Ein Instagram Account kann wie eine zweite Visitenkarte sein. Er bietet einen ganz neuen Weg, den eigenen Betrieb zu präsentieren.

Ein Instagram Account kann wie eine zweite Visitenkarte sein. Er bietet einen ganz neuen Weg, den eigenen Betrieb zu präsentieren. (Foto: © Maxim Lupascu/123RF.com)

Die Macht der Bilder: Instagram für Handwerker

Instagram ist in den letzten Jahren zum zweitgrößten sozialen Netzwerk aufgestiegen. Doch wie funktioniert Instagram-Marketing? Und wie ­lassen sich Mitarbeiter und Kunden für den eigenen Betrieb ­begeistern?

Die Reichweite von Instagram ist enorm. Allein in Deutschland klicken sich rund 29 Millionen Menschen durch das soziale Netzwerk – und das jeden Monat. Im Unterschied zu Facebook stehen bei Instagram vor allem Fotos und kurze Videos im Fokus, die von Nutzern hochgeladen und geteilt werden.

Für Handwerker ist dies ideal, denn hier lassen sich Referenzprojekte oder authentische Einblicke in den eigenen Arbeitsalltag ganz einfach präsentieren. Dabei sollten Betriebe im Hinterkopf behalten, dass die Zielgruppen bei Instagram eher jung sind: Laut Statista.de nutzen 68 Prozent der 16- bis 19-Jährigen die Plattform regelmäßig, bei den 20- bis 29-Jährigen sind es sogar 78 Prozent. Damit eignet sich Instagram optimal, um Auszubildende, junge Fachkräfte sowie Kunden für den eigenen Betrieb zu begeistern.

Strategien für Instagram-Marketing

Die Nutzung von Instagram ist zwar gratis, doch die Pflege eines Instagram-Profils kostet regelmäßig Zeit. Deshalb sollten Betriebe vorab eine klare Strategie festlegen, was sie mit ihrem Instagram-Auftritt erreichen wollen. Wer bei Instagram neu einsteigt, sollte sich zunächst entscheiden, welche Zielgruppe angesprochen wird. Für die Rekrutierung von Azubis und jungen Fachkräften sind zum Beispiel ganz andere Inhalte nötig als für die Akquise von Kunden. Außerdem ist es wichtig, die eigene Konkurrenz zu beobachten: Wie nutzen diese die sozialen Netzwerke – und wie kann sich der eigene Betrieb davon positiv abheben?

Eigene Arbeitgebermarke stärken

Zur Stärkung der eigenen Arbeitgebermarke können Betriebe bei Instagram zum Beispiel Einblicke »hinter die Kulissen« des eigenen Betriebs ermöglichen. Dabei sollten spannende Projekte, besondere Events, aber auch die Freude an der eigenen Arbeit im Vordergrund stehen. Denn Instagram ist für die meisten Nutzer ein Unterhaltungsmedium – und lustige Fotos oder Videos verbreiten sich meist schneller als erwartbare Standard-Inhalte. Für interessierte Azubis und Mitarbeiter ist es deshalb oft ein Pluspunkt, wenn sie sehen, dass nicht nur handwerkliche Qualität gefragt ist, sondern die Arbeit auch Spaß ­machen darf. Darüber hinaus sollten immer wieder Beiträge zu sehen sein, die zeigen, warum der eigene Betrieb ein guter Arbeitgeber ist. Mögliche Inhalte sind zum Beispiel außergewöhnlich gute Werkzeuge und Arbeitsmittel, Mitarbeiter-Events, Belohnungen für besondere Leistungen oder Karriere-Sprünge einzelner Kollegen. Betriebseigene Azubis können auch ein Tagebuch an­legen, in dem sie regelmäßig Fotos und kurze Videos von spannenden Ausbildungsschritten zeigen.

Neue Kunden überzeugen

Um neue Kunden auf den eigenen Betrieb aufmerksam zu machen, eignen sich Fotos von neuen Produkten oder Services, besondere Aktionen oder interessante Referenz-Projekte. Dabei ist es wichtig, mit den Lesern im Gespräch zu bleiben: Wenn diese in Kommentarspalten Fragen zu Fotos oder Leistungen hinterlassen, sollten Betriebe zeitnah antworten. Eigene Bildunterschriften sind aber auch ein gutes Mittel, um Kontakte zu anderen Instagram-Nutzern aufzubauen: So können Betriebe mit Umfragen oder allgemein formulierten Fragen schnell ­einen persönlichen Draht und eine direkte Nähe zu ­Lesern aufbauen.

Mehr Reichweite mit Hashtags

Damit eigene Beiträge auch von neuen Lesern gefunden werden, sollten Betriebe in den Bildunterschriften sogenannte Hashtags nutzen. Dabei handelt es sich um Wörter mit einem vorangestellten »#«. Auf diese Weise lassen sich einzelne oder mehrere direkt hintereinanderstehende Wörter zu Keywords (»Schlüsselwörter«) machen. Sobald Nutzer bei Instagram nach einem Schlüsselwort suchen, befinden sich eigene Fotos und Videos automatisch in der Trefferliste. Wer das eigene Instagram-Profil sorgfältig pflegt und regelmäßig mit neuen Inhalten bestückt, kann so schnell die eigene Reichweite vergrößern. Dabei sollten Betriebe nicht vergessen, potenzielle Synergie-Effekte zu nutzen: Mit der Bewerbung des eigenen Instagram-Profils auf der Firmen-Homepage, auf Fahrzeugen, Briefpapier, Visitenkarten und in E-Mail-Signaturen können die Zugriffs­zahlen schneller steigen.

Checkliste: Instagram für Einsteiger

  • Foto: © ra2studio/123RF.comFoto: © ra2studio/123RF.comKonzept erstellen
    Was sind Ihre Ziele? Eine allgemeine Imageverbesserung, Werbung für Produkte/Leistungen oder das Anwerben von Azubis/Fachkräften?
  • Verantwortung definieren
    Wer betreut den Instagram-Kanal? Wer ist verantwortlich für Inhalte, wer beantwortet Kommentare und Fragen?
  • Updates planen
    Wie oft und wann werden neue Inhalte bei Instagram veröffentlicht?
  • Image transportieren
    Was ist Ihre Unternehmensphilosophie? Wie können Sie diese über Ihre Beiträge in Instagram sichtbar machen?
  • Sprachstil finden
    Bei Instagram sind vor allem junge Menschen ­aktiv. Eigene Texte sollten Sie deshalb locker und authentisch ­formulieren. Emotionen wecken: Bei Instagram werden vor allem Beiträge weitergeleitet, die emotional berühren, unterhaltsam oder lustig sind.
  • Abwechslung bieten
    Kreieren Sie abwechslungsreiche Inhalte, um das Interesse Ihrer ­Leser wach zu halten – zum Beispiel mit ­Stories (Beiträge mit mehreren Fotos/Videos, die nach 24 Stunden wieder verschwinden), Reels (Kurzvideos) und ungewöhnlichen ­Bildern.
  • Tools nutzen
    Instagram stellt viele Funktionen und Effekte bereit, mit denen sich Fotos und Videos aufpeppen lassen – zum Beispiel ­Filter, Musik oder Zeitlupen-/Zeitraffer-­Funktionen.
  • Qualität prüfen
    Achten Sie bei allen Fotos und Videos auf eine gute Qualität. Niemals verwackelte oder unscharfe Aufnahmen verwenden. Texte und Bildzeilen sollten frei von Rechtschreibfehlern sein.
  • Verbindungen aufbauen
    Suchen Sie Kontakt zu anderen Nutzern, zum Beispiel über die Kommentarfunktion unter Fotos/Videos in anderen Profilen. Fragen zu eigenen Beiträgen sollten Sie zeitnah beantworten.
  • Erfolgskontrolle festlegen
    Wie werden Erfolge überprüft? Möglich sind zum Beispiel Tracking-Tools, Verlinkungen auf extra ­eingerichtete Internetseiten oder die Zahl ­ein­gelöster Gutschein-Codes.
  • Werbung schalten
    Mit Instagram-Anzeigen lassen sich bei Bedarf höhere Zugriffszahlen generieren. So können Handwerker zum ­Bei­spiel Zielgruppen, Altersklassen und ­Schlüsselwörter auswählen, bei denen ­eigene Anzeigen eingeblendet werden.
    business.instagram.com
  • Gesetze beachten
    Berücksichtigen Sie bei Instagram-Aktivitäten ­alle gesetzlichen Vorgaben, wie das Urheberrecht oder die DSGVO. Werbebeiträge sind entsprechend zu ­kennzeichnen.

Checkliste: Facebook- und Instagram-Profile verbindenWenn Betriebe bereits Facebook nutzen, lässt sich das eigene Profil ganz einfach mit Instagram verknüpfen. Der Vorteil: So ­können Beiträge künftig mit nur einem Klick auf beiden Social-Media-Plattformen gleichzeitig ­veröffentlicht werden (Cross-Postings).
1. Facebook-App auf dem Smartphone/Tablet starten und mit den eigenen Zugangsdaten einloggen.
2. Das Menü öffnen (rechts oben, Symbol mit  drei Strichen).
3. Schaltfläche »Seiten« anklicken.
4. Facebook-Profil auswählen, das mit ­Instagram ­verbunden werden soll.
5. »Einstellungen« anklicken (Zahnrad-­Symbol rechts oben).
6. »Instagram« auswählen und dann »Konto ­verknüpfen«.
7. Schiebeschalter nutzen, um den Zugriff auf Instagram-Nachrichten im Postfach zu ­erlauben/zu verbieten.
8. Nach einem Klick auf »Bestätigen« die ­eigenen ­Instagram-Zugangsdaten eingeben und auf »Anmelden« klicken.
9. Fertig! Ab sofort lässt sich bei neuen Facebook-­Beiträgen über eine Schalt­fläche wählen, ob diese auch bei Instagram ­veröffentlicht werden.

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Text: / handwerksblatt.de

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