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Jobs, Jobs, Jobs: Viele Handwerksunternehmer suchen dringend neue Mitarbeiter! (Foto: © almagami/123RF.com)

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Das fordert das Handwerk!

Mehr Unterstützung gegen Fachkräftemangel, keine Erhöhung von Steuern und Abgaben: Der Handwerksverband hat seine aktuellen Forderungen an die Politik formuliert.

Das Handwerk hat das erfolgreichste erste Quartal seit der deutschen Einheit hingelegt, die Umsatzprognose für dieses Jahr wurde auf drei Prozent angehoben. Trotzdem stagniert die Zahl der Mitarbeiter – es gibt schlicht zu wenige. "Die Fachkräftesicherung wird für uns in der kommenden Legislaturperiode eines der zentralen Themen bleiben", erklärte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) bei der Frühjahrskonferenz des Deutschen Handwerkskammertags (DHKT) in Bielefeld.

Er informierte gemeinsam mit Michael Heesing, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld die Hauptgeschäftsführer der 53 deutschen Handwerkskammern über die aktuelle Lage und die politischen Forderungen des Handwerks. "Um die Fachkräftesicherung und die dafür nötigen Rahmenbedingungen wird sich auch die künftige Bundesregierung nach der Wahl kümmern müssen", betonte Schwannecke im Pressegespräch bei der Frühjahrskonferenz.

Weitere wichtige Forderungen des Handwerksvertreters

  • Keine Erhöhung für der Steuer- und Abgabenlast: "Besonders für das arbeitsintensive Handwerk ist jede Steigerung der Sozialbeiträge Gift." Konkret fordert das Handwerk die Abschaffung des Solis und eine Abmilderung der kalten Progression. "Das Geld dafür ist da – Steuer- und Beitragseinnahmen sprudeln."
  • Die Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung. "Das aber bedeutet auch, dass die berufliche Bildung künftig finanziell vergleichbar zu akademischen Bildung gefördert wird."
  • Beim Thema Nachwuchs nimmt Schwannecke nicht nur die Politik, sondern auch die Gesellschaft in die Pflicht: Es müsse wieder "stärker in den Köpfen präsent sein, dass der Weg ins Handwerk keine berufliche Sackgasse ist, sondern in eine erfolgreiche und gesicherte Zukunft führt". Zu den Pluspunkten zählten auch die Verdienstmöglichkeiten ("Ein Meister verdient im Lauf seines Lebens nicht selten mehr als der Bachelor-Absolvent") und sichere Arbeitsplätze ("Nur 1,8 Prozent der Meister sind ohne Beschäftigung").
  • Bei der Zuwanderung habe das ZDH-Präsidium eine grundsätzlich neue Position beschlossen. Die Kernaussage: "Wir brauchen eine gut gesteuerte Zuwanderung in den Arbeitsmarkt. Wir sind überzeugt, dass ein neues Einwanderungsgesetz nötig ist."
  • Die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt sollte aber klar abgegrenzt werden von der Notwendigkeit, Flüchtlinge aus humanitären Gründen aufzunehmen, betonte Schwannecke: "Die Handwerkorganisationen und vor allem die Betriebe leisten hier viel und werden auch das auch weiterhin tun."
  • Das Handwerk tritt für ein zeitgemäßes Datenrecht ein: "Unsere Handwerksbetriebe müssen einen gleichberechtigten Zugang zu Daten haben, die für ihre Geschäftstätigkeit wichtig sind." Das seien zum Beispiel die verkehrstelematischen Daten für Kfz-Werkstätten, auf die bisher vor allem die Fahrzeughersteller Zugriff hätten."
  • Vor allem fordert das Handwerk die "digitalen Funklöcher endlich zu schließen". Alle Betriebe bräuchten flächendeckend einen Internetzugang mit hinreichenden Bandbreiten.
Text: / handwerksblatt.de

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