Handwerksbäckereien mit ihren Backöfen, Kälteanlagen und Auslieferungsfahrzeugen sind aktuell von den gestiegenen Erdgas, Strom- und Rohstoffpreisen massiv betroffen, sagt der Bäckerverband.

Handwerksbäckereien mit ihren Backöfen, Kälteanlagen und Auslieferungsfahrzeugen sind aktuell von den gestiegenen Erdgas, Strom- und Rohstoffpreisen massiv betroffen, sagt der Bäckerverband. (Foto: © ZDBH/Darius Ramazani)

Bäcker kritisieren: Hilfspaket hilft nicht dem Handwerk

Die Energiepreisexplosion belastet Bäcker enorm. Der Bäckerverband kritisiert, dass der Zuschuss zu den Gas- und Stromkosten aus dem Hilfspaket der Bundesregierung nur bei der Industrie und nicht beim Handwerk ankommt. Kostet ein Brot bald zehn Euro?

Vom Krieg in der Ukraine und den damit verbundenen Sanktionen sind auch in Deutschland viele Unternehmen betroffen. Für diese Firmen hat die Bundesregierung ein milliardenschweres Hilfspaket beschlossen. Darunter ist auch ein zeitlich befristeter Zuschuss "zur temporären Kostendämpfung des Erdgas- und Strompreisanstiegs für besonders betroffene Unternehmen".

Wie der Zentralverband des Bäckerhandwerks jetzt erfahren hat, sind die Voraussetzungen für die Gewährung des Zuschusses aber so eng formuliert, "dass praktisch nur Industrieunternehmen sie erfüllen können". Die Handwerksbäckereien würden bei dem Zuschuss für Energiekosten außen vor bleiben, befürchtet der Verband.

Michael Wippler Foto: © Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V. / Darius RamazaniMichael Wippler Foto: © Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e. V. / Darius Ramazani

Bäckermeister und Verbandspräsident Michael Wippler sagte, das Bäckerhandwerk begrüße das Hilfspaket für die Wirtschaft grundsätzlich. "Wir haben die Bundesregierung aber dringend darum gebeten, den vorgesehenen Zuschuss zu den Gas- und Stromkosten so auszugestalten, dass er auch Handwerksbäckereien offensteht." 

Handwerksbäckereien seien mit ihren Backöfen, Kälteanlagen und Auslieferungsfahrzeugen besonders energieintensive Unternehmen und aktuell von den gestiegenen Erdgas, Strom- und Rohstoffpreisen massiv betroffen

Sprechen wir bald vom "Zehn-Euro-Brot"?

 "Die geplanten Hilfen bleiben deutlich hinter den Ankündigungen zurück", ergänzt Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider.  Wirtschaftsminister Robert Habeck hätte versprochen, dass systemrelevante Unternehmen nicht fallen dürfen. "Dieser Gefahr stehen Handwerksbäckereien, die einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherung der Nahversorgung der Bevölkerung mit Brot und Backwaren leisten, aber derzeit gegenüber. Oder wir sprechen bald wirklich vom ‚Zehn-Euro-Brot‘", warnt Schneider.

Der Verband weist darauf hin, dass Bundeskanzler Olaf Scholz und die Regierungschefs der Länder vor dem Hintergrund der aktuellen Lage einen Beschluss gefasst haben, in dem sie der "heimischen Ernährungs- und Landwirtschaft" eine "strategische Bedeutung" beigemessen haben. Der starke Anstieg der Lebensmittelpreise müsse abgefedert werden.

Auch die Leitlinien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft würden Bäckereien zu den systemrelevanten "Unternehmen der Kritischen Infrastruktur (KRITIS) Ernährung" zählen.

Der Verband fordert daher, in das geplante Entlastungspaket einbezogen zu werden. Wippler: "Es kann nicht angehen, dass die Bundesregierung offenbar nur bei der Industrie helfen will."

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Text: / handwerksblatt.de

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