Autohäuser und Kfz-Betriebe möchten Unterstützung für die Anschaffung von Ladesäulen erhalten.

Autohäuser und Kfz-Betriebe möchten Unterstützung für die Anschaffung von Ladesäulen erhalten. (Foto: © nerthuz/123RF.com)

Ladesäulen: Wer trägt die Kosten?

Politik

Das Kfz-Gewerbe fordert, Kfz-Betriebe und Autohäuser bei den Anschaffungskosten von Ladesäulen zu entlasten.

Die Automobilhersteller haben dem Bundesverkehrsministerium zugesichert, bis 2022 mindestens 15.000 und bis 2030 etwa 100.000 Ladeeinrichtungen errichten zu wollen. In einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat ZDK-Präsident Jürgen Karpinski jetzt darauf hingewiesen, dass dieses Versprechen hauptsächlich die Autohäuser treffe.

"Während die Automobilhersteller vom Bundeswirtschaftsministerium mit großzügigen Anreizen für den Vertrieb von Elektrofahrzeugen ausgestattet werden, leiden die überwiegend kleinen und mittelständischen Kfz-Betriebe zunehmend unter den wirtschaftlichen Folgen des Wandels hin zur Elektromobilität", so Karpinski.

Anschaffung auf eigene Kosten

Viele Betriebe würden sich laut ZDK-Präsident fragen, wie sie beim Vertrieb die ihnen von den Herstellern aufgezwungenen und zum Teil völlig überzogenen E-Fahrzeug-Quoten erfüllen sollen, um nicht die hiermit verknüpften, existenziell wichtigen Boni zu verlieren.

Auch werde den Autohäusern von den Automobilherstellern die Schaffung oft über die eigenen betrieblichen Bedürfnisse hinausgehender Ladeeinrichtungen auf eigene Kosten auferlegt. Andererseits seien die Möglichkeiten für solche Investitionen Fördermittel zu erhalten aus Sicht des Zentralverbandes Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes "völlig unzureichend".

Beispielsweise wurde laut Karpinski etwa im letzten Förderaufruf des Bundesverkehrsministeriums zur Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zur Voraussetzung der Förderfähigkeit gemacht, dass die Ladesäulen an allen Wochentagen rund um die Uhr öffentlich zugänglich sind. Das gehe weit über die betrieblichen Geschäftszeiten hinaus.

Wichtige Schnittstelle zwischen Herstellern und Kunden

Der ZDK-Präsident wünschte sich eine "passgenaue Unterstützung" für Betriebe, denn ohne das Kfz-Gewerbe als "Schnittstelle zwischen Herstellern und Kunden und als Garant für die Verkehrs- und Betriebssicherheit der Elektrofahrzeuge" könne der "Anschub der Elektromobilität" nicht gelingen.

"Unsere Betriebe sind sich dieser Funktion und ihrer daraus resultierenden Verantwortung beim Klimaschutz bewusst, wenngleich sie sich eine technologieoffenere Förderung auch anderer CO2-reduzierender Antriebsarten wünschen. Auch als Arbeitgeber von fast einer halben Million Mitarbeitern können die Kfz-Betriebe durch Ermöglichung des Ladens während der Arbeitszeit viel zur Unterstützung der Elektromobilität tun", so Karpinski.

Quelle: ZDK

Text: / handwerksblatt.de

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