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Kantine und Örtchen: Betreten auf eigene Gefahr!

Wer vom Arbeitsplatz zum Mittagessen oder auf das stille Örtchen geht, ist gesetzlich unfallversichert. Aber nur bis zur Tür, dahinter wird es privat – auch versicherungsrechtlich.

Der Weg zur Toilette ist versichert, das "Geschäft" nicht. Foto: © Nongnuch Leelaphasuk/123RF.com
Der Weg zur Toilette ist versichert, das "Geschäft" nicht.

Arbeitnehmer sind im Job gesetzlich unfallversichert. Auch auf dem Weg zur Arbeit und beim Gang zur Kantine oder Toilette werden Unfälle als sogenannte Wegeunfälle von der Berufsgenossenschaft abgedeckt. Und wenn man sich schnell mal ein Brötchen beim Bäcker holt oder zum Essen nach Hause geht? Auch da gilt der gesetzliche Unfallschutz. Allerdings müssen dabei Zeitaufwand und Weg in einem angemessenen Verhältnis zur Pausendauer stehen.

In der Kantine oder auf dem WC befindet sich der Mitarbeiter allerdings "auf eigene Gefahr", das heißt: hier ist er nicht unfallversichert. Doch wann endet die Arbeit und wo beginnt das Privatleben? Die Abgrenzung ist manchmal gar nicht so einfach. In der letzten Zeit mussten die Gerichte hierzu einige Fälle klären.

Manche Umwege sind in Ordnung

Grundsätzlich gilt: Die Mitarbeiter müssen nicht den kürzesten Weg zur Arbeit wählen, sie können auch die verkehrsgünstigsten Straßen fahren. Sie haben dabei die freie Wahl, welches Verkehrsmittel sie nutzen. Wer dabei auf die Bahn warten muss, ist in diesem Moment natürlich ebenfalls versichert. Umwege zur Arbeit sind unfallgeschützt, wenn dies beruflich veranlasst war – etwa zum Auftanken des Wagens (Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Az. L 3 U 7/09).

Auch Eltern, die ihr Kind auf dem Weg zur Arbeit in den Kindergarten oder die Schule bringen, genießen gesetzlichen Unfallschutz. Und ausnahmsweise kann auch der Weg von einem anderen Ort als der Wohnung zur Arbeitsstelle versichert sein, wenn der nicht wesentlich länger ist als der übliche Arbeitsweg – zum Beispiel nach einer Übernachtung bei Freund oder Freundin.

Fahrgemeinschaften sind ebenfalls in den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung einbezogen. Das gilt auch beim Abweichen vom normalen Arbeitsweg, wenn dabei ein Kollege von zu Hause abgeholt oder abgesetzt wird. 

Text: / handwerksblatt.de
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