Handwerk

Der Ehrenpräsident der Handwerkskammer Dortmund und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, ist am 28. April 2019 im Alter von 77 Jahren verstorben. (Foto: © HWK Dortmund)

Ehrenpräsident Otto Kentzler verstorben

Otto Kentzler, Ehrenpräsident der Handwerkskammer Dortmund und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, ist am Sonntag, 28. April 2019, im Alter von 77 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

"Mit Otto Kentzler, dem Ehrenpräsidenten der Handwerkskammer Dortmund und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, verliert die Handwerksorganisation eine herausragende Persönlichkeit. Kentzler ist am Sonntag, 28. April 2019, im Alter von 77 Jahren gestorben. Von 1994 bis 2014 war er Präsident der Handwerkskammer Dortmund. Parallel dazu bekleidete er von 2005 bis 2013 das Amt des ZDH- Präsidenten. Dabei hat er sich in höchstem Maße um das Handwerk verdient gemacht. Er war ein erfolgreicher mittelständischer Unternehmer, der Ende der Siebziger als Geschäftsführer den Familienbetrieb Kentzler GmbH & Co. KG übernommen hatte. Über Jahrzehnte hinweg wurden von ihm und seinem Team viele kleine und große Projekte realisiert, besonders oft in Dortmund (z.B.: Westfalenhalle, Florianturm).

Seit 30 Jahren im Ehrenamt

Sein ehrenamtliches Engagement begann 1989, als er zum Obermeister der Innung Sanitär-Heizung-Klima Dortmund und Lünen gewählt wurde. Gleichzeitig gehörte er dem Vorstand der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen an. Nur fünf Jahre später wurde Otto Kentzler zum Kammer-Präsidenten gewählt. Während seiner 20-jährigen Amtszeit hat er der Handwerkskammer Dortmund ein ganz neues Profil gegeben: Strukturen wurden deutlich gestrafft, der Bildungssektor komplett modernisiert und weit reichende Services für die Mitgliedsunternehmen geschaffen. Auch war er ein wichtiger Wegbereiter für den Ausbau internationaler Aktivitäten.

Otto Kentzler war "einer von uns"

Offenheit für Neues und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, waren maßgebliche Erfolgsfaktoren für Otto Kentzlers Handeln. Er hat die Kammerarbeit damit nachhaltig geprägt und vielfach bereichert. Von den Handwerkern wurde er weithin als „Einer von uns“, als „Einer, der unsere Sprache spricht“ geschätzt. Keiner, dem man erst sagen musste, was Mittelstandsunternehmern auf den Nägeln brennt oder am Herzen liegt. Sondern einer, der aus eigener Erfahrung immer wusste, was Sache ist.

Der gelernte Gas-Wasser-Installateur und Klempner, der nach seiner Ausbildung an der TU Hannover Maschinenbau studiert hatte, war ein Mann der Tat. Mit gutem Selbstbewusstsein ausgestattet, machte er sich stark für die Belange des Handwerks. Und fand Gehör. Vor allem da, wo man es lange Zeit vermisst hatte. In der Politik. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch auf europäischer Ebene.

Ein hervorragender Botschafter fürs Handwerk

Er hat mit authentischen Aussagen und verbindlichen Absprachen überzeugt. Mit seiner Verlässlichkeit und großem Wissen hat er eine neue Vertrauensbasis geschaffen, von der das heimische wie auch das gesamtdeutsche Handwerk nachhaltig profitiert. Sehr zu Recht ist er dafür vielfach ausgezeichnet worden, in Dortmund beispielsweise mit dem Cityring und der Stadtplakette. In 2009 erhielt er das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland, dann Anfang vorigen Jahres das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, das ihm persönlich überreicht wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Otto Kentzler war ein hervorragender Botschafter fürs Handwerk. Mit großem Respekt vor seinem Lebenswerk werden wir ihm ein ehrendes Andenken bewahren."

Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund
Carsten Harder, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dortmund

Text: / handwerksblatt.de

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