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Persönliche Schutzausrüstung Reloaded

Seit April 2018 ist die neue PSA-Verordnung in Kraft. Für das Deutsche Handwerksblatt Anlass zu schauen, was sich im Bereich der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) verändert hat.

Dieser Artikel gehört zum Themen-Special Arbeitssicherheit: Wenn der Hammer falsch fällt
Foto: © Piotr Wytrążek/123RF.com

Mehr als 20 Jahre war die alte PSA-Richtlinie in Kraft und bedurfte dringend einer Überarbeitung. Neue Technologien, eine veränderte Arbeitswelt und innovative Produkte machten die Überarbeitung erforderlich. Herausgekommen sind dabei unter anderem neue Kategorien.

In die Kategorie 1 gehört einfache PSA, d.h. der Schutz vor geringfügigen Risiken. Kategorie 2 umfasst Schutzbrillen, Industriehelme und Stoßkappen sowie Warnkleidung. Zur Kategorie 3 zählen ausschließlich Risiken, die zu sehr schwerwiegenden Folgen oder irreversiblen Gesundheitsschäden führen können.

Neue Zertifizierungen und fachgerechte Unterweisung

Für die Hersteller von PSA bedeutete dies eine Menge Arbeit. Die Produkte mussten zum Teil neuen Zertifizierungen unterzogen werden, damit sichergestellt ist, dass sie die Anforderungen der Norm erfüllen. Doch auch Betriebsinhaber und Chefs sind in der Pflicht: Sie müssen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter ausreichend und nach neuesten Anforderungen geschützt sind. Dazu gehört eine Unterweisung der Mitarbeiter in den Gebrauch der persönlichen Schutzausrüstung sowie die Kontrolle, dass diese die Helme, Handschuhe, Atem- oder Sichtschutze auch fachgerecht einsetzen.

Gehörschutz, Handschutz, Helme, Warnschutzwesten – für viele Handwerker gehört eine professionelle Arbeitsausrüstung einfach dazu. Mit der Digitalisierung sowie mit der Weiterentwicklung der Produkte durch neue Erkenntnisse, neue Materialien und neue Verfahren ist die Persönliche Schutzausrüstung ständig im Wandel.

Foto: © Viktorija Reuta/123RF.com Gerade im Zuge der Digitalisierung wurden neue Möglichkeiten eröffnet, die bereits in innovativen Produkten Verwendung finden. Helme mit Gehörschutz, die gleichzeitig kommunizieren können, neue Reflexionsmaterialien für Jacken und Westen, die eine längere Haltbarkeit versprechen, intelligente Arbeitskleidung, die Alarm gibt, wenn der Handwerker dringend eine Pause einlegen muss: Das alles klingt nach Zukunftsmusik, ist jedoch in der Realität bereits angekommen.

Innovative und angepasste Produkte

Der Schuhhersteller Elten hat seit neuestem eine eigene Innovationsbox, in der zum Beispiel getestet wird, inwieweit solche digitalen Helfer – analog zu den aus dem Sport bekannten Wearables – in Sicherheitsschuhe eingebaut werden können. "Wir sind bereits seit ein paar Jahren am Thema und werden in Kürze auch erste Modelle mit zusätzlichen digitalen Funktionen vorstellen können", sagt Denise Pollex, Marketingleiterin bei Elten Schuhe.

Marc Weber, Category Manager Produktentwicklung bei MEWA, erinnert sich noch gut an Zeiten, in denen die Kleidung im Bereich PSA einer Ritterrüstung glich. "Heute kann man sich durch die Verwendung flexibler Materialien und angepasster Schnitte in PSA durchaus gut bewegen".

Gestiegenes Körper- und Gesundheitsbewusstsein

Auch die Mitarbeiter haben sich geändert. Ein gestiegenes Körper- und Gesundheitsbewusstsein hat das Interesse für Persönliche Schutzausrüstung und deren Möglichkeiten geweckt. Waren Arbeitssicherheitsprodukte früher oftmals nur lästiges Zeug, das Zeit beim Anlegen kostete und obendrein unbequem war, sind Mitarbeiter heute aufgeklärter und schätzen es sogar besonders, wenn der Arbeitgeber sich um die Gesundheit seiner Mitarbeiter kümmert.

Und wenn er dabei auch mal den Rolls Royce unter den Brillen, Handschuhen oder Helmen bestellt, kommt das einer echten Wertschätzung gleich. In Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein interessanter Nebeneffekt.

 

Text: Claudia Stemick
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