Tintenstrahler oder Laser?

Tintenstrahler oder Laser? (Foto: © Serghei Starus/123RF.com)

Handwerk 4.0: Der optimale Office-Drucker

Laser- oder Tintenstrahldrucker? Beim Druckerkauf steht diese Frage immer wieder im Raum. Denn beide Drucktechnologien haben Vor- und Nachteile. Außerdem bieten Laserdrucker heute nicht mehr in allen Fällen den günstigsten Seitenpreis.

Die Angebote klingen verlockend: Günstige Tintenstrahldrucker gehen heute nicht selten für unter 50 Euro über die Ladentheke. Das vermeintliche Schnäppchen entpuppt sich jedoch oft als Kostenfalle, wenn nach wenigen hundert Ausdrucken neue Tintenpatronen gekauft werden müssen – zum Preis eines neuen Druckers.

Deshalb lohnt es sich, vorab möglichst genau die eigenen Ansprüche festzulegen: Sollen vor allem Texte oder auch hochauflösende Fotos gedruckt werden? Welche besonderen Funktionen oder Schnittstellen muss das Gerät haben? Und vor allem: Wie viele Ausdrucke fallen monatlich an?

Teure Billig-Drucker

An einem Tintenstrahldrucker kommen Betriebe nicht vorbei, wenn Farbdruck und ein möglichst geringer Anschaffungspreis im Fokus stehen. Käufer eines Tintenstrahlers sollten jedoch die Regel im Hinterkopf behalten: Billig-Drucker sind auf lange Sicht teuer. Man spart zwar bei der Anschaffung, die Seitenpreise sind durch teure Tintenpatronen jedoch um ein Vielfaches höher. Günstige Tintenstrahler lohnen deshalb nur für Betriebe, die wenig drucken. Besonders bei Fotos machen sich die Druckkosten bemerkbar, denn Tintenstrahler benötigen für beste Qualität immer Foto- oder Spezialpapier.

Laserdrucker liefern hingegen auch auf einfachem Kopierpapier eine gute Druckqualität. Wenn Tintenstrahler mit Mehrfarb­patronen arbeiten, wird dies zur zusätzlichen Kostenfalle: Hier enthält eine Patrone mehrere Farben gleichzeitig. In der Praxis werden jedoch nie alle Farben gleich oft benutzt. Wenn nur eine Farbe aufgebraucht ist, verweigert der Drucker die Zusammenarbeit und besteht auf einem Tintentank-Tausch – egal, wie voll die anderen Farbbehälter noch sind. Deshalb sind Drucker mit "Single-Ink-Technologie" empfehlenswerter: Hier gibt es für jede Farbe eine eigene Patrone, die sich einzeln auswechseln lässt.

Diese Drucker sind zwar etwas teurer in der Anschaffung, der Preis pro Seite fällt jedoch günstiger aus. Wenn Betriebe mehr als 2.000 Seiten im Monat drucken, ist hingegen ein Laserdrucker oft die bessere Wahl: Diese Geräte sind für ein deutlich höheres Druckvolumen ausgelegt. Auch wenn viele Seiten in kurzer Zeit gedruckt werden sollen, haben Laserdrucker die Nase vorn. Gerade bei farbigen Seiten und Fotos sind sie manchmal doppelt so schnell wie Tintenstrahler.

Sparen bei Tinte und Toner

Sehr gute Seitenpreise lassen sich heute mit Tintenstrahlern realisieren, die nachfüllbare Tintenbehälter nutzen. Diese heißen bei Canon zum Beispiel "MegaTank" oder bei Epson "EcoTank". Hier ist das Nachfüllen bis zu 90 Prozent günstiger als der Kauf von Original-Tintenpatronen. Damit liegen die Seitenpreise sogar oft unter denen eines Laserdruckers – besonders, wenn man alle Verschleißteile des Gerätes einberechnet.

Einen besonderen Weg beschreitet HP mit seinem Tintenabo "In­stant Ink": Hier lassen sich bis zu 70 Prozent im Vergleich zu HP-Originalpatronen sparen, wenn man sein monatliches Druckvolumen gut einschätzen kann. Weiteres Sparpotenzial bieten Fremdhersteller mit selbst gemischten Tinten oder Tonern. Diese sind bis zu 80 Prozent preiswerter als Produkte der Originalhersteller, dafür muss man jedoch manchmal Abstriche bei Haltbarkeit und Qualität machen.

Fotodrucker für beste Bilder

Wenn Betriebe Bilder in wirklicher Fotoqualität ausdrucken wollen, führt kein Weg an einem speziellen Fotodrucker vorbei, der mit Tintenstrahltechnik arbeitet. ­Neben einer höheren Auflösung bieten diese Geräte detailgetreue und unverfälschte Farben, da sie mit bis zu zwölf verschiedenen Tintentanks arbeiten. Günstige Office-Tintenstrahler nutzen hingegen oft nur drei Farben plus eine schwarze Patrone.

Als ­Office-Drucker taugen die Foto-Spezial­geräte jedoch nur bedingt: Da Fototinte keine Pigmente enthält, führt die Nutzung von einfachem Kopierpapier meist zu ­einem Verlaufen der Farben. Um dieses Problem zu umgehen, haben einige Hersteller pigmentierte schwarze Tinte im Programm, mit der sich Texte auch auf nor­malem Papier drucken lassen.

Alleskönner All-in-One

Foto: © Thomas BuschFoto: © Thomas Busch

Gerade für kleine Betriebe lohnen sich oft sogenannte "All-in-One-Geräte". Diese können nicht nur drucken, sondern auch scannen, kopieren oder faxen. Viele Hersteller haben diese kleinen Alleskönner als Tintenstrahler und Laservariante im Programm. Die Vorteile liegen auf der Hand: Weil nur noch ein Satz Tintenpatronen oder Toner gekauft werden muss, sind sie günstiger im Unterhalt als mehrere Einzelkomponenten.

Zudem wird weniger Stellfläche benötigt, und der Anschaffungspreis liegt niedriger als für mehrere Einzelgeräte. Sehr günstige Multifunktionsdrucker gibt es bereits ab etwa 60 (Tinte) beziehungsweise 120 Euro (Laser). Die Verschmelzung von bis zu vier Geräten in einem Gehäuse bringt allerdings auch Nachteile mit sich: Wenn das Gerät zur Reparatur muss, kann der Betrieb weder drucken, scannen, kopieren noch faxen. Deshalb sollte beim Kauf eine "Vor-Ort-Austauschgarantie" abgeschlossen werden, die einige Fachhändler gegen Aufpreis anbieten.

Tipps für bessere Druckqualität

Papierstärke: Je stärker das Papier, desto hoch­wertiger der Eindruck. Für einen Brief reicht Kopierpapier mit 80 Gramm, für wichtige Angelegenheiten sollten Sie Briefbögen mit 100 oder sogar 120 Gramm nutzen.

Papier für Laserdrucker: Das Papier sollte sich durch die Hitze­entwicklung des Druckers nicht wellen, sonst droht ein Papierstau. Gerade bei Farblasern durchläuft das Papier mehrere Druckstationen und berührt dabei Fixierwalzen, die 200 Grad heiß sind. Vorsicht bei beschichteten Papieren: Diese müssen ausdrücklich für Laser zu­gelassen sein – ansonsten erhitzt der Drucker die Beschichtung so stark, dass sie sich ablöst und das Gerät ­beschädigen kann.

Papier für Tintenstrahler: Tintenstrahl-Drucker reduzieren in einigen Fällen automatisch die Auflösung, wenn Sie Normalpapier verwenden. Denn dieses saugt die Tinte stärker auf als spezialbeschichtetes Fotopapier. Ist das Papier zu dünn oder von schlechter Qualität, ver­laufen die Farben oder schlagen ­sogar auf der Rückseite durch. ­Gerade beim Drucken von hoch­auflösenden Fotos sollten Sie auf beschichtetes Spezial­papier zurückgreifen, um die ­bestmögliche Qualität zu erzielen.

Papierproben: Von einigen Papierherstellern gibt es Probepackungen, die zwei bis drei Blätter verschiedener Papiere mit unter­schiedlichem Gewicht und ­diversen Beschichtungen enthalten. Diese eignen sich gut zum Experimentieren, um optimale Ergebnisse im Schwarz-Weiß- und Farbdruck zu erzielen.

Wichtige Fachbegriffe kurz erklärt

Auflösung: Die Auflösung eines Druckers gibt die Anzahl der Druckpunkte pro Inch (dpi) an, die von dem Gerät dar­gestellt werden können. Je höher die Auflösung, desto detaillierter und hochwertiger sind die ­Ausdrucke. Bei Office-Druckern genügen 1.200 x 1.200 dpi, Foto-Drucker sollten ­mindestens 2.400 x 1.200 dpi ­darstellen können.

dpi: Bilder und Texte bestehen aus ­einzelnen Bildpunkten, deren Anzahl die Qualität des Ausdrucks bestimmt. Die maximale Auflösung von ­Druckern wird in "dots per inch" (dpi = Bildpunkte pro Inch) an­gegeben, wobei ein Inch exakt 2,54 Zentimetern entspricht. Je mehr dpi ein ­Drucker darstellen kann, desto besser.

Mehrfarb-Patronen: Drucker mit Mehrfarb-Patronen haben drei Kammern für die Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb in ­einem einzigen Tintentank. Aus ­diesen Grundfarben mischt der ­Drucker alle weiteren Farben zu­sammen. Die Helligkeit wird durch die Zugabe von schwarzer Tinte ­geregelt.

Single-Ink: In Druckern mit Single-Ink-Techno­logie besitzt jede Farbe einen eigenen Tank, der sich einzeln wechseln lässt. So kann der Inhalt jedes Tintentanks immer komplett aufgebraucht ­werden.

Text: / handwerksblatt.de

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