Lehrsituation

Gute Auszubildende sind schwer zu finden. Betriebe sollten jede Gelegenheit nutzen, sich als attraktiven Arbeitgeber darstellen zu können. (Foto: © goodluz/123RF.com)

Auszubildende dringend gesucht!

Unternehmensführung

Noch sind laut ZDH bundesweit 30.000 Ausbildungsplätze im Handwerk frei. Wer Nachwuchs sucht, braucht neue Ideen. Wie wäre es mit der Handwerk Challenge?

Anfang August hat ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke darauf hingewiesen, dass noch 30.000 Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt sind, obwohl das Handwerk beste Karrierechancen, Verdienstmöglichkeiten und kreative Entfaltung bietet.

Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Handwerk sinkt seit Jahren. 2018 waren es 140.600, zehn Jahre zuvor noch 166.900, wie das Statistische Bundesamt meldet. In diesem Jahr scheint die Zahl der Verträge im Vergleich zum Vorjahr jedoch zumindest wieder leicht zuzulegen.

Nachwuchs in allen Kammerregionen gesucht

Dennoch suchen Betriebe in allen Kammerregionen noch nach Nachwuchs. So meldet etwa die Handwerkskammer Cottbus noch 350 freie Stellen in ihrem Bezirk, in ganz Brandenburg sollen es laut Handwerkskammer Potsdam noch 1.500 unbesetzte Ausbildungsplätze sein, Stand Anfang Juli. Im Kölner Kammerbezirk sind Schätzungen zufolge noch 500 Plätze offen, im Düsseldorfer Bezirk noch 1.100.

Die Handwerkskammer des Saarlandes hat mittlerweile seit einigen Jahren rund um den Start des neuen Lehrjahrs eine Last-Minute-Hotline geschaltet. Unter der Telefonnummer 0681/ 5809-809 versuchen die Experten der Kammer, interessierte Jugendliche mit ausbildenden Betrieben schnell und unbürokratisch zusammenzubringen. In vielen anderen Kammerbezirken wie beispielsweise dem der Handwerkskammer der Pfalz zeigen eigens eingerichtete "Tage der Ausbildung", wie wichtig die Nachwuchsgewinnung für die Betriebe ist.

Ehrung für die besten Ausbildungsbetriebe

Die Handwerkskammer Südwestfalen hat sogar einen Preis für Betriebe geschaffen, die dieser Herausforderung erfolgreich trotzen. Jedes Jahr kürt sie den "Ausbildungsbetrieb des Jahres". Die Nominierten gewinnen Auszubildende, indem sie ihnen eine betriebliche Altersvorsorge anbieten, Fortbildungen und Aufstiegschancen in Aussicht stellen oder moderne Lernmethoden per Tablet anbieten, wobei die Azubis die elektronischen Geräte gestellt bekommen und später behalten dürfen. Manche bekommen einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt, anderen zahlt der Betrieb den Erwerb des Lkw-Führerscheins.

Aktiv auf Jugendliche zugehen

Doch oft ist es für Betriebsinhaber gar nicht nötig, so tief in die Tasche zu greifen. Studien zeigen, dass viele junge Menschen vor allem auf eine sinnstiftende, abwechslungsreiche Tätigkeit und ein gutes Betriebsklima Wert legen. Pfunde, mit denen auch kleine Betriebe wuchern können. Nur wie können sie das zeigen und die Jugendlichen erreichen?

Die Suche nach Auszubildenden ist zeitaufwändig, heißt es aus der Handwerkskammer Münster. Jeder zweite Betrieb aus der Kammerregion suche einer Umfrage zufolge länger als ein halbes Jahr nach Auszubildenden. Nur 14 Prozent der Betriebe warteten erfolgreich auf Initiativbewerbungen. "Handwerksunternehmen sollten auf Jugendliche zugehen und aktiv für sich werben", empfiehlt HWK-Präsident Hans Hund.

Handwerk Challenge als kostenloser Imagefilm

Foto: © Verlagsanstalt Handwerk / Duplexmedia
Foto: © Verlagsanstalt Handwerk / Duplexmedia

Eine Möglichkeit dazu bietet die von der Verlagsanstalt Handwerk gemeinsam mit der Signal Iduna gestartete Handwerk Challenge. Der Youtube-Kanal ist schon über 120.000 Mal aufgerufen worden und vor allem bei Jugendlichen beliebt, erreicht damit genau die anvisierte Zielgruppe. In den kurzweiligen Clips treten Handwerker verschiedener Gewerke – Auszubildende, Gesellen und Meister – zu einem spaßigen Wettstreit gegeneinander an. Immer hat der Wettkampf mit den Kenntnissen und Fähigkeiten zu tun, die für den jeweiligen Beruf nötig sind – wenn auch lustig dargestellt.

Im Hintergrund feuert nicht selten die gesamte Belegschaft ihren Kollegen oder ihre Kollegin an. Für Betriebe, die bei der Handwerk Challenge mitmachen, ist es die ideale Möglichkeit zu zeigen, dass die Arbeit im Handwerk herausfordernd ist, aber auch jede Menge Spaß bringen kann. Sie können zeigen, wie gut das Teamwork in ihrem Unternehmen funktioniert, und ihre Mitarbeiter mal ins Scheinwerferlicht rücken. Die Clips werden von vielen Jugendlichen gesehen, geteilt und teilweise auch kommentiert. Manche werden so erstmals auf einen Handwerksberuf oder einen Betrieb in ihrer Nähe aufmerksam. Für Betriebe kommen die Videos einem zeitgemäßen Imagefilm gleich – und das Beste: Sie kosten nichts, außer ein bisschen Zeit.

 

Hintergrund: Nutzen Sie die Chance, den Nachwuchs auf sich aufmerksam zu machen, Ihren Betrieb und Ihr Gewerk ins rechte Licht zu rücken: Machen Sie mit bei unserer Handwerk Challenge!
Anmeldung: Melden Sie sich bei uns, unter Tel. 0211/3909811 oder per E-Mail: fischer@verlagsanstalt-handwerk.de. Wir kommen in Ihren Betrieb und drehen einen Clip für die beliebte Reihe. Das Ganze kostet Sie keinen Cent. Aber Sie können den Clip teilen, auf ihn verlinken und ihn zur Eigenwerbung verwenden.

Text: / handwerksblatt.de

2 Kommentare

R.

Redaktion

Unglaublich was hier abgeliefert wird..... Genug Nachwuchs finden!!?? Ganz einfach: Bezahlt die Handwerker genauso gut , nein noch besser als diejenigen die einfach nach ihrem Abitur zur Stadtverwaltung, Finanzamt, Staat oder studieren gehen..... Honoriert das man morgens auf die Baustelle fährt, die kalt und zeitweise auch nass sein kann, bei Wind und Wetter unterwegs ist, oft ohne sanitäre Anlagen, keine richtige Waschgelegenheit zur Verfügung steht, wo man meistens dreckig und staubig wird, keine zugeteilten Parkplätze zur verfügung hat, etc.... Deswegen will die Mehrheit in ein warmes Büro oder studieren gehen...... Ich selbst bin schon seit 40 Jahren im Handwerk tätig und die zuständigen im Handwerk haben dies immer noch nicht erkannt.....


Sehr geehrter Herr de Schryver

vielen Dank für Ihren Kommentar zu unserem Beitrag.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Redaktion handwerksblatt.de

Unsere Redaktion können Sie auch per Telefon oder E-Mail erreichen: http://www.handwerksblatt.de/kontakt.html

BS.

Bernd de Schryver

Unglaublich was hier abgeliefert wird..... Genug Nachwuchs finden!!?? Ganz einfach: Bezahlt die Handwerker genauso gut , nein noch besser als diejenigen die einfach nach ihrem Abitur zur Stadtverwaltung, Finanzamt, Staat oder studieren gehen..... Honoriert das man morgens auf die Baustelle fährt, die kalt und zeitweise auch nass sein kann, bei Wind und Wetter unterwegs ist, oft ohne sanitäre Anlagen, keine richtige Waschgelegenheit zur Verfügung steht, wo man meistens dreckig und staubig wird, keine zugeteilten Parkplätze zur verfügung hat, etc.... Deswegen will die Mehrheit in ein warmes Büro oder studieren gehen...... Ich selbst bin schon seit 40 Jahren im Handwerk tätig und die zuständigen im Handwerk haben dies immer noch nicht erkannt.....

Kommentar schreiben

Das könnte Sie auch interessieren: