Hardware

Vor dem Kauf der Hardware ist entscheidend, wie sie eingesetzt werden soll. (Foto: © Scanrail/123RF.com)

Handwerk 4.0: Die richtige Hardware

Der erste und wichtigste Schritt zur Digitalisierung des ­eigenen Betriebs: der Kauf eines Computers. Doch was ist die bessere Wahl: ein ­stationärer Desktop-PC oder ein Notebook?

Welche Technik die beste für den eigenen Betrieb ist, hängt von den täglichen Arbeitsabläufen und eigenen Ansprüchen ab. Für Büroarbeiter ist ein kostengünstiger Desktop-PC völlig  ausreichend. Wer seinen Rechner hingegen täglich auf der Baustelle benötigt, kommt um die Anschaffung eines Notebooks nicht herum.

Stationäre Geräte

Foto: © racorn/123RF.com
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Ein Desktop-PC bietet viele Vorteile: Alle anfallenden Arbeiten lassen sich optimal abwickeln – zum Beispiel das Schreiben von Angeboten und Rechnungen, regelmäßige Online-Bestellungen oder die Mail-Kommunikation mit Kunden und Zulieferern. Außerdem sind stationäre PCs kostengünstiger und gleichzeitig leistungsfähiger als Notebooks, die aufgrund des Akkubetriebs vor allem fürs Stromsparen optimiert sind. Der größte Vorteil von Desktop-Rechnern: Alle Komponenten, wie Monitor, Festplatten oder Prozessor, sind bei Bedarf schnell und preisgünstig austauschbar.

Bei der Anschaffung eines neuen Desktop-PCs gibt es wichtige Punkte zu beachten: Nur ein leistungsstarker Mehrkern-Prozessor mit einer Taktfrequenz von mindestens 2,4 GHz liefert für typische Bürotätigkeiten genügend Power. Der Arbeitsspeicher sollte mindestens vier Gigabyte groß sein – je mehr, desto besser. Wer digitale Bilder bearbeitet oder CAD-Programme nutzt, sollte allerdings von Anfang an auf einen deutlich schnelleren Prozessor (vier bis zehn Kerne) und mehr Arbeitsspeicher (ab acht Gigabyte) setzen. Zusätzlich ist in diesem Fall darauf zu achten, dass die Grafikkarte einen eigenen, mindestens 500 MB großen Speicher mitbringt, damit der Rechner nicht ausgebremst wird. Einen echten Performance-Gewinn bieten außerdem sogenannte SSD-Festplatten, die keine mechanischen Teile besitzen und bei Speicher- und Lesevorgängen sehr viel schneller arbeiten als herkömmliche Festplatten.

Eine unverzichtbare Ergänzung für einen Büro-PC ist ein guter Monitor. Für ermüdungsfreies Arbeiten sollten die Bildiagonale mindestens 23 Zoll (58,4 cm) groß sein und die Auflösung bei 1920 x 1080 Pixeln (Full-HD) liegen. Der Vorteil von noch größeren Displays: Icons und Schriften werden größer dargestellt und sind besser lesbar. Für ergonomisches Arbeiten ist darüber hinaus eine integrierte Höhenverstellung em­pfehlenswert.

Mobile Anwendungen

Foto: © Tyler Olsen/123RF.com
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Eine platzsparende und vor allem mobile Alternative zu Desktop-PCs sind Notebooks. Mit diesen handlichen Begleitern stehen auch unterwegs alle Daten zur Verfügung, Präsentationen lassen sich schnell starten und der Rechner steht für Messungen zur Verfügung. Für den eigenen Komfort sollte man vor allem auf zwei Dinge achten: Ein möglichst geringes Gewicht und lange Akkulaufzeiten. Grundsätzlich gilt: Je größer das Display, desto angenehmer ist das Arbeiten – aber desto schwerer und teurer wird das Notebook. Ein guter Kompromiss sind 15-Zoll-Notebooks.

Foto: © Thomas Busch
Foto: © Thomas Busch

Bei häufigem Einsatz unter freiem Himmel ist ein mattes, nicht spiegelndes Display die beste Wahl. Wenn das Gerät dann noch einen Prozessor mit mindestens zwei Kernen, 2-GHz-Taktung und nicht weniger als vier Gigabyte Arbeitsspeicher mitbringt, ist das eigene mobile Büro für Standardarbeiten ausreichend ausgestattet. Auch hier gilt: Für leistungshungrigere Anwendungen sind schnellere Prozessoren, mehr Arbeitsspeicher und eine Grafikkarte mit eigenem Speicher unverzichtbar.

Wenn auf Baustellen eine häufige Staubbelastung oder sogar Regen zu erwarten sind, empfehlen sich Outdoor-Notebooks. Diese Geräte sind für raue Umgebungen konzipiert und trotzen nicht nur Staub, Spritzwasser oder Erschütterungen, sondern überleben sogar Stürze. Diese zusätzliche Sicherheit macht sich sowohl beim Gewicht als auch bei der Anschaffung bemerkbar – mit einigen Hundert Euro Aufpreis.

 

Fachbegriffe schnell erklärt

Arbeitsspeicher (RAM)
Der Arbeitsspeicher (RAM: Random Access Memory) dient zum kurzzeitigen Ablegen von Daten, mit denen gerade gearbeitet wird. Je mehr Arbeitsspeicher zur Verfügung steht, desto schneller ist der Computer. Die Größe wird in Gigabyte (GB) gemessen.

Anschlüsse (Schnittstellen)
An die Schnittstellen eines Computers werden alle weiteren Geräte wie Drucker, Scanner oder Digitalkameras angeschlossen. Standard sind USB-Ports ("Universal Serial Bus"), die für fast sämtliche Geräte geeignet sind. Je höher die Versionsnummer, desto schneller die ­Datenübertragung. Der neueste Standard: USB 3.1.

Auflösung
Die maximal darstellbare Anzahl von horizontalen und vertikalen Bildpunkten (Pixeln) definiert die Auflösung bei Grafikkarten und Monitoren. Full-HD besitzt eine Auflösung von 1920 × 1080 Pixel.

Bildschirmdiagonale
Die Bildschirmgröße wird in Zoll gemessen. Ein Zoll entspricht exakt 2,54 Zentimetern.

Festplatte (HDD)
Die Festplatte (Hard Disk Drive – HDD). Sie dient zum dauerhaften Speichern von Daten. Die Größe wird in Gigabyte (GB) ­gemessen.

Gigabyte (GB)
In Gigabyte werden Speichergrößen angegeben. Ein GB sind 1.024 Megabyte oder rund eine Milliarde Bytes.

Grafikkarte
Eine Grafikkarte wandelt Informationen in Signale um, die von einem Monitor ­an­gezeigt werden können. Je mehr Speicher die ­Grafikkarte besitzt, desto schneller und ­flüssiger ist die Bild-Darstellung. Über einen HDMI-Ausgang sind alle Bilder auch auf ­einem ­Fernseher anzeigbar.

OEM
Abkürzung für "Original Equipment Manu­facturer" (dt. Original-Hersteller). So genannte "OEM-Waren" werden von ­Markenherstellern für Wiederverkäufer ­produziert und sind in puncto Ausstattung oder Funktionsumfang oft eingeschränkt.

Prozessor
Das Herz eines PCs, die Geschwindigkeit wird in Gigahertz (GHz) gemessen. Mehrkern-Prozessoren enthalten in einem Gehäuse mehrere vollwertige Prozessor-Kerne. Damit sind diese wesentlich leistungsfähiger als ­Prozessoren mit nur einem Kern.Die neuesten und teuersten Prozessoren besitzen aktuell bis zu 18 Kerne.

SSD
Die Abkürzung steht für "Solid State Drive" und bezeichnet elektronische Speichermedien ohne mechanische Bauteile. SSDs haben ­wesentlich kürzere Zugriffszeiten als herkömmliche Festplatten, sind aber auch deutlich teurer.

RAM
Abkürzung für "Random Access Memory" (Speicher mit wahlfreiem Zugriff). RAM ­bezeichnet den Haupt- bzw. Arbeitsspeicher eines Computersystems, auf den ein Prozessor direkt zugreifen kann.

Zoll
Die Bildschirmdiagonale eines Monitors oder Notebooks wird in Zoll gemessen. Ein Zoll sind umgerechnet 2,54 cm.

 Fotos: (c) Tylor Olsen / (c) racorn / (c) scanrail/123rf  

 

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Text: / handwerksblatt.de

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