe bei der Digitalisierungsstrategie des Landes müssten konsequent berücksichtigt werden.

Das erwartet der WHKT von der Landesregierung:

  • Sie soll verstärkt daran arbeiten, faire Wettbewerbsbedingungen für die Handwerksbetriebe in einem zunehmend digitalisierten, zunehmend von Plattformen und zunehmend von einer Datenökonomie dominierten Wirtschaftsleben zu erreichen.
  • Sie soll das Handwerk durch konsequente Berücksichtigung und Einbeziehung in die digitalen Initiativen des Landes stärken.
  • Sie soll die Rolle des Handwerks als Umsetzer der Digitalisierung stärker anerkennen und für ihre Zukunftsinitiativen intensiver nutzen.
  • Sie soll das Handwerk in der Fläche durch den Ausbau einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur stärken.

"Wir brauchen faire Wettbewerbsbedingungen, eine Beteiligung des Handwerks an den Digitalisierungsinitiativen des Landes, mehr Anerkennung des Handwerks für die Umsetzung der Digitalisierung und eine leistungsfähige Infrastruktur – gerade in der Fläche", fordert Matthias Heidmeier, Hauptgeschäftsführer des WHKT. Der gute Dialog mit der Landesregierung, besonders mit dem Digitalmimisterium sei für die Ziele des Handwerks eine gute Basis.

Das Handwerk sei mehr als nur ein Stabilisator der Wirtschaft, betont Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostwestfalen Lippe zu Bielefeld und Federführer für den Themenbereich Digitalisierung im WHKT. "Mit einer konsequenten Digitalisierungsstrategie wollen wir Antreiber der wirtschaftlichen Entwicklung sein. Insgesamt hat das Handwerk an vielen Stellen, gerade bei den kleinen Betrieben, auch Aufholbedarf. Die politischen Rahmenbedingungen sind deswegen ebenso entscheidend wie die Überzeugungsarbeit im Handwerk selbst."

Quelle: WHKT

Text: / handwerksblatt.de

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